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VerbraucherschutzIn Bahnen geht man und erst recht frau eigentlich ja nur ungern. Deshalb ist mir/uns das bisher wohl auch noch nicht aufgefallen. Die Kurz vor Weihnachten wurde das "Kaffeekartell" mit einer Geldbuße von knapp 160 Mio. € bestraft. Nur kurze Zeit später geisterten "tatsächliche" Schadensummen von 4,8 Mrd. € durch die Presse. Wenn diese Summe stimmen würde, dass den Verbrauchern tatsächlich knapp 5 Mrd. € Schaden durch das Kartell entstanden sind bzw. im Umkehrschluss den Kartellmitglieder diese Summe als ungerechtfertigte Gewinn zuflössen, so stellt sich natürlich die Frage, ob die durch das Kartellamt angeordnete Strafzahlung hoch genug ausfiel bzw. ob die Kartellstrafen hoch genug sind um abzuschrecken? Dr. Oetker lässt vor Weihnachten seine Kunden schon mal suchen. Nicht nach Ostereiern sondern nach Schokolade. Wie man aus 1,875% Kakao 75% machen kann zeigt Abgespeist. Nun könnte man natürlich einwenden, dass ein Pudding mit 75% Kakao ungenießbar wäre, "da bitter im Geschmack und nicht cremig, sondern fest. Er würde sich im Mund staubig und trocken anfühlen." Allerdings wird "normaler" Schokopudding immerhin mit ca. 20% Schokolade gemacht. Da liegt der Bielefelder Dr. immer noch mehr als 90% drunter. Wie tief muss ein womöglich noch besternter Fernsehkoch eigentlich sinken, dass er für die Scheiße Werbung macht, die er selber verteufelt. Gut, ein Horst Lichter kann ja (nach eigenen Angaben) nicht kochen, da nimmt man ihm auch ab, dass er in seinen Kochshows und seinem Restaurant nur mit Maggi Geschmack an die Sahne bekommt. Dem Sternekoch Schuhbeck nimmt man da die Geschmacksverstärker schon übler. Neuester Streich ist der selbsternannte "Kochprofi" Martin Baudrexel. Das sind die Herren, die nach einem Probeessen in die Küche latschen und (zu recht) erst mal die Fertigprodukte etc. Die Mär vom Homo Oeconomicus im klassischen Sinne hat sich zumindest in der VWL in jüngerer Zeit gewandelt. Schon länger gibt es die Einsicht, dass der Mensch nicht der "grausam" rationale Nutzenmaximierer ist. Das Handelsblatt berichtet aktuell über eine Forderung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus Berlin, die eine Umkehr in der Verbraucherschutzpolitik fordern. Insbesondere geht es den Ökonomen um Informationsdefizite der Verbraucher und dem daraus drohendem Marktversagen. Ob dies jedoch eine Kritik am Homo Oeconomicus und dem "mündigen Verbraucher" darstellt, bleibt fraglich. Fast hätte ich aus aktuellem Anlass die Überschrift etwas anders geählt. Irgendwas mit der Schweinegrippe und der großen Impfaktion. Schließlich werden wir alle dahingerafft von der Killergrippe und die bestellten Impfdosen müssen ja auch unters Volk gebracht werden. Dabei gibt es da eine viel größere Seuche, die jedes Jahr mehr Menschen sterben lässt als jede andere Krankheit und dazu noch viel billiger zu bekämpfen wäre. Der wdr zeigte dazu gestern eine Reportage die es auch als Podcast gibt:
Vielleicht hätte man dem Westerwelle mal stecken sollen, dass die Lebensmittelampel nichts mit einer SPD-FDP-Grünen-Koalition zu tun hat. Der Westerwelle hat die Ampel vor der Wahl nämlich so kategorisch ausgeschlossen, dass dem jetzt nicht beizubringen ist, dass die Lebensmittelampel was anderes ist. Dabei sind fast 70% der Deutschen für eine Ampel und wir hatten z.B. während unseres Schottlandurlaubs schon festgestellt, dass die Ampel von Verbrauchern, aber auch den Herstellern angenommen wird. Produkte mit roten Ampelfarben verschwinden keinesfalls vom Markt, sondern werden bewusster gekauft oder durch eine neue Rezeptur (z.B. weniger Salz) verbessert. Das Standardargument, dass mit der Ampel das gute Produkt Olivenöl nicht mehr gekauft würde, ist ja auch an den Haaren herbeigezogen. Eine rote Ampel bedeutet nicht, dass das Produkt nicht mehr gekauft werden soll, sondern dass es mit Bedacht und nicht in Litern genossen werden soll... Das ist natürlich auch mal ein Geschäftsmodell, das Finanztest da gerade vorstellt: Jetzt nach der Delle (hoffentlich) auf den Finanzmärkten entdecken einige Fondsgesellschaften zusätzlich zu den Verwaltungsgebühren auch noch erfolgsabhängige Gebühren. Von dem geringen Niveau aus von Erfolg zu sprechen, ist allerdings schon etwas dreist. Es geisterte ja grad durch die Presse: Die Verbraucherzentrale Hamburg hat in großem Stil Lebensmittelimitate, wie Analog-Käse und Gel-Schinken aufgedeckt. Das ist zwar keine aktuelle Erfindung, sondern teilweise schon seit Jahrzehnten bekannt, problematisch ist allerdings, dass dies nicht ausreichend gekennzeichnet und der Verbraucher somit in die Irre geführt wurde (und wird). Fast passend dazu ein Jubiläum: Heute vor 140 Jahren wurde der "Mutter der Lebensmittelimitate" das Patent zugewiesen: Margarine. Bei WDR2 gab es dazu heute im Stichtag einen interessanten kleinen Bericht, der noch ca. 4 Wochen als Podcast downloadbar ist. Vor kurzem hatte ich ja schon gefragt, ob die Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner ihre Entscheidung zum Verbot des Genmais aufgrund von Fakten oder nur wegen der politischen Großwetterlage gemacht hatte. Letzteres war wohl richtig, denn heute wurde der Anbau der Gen-Kartoffel genehmigt. Was sich da so plötzlich an der Faktenlage geändert haben soll? |
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