Herzlich willkommen auf darktiger.org
Wir freuen uns, dass Sie auf die Website von Tanja Adamus und Maik Hetmank gefunden haben.
Sie finden unter Horch und Guck Rezensionen zu Konzerten, CD's, Kinofilmen, Computerspielen und allem Medialem, was uns sonst noch unter die Finger kommt.
Unser Chefkoch Ole-Gunnar Flojkar teilt gerne seine Rezepte und Weisheiten mit Ihnen.
Unsere Gedanken zum Tage, zum Weltgeschehen und alles, was uns sonst noch auf dem Herzen liegt, teilen wir Ihnen in unserem Blog Bitte hier ankreuzen! mit.
Ach ja, eine Linksammlung haben wir natürlich auch...

Italo Calvino "Wenn ein Reisender in einer Winternacht"

Ein Leser kauft den neuen Roman von Italo Calvino. Er gefällt ihm gut, doch etwas stimmt mit dem Buch nicht, wiederholt sich doch plötzlich der Inhalt. In der Buchhandlung erfährt er, dass es ein Problem mit dem neuen Calvino-Roman gab: Es sind mehrere Seiten eines polnischen Romans hineingeraten. Gut, denkt sich der Leser, da er mir so gut gefiehl, kaufe ich eben den polnischen Roman. Doch der Anfang passt so gar nicht zu dem, was er vorher gelesen hat und auch dieses Buch bricht plötzlich ab. Gemeinsam mit Ludmilla, die er in der Buchhandlung kennengelernt hat und die das gleiche Probleme mit den Romanen hat wie er selbst, macht sich der Leser auf die Suche nach dem Ende der gelesenen Geschichte - und findet stattdessen viele Anfänge...

Ich bin auf den Roman durch Dennis Scheck, den ARD-Literaturkritiker, aufmerksam geworden und es klang irgendwie interessant, so dass ich mich mal in anspruchsvollerer Literatur als üblich versucht habe. Insgesamt bin ich mit der Lektüre durchaus zufrieden, es war eine recht amüsante Reise durch die Welt der Lesenden und die vielen Romananfänge, die auf der Suche nach dem neuen Calvino (oder doch dem Roman des polnischen Autors?) durchlaufen werden. Genau die vielen Anfänge waren für jemanden wie mich, die ich ein Buch auch dann noch zu Ende lese, wenn es mir nicht gefällt, allerdings schon Folter. Gut gefallen haben mir die satirischen Töne an vielen Stellen sowie der Kniff mit dem Kapitelnamen. Ich werde hier nicht spoilern, aber das ist mir wirklich nicht aufgefallen. Mal schauen, es könnte sein, dass ich zukünftig noch ein weiteres Buch des Autors lesen werde, er scheint mir durchaus interessant.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
Horch und Guck: 
 

Nicole Böhm "Wer hat Angst vorm bösen Wolf?" (Das Vermächtnis des Grimms 1)

Kristin Collins hat eine besondere Fähigkeit: Sie kann zwischen den Zeilen eines Textes lesen und sieht dabei, was der Verfasser getan und gedacht hat, als er diesen schrieb. Eigentlich wollte sie durch Neuseeland reisen - allein, nachdem sich herausstellte, dass ihr Freund sie betrogen hat. Doch als die Fernsehbilder eines Mörders bei ihr eine intensive Vision auslösen, holt ihr Bruder Brayden sie nach Frankfurt zu einer CIA-Spezialeinheit. Kris muss erfahren, dass der Mord, über den sie den Bericht gesehen hat, nicht der Einzige gewesen ist: Eine ganze Serie von ihnen wurde begangen, Auslöser scheint eine Art Virus zu sein, das Black-Wolf genannt wird. Kris erkennt durch ihre Fähigkeiten jedoch die Wahrheit: Das Virus ist ein Fluch und der schwarze Wolf, auch Grimm genannt, existiert tatsächlich. Um das Wesen zu stoppen, setzt sich Kris bewusst weiteren Anlässen für ihre Visionen aus - die sie schließlich in eine märchenhafte Parallelwelt führen, wo sie nicht nur dem Tunichtgut Ash begegnet, sondern sich plötzlich auch mit dem Grimm konfrontiert sieht...

