Ökonomie

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Ich hatte ja vor kurzem bereits über die Altendorfer Hotelling-Döner-Straße berichtet. Ralf Dewenter und seine Kollegen vom Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie an der TU Illmenau haben sich dem Ilmenauer Dönerkartell gewidmet und hierzu eine wettbewerbstheoretische Fallstudie verfasst. In Illmenau erhöhten einige Dönerläden gemeinsam und einheitlich die Preise. Handelt es sich hierbei auch um eine Preisabsprache und welche allokativen Effekte gehen von koordininiertem Verhalten aus? Angesichts der koordinierten Preiserhöhung in unserer Hotelling-Döner-Straße könnte man das Illmenauer auch auf das Altendorfer Döner-Kartell übertragen.

Nur jeder vierte Autokauf wurde nach Berechnungen des IWH (vom Mai 2009) durch die Abwrackprämie ausgelöst, der große Rest waren Mitnahmeeffekte. Daneben bedeutete die Abwrackprämie für die Leasing- und Gebrauchtwagenbranche ein Desaster.

Wie schlecht muss eigentlich Windows Vista gewesen sein, dass SO der Veröffentlichung von Windows 7 entgegengehechelt wird. In der Presse war zu letzt ja allerhand darüber zu lesen, das Win 7 endlich getestet werden kann und juchhu bald in den Verkauf geht (Links fehlen mit Absicht). Man könnte fast meinen, das schlechte Vista war DER Marketing-Coup von MS der letzten Jahre. Auf die Idee muss man erst mal kommen: Bring ein Produkt auf dem Markt über das alle Welt schimpft, technische Schwächen aufweist, mit alter Hardware nicht zu Recht kommt, ..., also den Unmut der Kunden auf sich zieht um danach mit DER Innovation aufwarten zu können. Zusätzlich fällt es der Marketingabteilung nun natürlich auch leichter die Strahlkraft des neuen WIN 7 herauszustellen: Braucht weniger Speicher und sonstige Ressourcen... Kunststück nachdem man so einen Missgriff gestartet hatte. Aber der Marketing-Gag ist wohl gelungen und wird zusätzlich noch mit Kampfpreisen bei stark begrenzten Kontingenten angeheizt (das haben die sich bestimmt bei der Bahn abgeguckt).

Kann sich noch einer an das Geschrei der DFL erinnern, als vor ziemlich genau einem Jahr das Kartellamt das geplante Vermarktungsmodell von DFL und Sirius verbot? Nun die Befürchtungen haben sich wohl bewahrheitet. Die DFL baute die Spielansetzungen Pay-TV-kompatibel um und Premiere/Sky erhöht nun die Preise - da ja nun ein Mehrwert für die Zuschauer existiere. Genau das ist aber der Grund, warum das Kartellamt eingeschritten ist: Ein gegenseitiges Vermarktungsmonopol /-kartell sollte verhindert werden. Durch den fehlenden Wettbewerb (auf Angebots- als auch auf Nachfrageseite) können beide Seiten zum Nachteil der Konsumenten Sendezeiten und Preise bestimmen. 

Wenn man so tagtäglich zur Arbeit fährt und dabei Radio hört, bekommt man ja auch so manche Werbe-Kapriolen mit. Im Augenblick wollen mir die Stadtwerke weismachen, dass immer nur billig, zu teuer sei. Und die Stadtwerke gehören ja uns Bürgern und die Gewinne würden uns dann ja wieder zu gute kommen. Nun (berufsbedingt) habe ich da aber z.T. etwas anderes gehört: Da haben sich nämlich nach der Strommarktliberalisierung die ehemaligen Monopolisten im großen Stil bei den Stadtwerken eingekauft.

Ob die Schuldenbremse das geeignete Mittel ist, wurde ja schon mal angezweifelt. Nichtsdestotrotz ist die Schuldenbremse ja beschlossene Sache. Wie passt das aber mit den geplanten Bad Banks zusammen. Steinbrück will ja hierfür bürgen und da können nach Schätzungen schon mal 200 Mrd. € zusammenkommen. Nach der BaFin-Liste stehen sogar über 800 Mrd. € im Raum. Da bin ich mal gespannt mit welcher Naturkatastrope da eine Ausnahmeregelung beschlossen werden muss.

Gerade sehe ich eine interessante Frage, die Lars Fischer nebenan bei den WISSENSlogs stellt. Diesen Aspekt habe ich noch gar nicht betrachtet, finde ich aber sehr spannend und will versuchen aufzuklären.

Um was geht es eigentlich:

Allerorten heißt es ja, die Sperren würden dazu beitragen „den Markt für Kinderpornographie auszutrocknen“ (Guttenberg), bzw. der „kommerzielle Massenmarkt“ werde „entscheidend gestört“, wenn die Seiten vom Netz verschwinden (Familienministerium).

Diese Argumentation funktioniert im Verlagswesen seltsamerweise genau andersherum: Dort beschweren sich Verleger und Journalisten permanent, dass die im Internet verfügbaren Inhalte ihr Geschäftsmodell kaputtmachen, weil keiner mehr für Zeitungen bezahlen will. Jeder, der beruflich Texte produziert, wünscht sich im Grunde nichts sehnlicher als dass die ganze Online-Kostenloskultur möglichst schnell wieder verschwindet (d.h. genau das, was jetzt mit der Online-Kinderpornographie passiert). Weil man – grob gesagt – wegen der ganzen Internetseiten mit dem Produkt kein Geld mehr verdienen kann.

Anlässlich des Konjunkturpakets II in der die Bundesregierung ordentlich Geld unters Volk bringt, wurde auch eine Schuldenbremse angeregt. Diese soll den Ländern verbieten(!) Schulden aufzunehmen und dem Bund werden lediglich 0,35 % des BIP zugestanden.Ob diese ins Grundgesetz(!) gemeißelte Schuldenbremse sinnvoll ist, darüber streiten komischerweise die Politiker am wenigsten.

50 Mrd. € will die Bundesregierung in ihrem Konjunkturpaket II unters Volk bringen. Ans Volk denkt Sie dabei nur mit 18 Mrd. €, nicht dass Sie feuchte Augen kriegen, ob der hohen Summe. Na ja, die 18 Mrd. verteilen wir auch noch mal je zur Hälfte als Steuer- und Abgabenentlastung, schließlich will ja jeder im Kindergarten in der Koalition seinen Willen durchgesetzt wissen. Von den 9 Mrd. € Steuerentlastung sehen Sie dieses Jahr aber nur 3 Mrd... 

In einem Handelsblatt-Interview äußert sich der Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble auch zur aktuellen Finanzkrise und welche Lösungen die Union in der Schublade hat:

Kurzfristig müssen wir etwas anderes machen (...). Dazu gehört (...) nun eben auch eine starke Nachfragepolitik. Dem sollte sich die Union nicht mehr verschließen, wir müssen umdenken - ja sogar durchaus keynesianisch.

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