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Bundespräsidentenpostenproporzgeschacher

Vor zwei Wochen hat Bundes-Horst jeden Respekt vorm Amt des Bundespräsidenten vermissen lassen. Anstatt den Termin des Rücktritts auf nach der Sommerpause zu legen und uns somit nicht in ein politisches Sommerloch fallen zu lassen, musste Mutti einmal schnell handeln. Und das kann sie doch nicht. Sie kann nicht ad hoc einen präsidablen Kandidaten hervorzaubern. Wen auch? Pofalla? Die CDU hat niemanden. Mutti hat alle weggewatschelt und ins Koma regiert.

Und so offenbart sich das miese Spiel um Posten und Proporz. An unserem höchsten Amt. Uschi aka Zensursula durfte es nicht werden. Noch eine Frau, und dann noch eine protestantische, war der CDU nicht zuzumuten. Gauck konnte es nicht werden. Noch ein Ossi, und dann noch ein protestantischer war der CDU nicht zuzumuten.

Mehr als Wulff war da nicht mehr zu holen. Der Kandidat darf kein Charisma haben, darf nicht aufmüpfig sein, muss Mutti-kompatibel sein, kritiklos wäre auch nicht schlecht. Den hat sich Mutti ausgesucht. Und Wulff hat dankend zugesagt. Seine letzte Chance aus der Provinz zu entkommen, noch mal die weite Welt zu sehen. Mutti zu beerben, daran hat er wohl nicht mehr geglaubt.

Mit 51 schon keine Perspektiven mehr zu haben. Außer auf Rente mit 56. Andere reden von der Rente jenseits der 65. "Ist das gerecht gegenüber denen, die arbeiten?" fragte auch schon besorgt Kristina Köhler-Schröder-Kohl, Ministerin für sonst. Gedöns.

Dabei ist sich Wulff seiner Sache nicht so sicher. Seinen Ministerpräsidentenposten gibt er vorsichtshalber nicht auf. Er weiß, dass es einige in der CDU geben könnte, die Mutti gerne mal eins auswischen würden. Manchen gefällt auch einfach der Gauck besser.

Auch um die Stimmen der FDP kann sich Wulff nicht sicher sein. Westerwelle hat in absolutistischer Fürstenmanier das Wohlwollen der FDP für jeden Kandidaten von Mutti gegen eine Steuererhöhungsdebatte verschachert. Allerdings revoltieren die Westerwelles Untertanen auf.

Die FDP-Landesverbände sehen nicht ein, was sie mit der Koalition im Bund zu tun haben. In der Tat. Von CDU, CSU und FDP wird der Posten des Staatsoberhauptes als Ergebnis der Koalition auf Bundesebene verkauft. In Thüringen z.B. regiert die FDP nicht mal mit der CDU, was schert die, die Koalition in Berlin? Die müssen sich noch nicht einmal um die Koalition auf Landesebene kümmern. Was hat die FDP in Sachsen von einer Unterstützung Wulffs? Westerwelles Geschacher auf Bundesebene hilft ihnen in Sachsen nicht weiter.

Und deshalb wird, als vorläufig letzter schäbiger Akt, das Überleben der Koalition an die Bundespräsidentenkür Wulffs geknüpft. Dabei ist das Amt des Bundespräsidenten kein Bestandteil der Bundesregierung. Aus gutem Grund. Aber die Koalition wird an dieser Personalie auch nicht zerbrechen. Die FDP müsste bei Neuwahlen um den Wiedereinzug bangen, die CDU um die Regierungsmacht. Lediglich der CSU ist die Regierung in Berlin egal. Das ist der Fluch und Segen einer Regionalpartei.

Welcher Zacken wäre aber Mutti aus der Krone gefallen, die Frage der Nachfolge Köhlers nicht übers Knie zu brechen? Es ist doch nur ein Winkaugust. Von daher werden wir auch mit Wulff leben können. Mit viel Glück macht er sich so rar wie zuletzt Köhler, dann bekommt man nicht mal mit, dass der Bewohner im Bellevue gewechselt hat. Aber auch Kohl hatte sich schon mal getäuscht, als er Richie von Weizsäcker ins Bundespräsidentenamt weglobte. Es spricht nichts dagegen, dass auch Wulff ein unbequemer Präsident werden könnte. Schließlich muss er sich doch einen rühmlichen Platz in den Geschichtsbüchern schaffen. Als Schnarchnase und Merkels zweiter Pofalla wird das schwer. Aber dazu muss er erst einmal die schwere Hypothek der schäbigen Inthronisierung loswerden.

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