Ich hatte mir unter dem Buch ehrlich gesagt anhand des Klappentexts etwas anderes vorgestellt, mehr in Richtung Urban Fantasy gehend. Stattdessen gibt es jede Menge Elemente, die ich als märchenhaft einordnen würde, recht viel Handlung, die in der Vergangenheit spielt und eine Parallelwelt mit Magie und fantastischen Wesen. Ingesamt ist das Buch nicht schlecht, die Geschichte gut konstruiert und spannend erzählt. Lediglich an einigen kleinere Stellen könnte meiner Meinung besser gearbeitet werden. So finde ich es befremdlich, wenn ein Mensch des 14. Jahrhunderts mit dem Gedanken geschildert wird "Bin ich auf Droge?" Es muss ja nicht die exakte Sprache der damaligen Zeit sein, aber ein bisschen weniger Umgangssprache wäre doch auch möglich gewesen. Das Buch endet mit einem echt fiesen Cliffhanger und ich bin wirklich gespannt auf Band 2.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
Horch und Guck: 
 

Mira Grant "Feed - Viruszone"

Eigentlich wollten die Wissenschaftler*innen nur Heilmittel gegen zwei der verbreitetsten Krankheiten finden: Krebs und den Schnupfen. Doch die Kombination der vermeindlichen Heilmittel führte zu einer Katastrophe. Seitdem schlummert in allen Menschen ein Virus, das sie zu Zombies werden lässt. Wer stirbt, muss eine Kugel in den Kopf bekommen, um nicht als Untoter wieder aufzuerstehen. Spontane Vermehrung des Virus töten Menschen in kurzer Zeit und bedingen sogenannte Ausbrüche. Regelmäßige Bluttests zur Ermittlung der aktuellen Virenkonzentration bei Einzelnen sind ein ständiges Prozedere. Weil sich damals die etablierten Medien weigerten, über den Ausbruch der Krankheit zu berichten, sind mittlerweile Blogger*innen als Journalist*innen anerkannt und haben ihren Reporterkolleg*innen den Rang abgelaufen. Shaun und Georgia Mason sind als junge Blogger*innen gerade dabei sich eine immer größere Leserschaft zu erarbeiten, als sie ein unglaubliches Angebot erhalten: Sie wurden ausgewählt, den vielversprechenden Kandidaten Peter Ryman auf seiner Wahlkampftour als Präsidentschafts-Kandidat der Republikaner zu begleiten. Was zunächst wie das große Los wirkt und nach Rymans innerparteilichem Sieg verspricht, den potenziellen zukünftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten zu begleiten, entwickelt sich jedoch nach und nach zu einem Albtraum. Anschläge häufen sich und schließlich kommen Georgia und Shaun einer Verschwörung auf die Spur, deren Protagonist*innen nicht davor zurückschrecken, den Zombie-Virus als Waffe zu benutzen...

Vielleicht nicht unbedingt ein Buch, das jede*r aktuell lesen möchte, aber ich fand es sehr spannend, die Parallelen zur momentanen Situation zu ziehen. Werden wir in ein paar Jahren auch Ansammlungen von mehr als zehn Menschen beängstigend finden? Oder uns daran gewöhnen immer wieder auf ein Virus getestet zu werden? Davon abgesehen wird hier eine wirklich gute Idee zu einer spannenden Geschichte entwickelt, die durchaus zu fesseln versteht. Ein bisschen lahm fand ich allerdings die Auflösung - hier hatte ich anhand des Klappentexts irgendwie eine noch größere Verschwörung erwartet. Und kleine Logikfehler gibt es auch an einigen Stellen, vermutlich fehlte hier ein gutes Lektorat. Empfehlen würde ich das Buch aber trotzdem, ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
Horch und Guck: 
 

Markus Heitz "Aera - Die Rückkehr der Götter"

Die Welt im Jahr 2019 ist eine ganz andere, als wir sie kennen. Vor sieben Jahren erschienen plötzlich die Götter auf der Erde - jene Wesen, die man als Thor, Odin, Osiris etc. kannte. Sie zeigten sich ihren Anhänger*innen, traten in der Öffentlichkeit auf und wirkten Wunder. Die Menschen begannen wieder zu ihnen zu beten und sich von ihrem bisherigen Glauben abzuwenden. Ein Gott fehlte nämlich: Jener, der Juden, Christen und Muslime erschien nicht. Seitdem gelten diese Glaubensrichtungen als Sekten und werden teils agressiv verfolgt. In einer Welt vieler Gläubiger ist der Interpol-Ermittler Malleus Bourreau eine Besonderheit: Er ist einer der wenigen Atheisten auf der Welt. Als solcher ist er prädestiert dafür, in Fällen zu ermitteln, an denen Götter beteiligt sind. Denn Malleus hat weder Bedenken diese ins Kreuzverhör zu nehmen, noch sie im Notfall verhaften zu lassen. Sein neuer Fall beginnt zunächst wenig spektakulär, doch bald zeigt sich, dass an den aus dem Laden eines Hehlers gestohlenen Artefakten mehr dran ist, als es zunächst den Anschein hat. Und offenbar ist mehr als eine Person (oder gar eine Gottheit) bereit für die Stücke über Leichen zu gehen...

Hmm, eine Welt, in der fast alle Götter (wieder) da sind, aktiv in das Leben der Menschen eingreifen und einer der wenigen Atheisten als Polizist ermittelt? Klingt verrückt, funktioniert aber in diesem Buch sehr gut und macht großen Spaß beim Lesen. Man merkt natürlich, dass es ein Sammelband ist, der vormals als eBooks erschienene Bände zusammenfasst, aber das hat keine negativen Auswirkungen auf das Leseerleben. Ein bisschen frustrierend ist, dass das Buch auch am Ende einige Fragen offen lässt. Wer ist Malleus Bourreau (der Hammer des Henkers, wenn ich beide Worte richtig recherchiert habe) nun wirklich? Was hat es mit seinen merkwürdigen Zigarren auf sich? Und das sind nur zwei der vielen Fragen, die ich habe. Ich hoffe, dass sich der Autor in der Zukunft noch einmal in diese Welt begibt und eine Fortsetzung hier Abhilfe schafft. Bis dahin muss ich wohl geduldig sein, was mir zugegebenermaßen schwer fällt.

4
Durchschnitt: 4 (1 Bewertung)
Horch und Guck: 
 

Brian Lee Durfee "Das pechschwarze Herz" (Die fünf Kriegerengel 2)

Auf Gul Kana verschlimmern sich die Ereignisse: Während der König immer misstrauischer gegenüber seiner eigenen Familie wird und nur noch auf seine kirchlichen Ratgeber hört, versucht seine Schwester Jondrael mit den Folgen ihrer Verletzung aus dem Duell mit dem Erzritter Gault Aulbeck zu leben. Tala, die jüngere Schwester von Jondrael und König Jovan, muss dagegen erkennen, dass das mörderische Spiel des Bluthölzlers noch nicht zu Ende ist und immer weitere Kreise zieht. Auch scheint ihre Cousine Lawri immer noch nicht von der Vergiftung geheilt, sondern ganz im Gegenteil tiefgreifende Veränderungen durchzumachen. Der Waisenjunge Nail bricht mit seinen überlebenden Freunden aus Galgenhafen und Angehörigen der Bruderschaft von Mia auf, um zwei weitere Waffen der Kriegerengel zu finden, die sein Vormund Shawcroft versteckt hat. Doch die Orte, zu denen sich die Gefährten aufmachen, sind gefährliche Fallen und mehr als eine*r von ihnen wird sie nicht mehr lebend verlassen. Währenddessen rücken die Invasoren aus Sol Sevier weiter vor und hinterlassen Tod und Zerstörung an allen Orten...

Puh, die komplexe Handlung mit allen Personen und Strängen zusammenzufassen ist noch schwieriger als im ersten Band. Dabei gelingt es dem Autor trotzdem Spannung aufzubauen und so zu erzählen, dass Leser*innen weiter gut folgen können. Mich hat auch dieser Band der Reihe wieder sehr begeistert, die Welt ist detailliert entwickelt und für mich super faszinierend. Ich bin wirklich sehr gespannt auf die hoffentlich bald erscheinende Fortsetzung. Nur mit dem Klappentext des Buches gehe ich nicht konform - ich glaube nicht, dass schon bekannt ist, wer die Inkarnationen der Kriegerengel sind.

5
Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)
Horch und Guck: 
 

Jenn Lyons "Der Name aller Dinge" (Drachengesänge 2)

Seitdem Kihrin in der Hauptstadt den Schellenstein zerstört hat und damit einen Höllenmarsch der Dämonen in Gang setzte, ist er auf der Flucht. In einer abgelegenen Taverne trifft er auf die Joratin Janel Theranon, die genauso aussieht wie das Mädchen, welches ihm ein Dämon einst zeigte. Das Treffen ist nicht zufällig, wie Kihrin bald erkennen muss. Janel ist ebenso wie er in die Ereignisse um den Zauberer Relos Var und die Drachen verstrickt. Abwechselnd erzählen Janel und einer ihrer Begleiter Kihrin ihre Geschichte, der einmal mehr fast verzweifelt, als er erfahren muss, wie weit das von Var gespannte Netz reicht. Und zu allem Übel sucht Janel Kihrins Unterstützung bei einer scheinbar ausweglosen Mission: Ein Drache droht die joratische Hauptstadt anzugreifen, was zu unzähligen Todesopfern führen würde...

Wer sich mit dem ersten Band der Reihe schwergetan hat wie ich, den*die kann ich beruhigen: Der zweite ist deutlich besser. Zwar wird wieder in Rückblicken und mit jeder Menge Kommentaren in Fußnoten erzählt, aber dieses Mal war die Handlung für mich viel besser nachvollziehbar. Bis auf die Stellen, wo es um Kihrins Verwandschaftsverhältnisse ging, die er im Buch selbst damit kommentiert, dass es kompliziert würde, sobald der Stellenstein im Spiel ist. Die Handlung nimmt immer mehr Form an und das Buch endet mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger. Ich muss zugeben, ich bin jetzt doch soweit angefixt, dass ich mich auf Band 3 freue.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
Horch und Guck: 
 

Harlan Coben "Suche mich nicht"

Simon Green ist erfolgreicher Finanzberater, wohnt mit in Manhattan, seine Frau ist Ärztin und sie haben drei Kinder sowie einen Hund - dies könnte die perfekte amerikanische Bilderbuchfamilie sein. Könnte, wäre da nicht Tochter Paige, deren Drogenprobleme dazu führten, dass sie von Zuhause fortlief. Als Simon sie in einem New Yorker Park aufstöbert, kommt es zu einer Auseinandersetzung mit Paiges Freund Aaron. Drei Monate später steht die Polizei vor Simons Bürotür: Aaron ist ermordert worden und Paige verschwunden. Simon und seine Frau Ingrid setzen alles daran, ihre Tochter zu finden, doch die Suche führt zu einem schrecklichen Vorfall, bei dem Ingrid angeschossen wird und seitdem im Koma liegt. Simon muss nun alleine versuchen, Paige zu finden. Je tiefer er in der Vergangenheit seiner Tochter gräbt, desto deutlicher wird ihm, dass ein dunkles Familiengeheimnis der Grund für Paiges Drogenexperimente und ihr Verschwinden sein könnten. Bald muss sich Simon damit auseinandersetzen, ob er wirklich die Antworten auf seine Fragen erfahren wil...

Oh weh, hier werden aber alle typisch amerikanischen Stereotype bedient, die man sich vorstellen kann. Der heldenhafte Familienvater, der alles tut, um seine Frau und Kinder zu beschützen. Die perfekt aussehende Ehefrau und Mutter - natürlich zusätzlich noch gebildet und Ärztin. Etc, etc. Spannung wollte bei mir in dem Buch leider kaum aufkommen, nur den Teil mit der Sekte fand ich einigermaßen interessant. Und dass das Buch auch Selbstjustiz als etwas darstellt, was völlig gerechtfertigt ist, hat mich ebenfalls fassungslos gemacht. Dies war mein erstes Buch des Autors, ich hatte mir einen spannenden Thriller versprochen. Es wird wohl definitiv mein letztes gewesen sein, noch mehr in dem Tenor möchte ich wirklich nicht lesen.

1
Durchschnitt: 1 (1 Bewertung)
Horch und Guck: 
 

Simon Beckett "Die ewigen Toten"

Eigentlich ist es ein Routinefall, zu dem David Hunter von der Londoner Polizei gerufen wird. Im St.Jude, einem ehemaligen Krankenhaus, das demnächst abgerissen werden soll, wurde eine Frauenleiche gefunden. Vermutlich gehörte sie zur Drogenszene, die das verlassene Gebäude häufiger genutzt hatte. Doch Hunter erkennt bei der Untersuchung der Leiche schnell, dass die Frau zum Zeitpunkt ihrer Todes schwanger gewesen ist. Dann finden die Ermittler zufällig einen versteckten Raum - mit zwei weiteren Leichen. Und aus dem Routinefall werden emotionale und von der Öffentlichkeit genau beobachtete Ermittlungen. Zu allem Übel taucht auch eine alte Nemesis Hunters wieder auf der Bildfläche auf: Grace Strachnan, die schon einmal versucht hat, ihn zu töten, ist nicht nur am Leben, sondern offenbar in London...

Dies ist ehrlich gesagt der bisher schwächste Fall in der Reihe um den forensischen Anthropologen David Hunter. Die ganze Handlung wirkt auf mich extrem konstruiert und hat mich über weite Strecken gelangweilt. Hunters Fokussierung auf die seltsame alte Frau ist für mich völlig unerklärlich und allein die Begründung, dass er sich als Arzt hier bemüßigt fühlt, helfen zu müssen, hat mich überhaupt nicht überzeugt. Warum steht er dann nicht auch dauernd bei anderen Leuten in der Wohnung? Hier passt daher gar nichts und somit auch die Auflösung nicht. Zusätzlich wird noch die alte Geschichte um Grace Stratham aufgegriffen - offenbar wollte der Autor sie endlich loswerden. Dieses Ende als By-Product hat die Figur aber meiner Meinung nach überhaupt nicht verdient. Naja, ich hoffe, der nächste Band - sofern es denn einen geben wird - wird wieder besser.

2
Durchschnitt: 2 (1 Bewertung)
Horch und Guck: 
 

Mariette Lindstein "Die Sekte - Dein Albtraum nimmt kein Ende"

Sofia Baumann hat es geschafft: Sie hat sich von der Sekte um Franz Oswald losgesagt, mit Benjamin ein neues Leben aufgebaut und hilft nun anderen Sektenaussteiger*innen wieder Fuß im normalen Leben zu fassen. Dann zerstört ein Sturm das Haus, in dem sie die Aussteiger*innen aufnimmt und Sofia steht plötzlich vor dem Nichts. Und wie gerufen, steht Franz Oswald plötzlich wieder in ihrem Leben. Er bietet ihr Hilfe an, allerdings unter einer Bedingung: Er will wissen, wer der Vater von Sofias Tochter Julia ist. Sofia verweigert die Zusammenarbeit mit ihm so gut es möglich ist, aber es ist schwierig aus Franz' Spinnennetz zu entkommen, dass er unbemerkt schon wieder um sie gesponnen hat. Und als er merkt, dass er bei Sofia tatsächlich auf Granit beißt bzw. diese sich auf eine Weise wehrt, die ihn sehr hart trifft, versucht er es auf einem anderen Wege: Er nimmt direkten Kontakt zu Julia auf. Die ungestüme Teenagerin ist angetan von dem Interesse, das ihr der reifere Mann entgegen bringt, und seinem Charisma bald erlegen. Zeit für Franz Oswald die Schlinge enger zu ziehen und Julia nach Dimö einzuladen...

Oh weh, dieser dritte Band der Reihe um Sofia Baumann und Franz Oswald ist nun wirklich zum Gähnen langweilig. Neues wird uns als Leser*innen nicht mehr geboten, sondern nur das Bekannte aus den vorherigen Bänden wieder aufgewärmt. Da hilft es auch nichts, dass mit Sofias Tochter und einem der Söhne von Oswald nun die zweite Generation die Bühne der Romanhandlung betritt. Meiner Meinung nach ist die Geschichte schon im zweiten Teil auserzählt worden und hätte besser dort enden sollen. Mit Schrecken habe ich aber gesehen, dass der Verlag tatsächlich einen vierten Band angekündigt hat? Oh nö...

 

1
Durchschnitt: 1 (1 Bewertung)
Horch und Guck: 
 

Nicci French "Was sie nicht wusste"

Neve Connoly ist berufstätig, Ehefrau, Mutter dreier Kindern - und hat einen Geliebten. Als sie statt dem erwarteten Date in seiner Wohnung jedoch seine Leiche findet, handelt sie ohne nachzudenken und säubert den Tatort akribisch. Nun kann sie erst recht nicht offiziell die Polizei verständigen, hinterlässt aber einen anonymen Hinweis per Telefon. Doch damit fangen die Probleme erst an: Plötzlich steht Neve im Zentrum von Ereignissen, die scheinbar alle durch den Mord ausgelöst wurden. Und der ermittelnde Inspector von Scotland Yard scheint auch zu vermuten, dass sie mehr weiß, als sie sagen kann, oder warum taucht er immer in den ungünstigsten Momenten mit viel zu scharfsinnigen Fragen auf? Irgendwann wird Neve klar, dass sie Sache nur dann wieder loswird, wenn der oder die Täter*in gefasst wird und so beginnt sie selbst zu ermitteln. Doch ihre Nachforschungen bringen schnell eine viel bedrohlichere Frage zu Tage: Sollte möglicherweise Neve selbst das eigentliche Opfer der Mordes sein?

Ein unterhaltsames, gut geschriebenes Buch. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es wirklich ein Thriller ist. Stellenweise hatte ich eher das Gefühl hier eine Parodie auf das Genre zu lesen - insbesondere in den Szenen, in denen sich Neves Haus mit allen möglichen Personen füllt oder sie - ganz dem Klischee der Hausfrau und Mutter entsprechend - mal eben so diverse Aufgaben erfüllt und aufräumt, putzt etc. Ich hoffe zumindest, dass hier leichte Ironie durchschimmert, ansonsten wäre mir das echt zu viel Klischee. Die Auflösung, wer der Täter war, fand ich fast etwas fad - Hinweise auf die Person gab es vorher kaum, die Auflösung fiel doch etwas plötzlich vom Himmel. Das mag ich nicht so gerne, ich finde zumindest ein paar dezent gestreute Hinweise gehören dazu. Aber grundsätzlich habe ich mich gut unterhalten gefühlt und könnte mir durchaus vorstellen mehr von dem Autorenehepaar French zu lesen.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
Horch und Guck: 
 

Seiten

darktiger.org RSS abonnieren