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Leigh Bardugo "Das Lied der Krähen"

Ketterdam ist nicht nur eine Hafen- sondern vor allem auch eine Handelsstadt. Womit dabei aber gehandelt wird, kann höchst unterschiedlich sein, so dass die Stadt nicht nur Kaufleute beherbergt, sondern auch unzählige kriminelle Banden. Eine von ihnen sind die Krähen, die in dem jugendlichen Kaz Brekker einen ebenso rätselhaften wie genialen Anführer gefunden haben. Eines Tages bietet ein Kaufmann Brekker ein schier unglaubliches Geschäft an: Eine neue Droge, die vor allem bei Grisha wirkt, könnte sich als äußerst bedrohlich für das bestehende Wirtschafts- und Kriminalitätssystem erweisen. Um dies zu verhindern, soll Brekker den Mann finden, der die Droge entwickelt hat. Das Problem: Er sitzt im Eistribunal, dem Hochsicherheitsgefängnis der Ferdan. Noch niemanden ist es gelungen dort einzubrechen. Brekker nimmt die Herausforderung an und macht sich gemeinsam mit ausgewählten Mitgliedern der Krähen auf den Weg. Und es sieht so aus, als hätte er tatsächlich einen Plan, der funktionieren könnte...

Wow, ich bin begeistert. Ich fand ja bereits die Legenden der Grischa der Autorin gut, aber mit den Krähen ist ihr ein absolut geniales Buch gelungen. Auf der einen Seite macht es einfach Spaß zu lesen, weil eine tolle Geschichte mit faszinierenden Charakteren erzählt wird, die in Erinnerung bleiben und mit denen Leser*innen einfach mitfiebern müssen. Auf der anderen Seite gelingt der Autorin eine Meisterleistung in Sachen Diversität: Nicht nur, dass die Charaktere einfach nicht in das klassische Schwarz-Weiß bzw. Gut-Böse-Schema passen, sie kommen auch mit sehr fein erdachten Hintergründen daher, die Traumata, Homosexualität und Behinderungen umfassen. Kurz und gut, ich hab das Buch begeistert gelesen und bin sehr gespannt auf den zweiten Teil, der bereits auf dem Bücherstapel für die zukünftige Lektüre liegt.

5
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Kevin Hearne "Das Spiel des Barden" (Fintans Saga 1)

Der Kontinent Teldwen wird von verschiedenen Bedrohungen heimgesucht: Während sich das Volk der Hathrad nach einem Vulkanausbruch eine neue Heimat suchen muss und diese an einen Ort verlegt, der ihren Nachbarn gar nicht gefällt, werden mehrere Städt von einer mysteriösen Arme angegriffen. Das Volk, aus dem sie besteht, hat noch nie jemand gesehen und auch die Sprache der Eindringliche ist unverständlich. Einzig die Stadt Pelemyn kann den Angriff abwehren und wird damit zum Zufluchtsort für eine große Anzahl an Flüchtlingen. Eines Tages erscheint der Barde Fintan in der Stadt und erhält die Erlaubnis den Bewohner*innen die Geschichte hinter den aktuellen Ereignissen zu erzählen. Aus der Perspektive unterschiedlicher Beteiligter webt der Barde eine faszinierende und komplexe Geschichte, mit der er sein Publikum Abend um Abend begeistert...

Wow, das ist Fantasy at its best. Kevin Hearne liefert mit dem Auftakt dieser Serie wirklich eine toll entwickelte Welt ab mit vielen gut entwickelten Charakteren, die gerade mit den Details Spaß machen. Wo sonst hat man eine Figur, die eine unglaubliche Vorliebe für Senf hat? Die einzelnen Völker sind ebenfalls innovativ und mit vielen faszinierenden Ideen beschrieben. Ich habe das Buch recht schnell durchgelesen, weil es mir wirklich schwergefallen ist, es aus der Hand zu legen - auf aufgrund der coolen Idee, den Barden Fintan jeden Tag auftreten und seine Geschichte weitererzählen zu lassen. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung der Handlungen in Band 2.

5
Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)
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Christina Henry "Dunkelheit im Spielland" (Die Chroniken von Alice 3)

Das Buch ist erneut in der Welt der finsteren Neuinterpretation von Alice im Wunderland der Autorin angesiedelt. Anders als in den beiden Vorgängern beinhaltet es dieses Mal jedoch vier Kurzgeschichten, die Haupthandlung um Alice und Hatcher dient zwar als Hintergrund, wird jedoch nicht wirklich weitergeführt. Zwei der Geschichten haben Alice als Hauptfigur, eine ihrer kleine Schwester Elizabeth und die vierte handelt von Hatchers Vergangenheit als Nicolas. Mir haben die Geschichten gut gefallen, ich muss jedoch sagen, dass ich sie etwas schwächer als die kompletten Romane finde. Meiner Meinung nach liegt die Stärke der Autorin nicht im Kurzformat, sie kann den besonderen Clou dieser Gattung nicht wirklich ausspielen. Das Buch macht für mich nur Sinn, wenn man die beiden anderen Bände gelesen hat, daher würde ich es nur Leser*innen empfehlen, die dies auch getan haben und die Reihe mochten.

4
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Kim Rabe "Berlin Monster - Nachts sind alle Mörder grau"

Vor dreißig Jahren traf eine Bombe eine Forschungseinrichtung in Berlin und sorgte dafür, dass sich überall auf der Welt der Aberglaube der Menschen manifestierte. Seitdem leben Zwerge, Trolle, Hexen, Fairies und Dämonen auf der Welt. Die übernatürlichen Wesen werden von den Menschen als Stifs bezeichnet und mal mehr, mal weniger akzeptiert. Lucy Wayne ist eine Ex-Polizistin, die mittlerweile als Privatdetektivin ihr Geld verdient. Obwohl sie selbst ein Mensch ist, hat sie sich darauf spezialisiert, Aufträge von Stifs anzunehmen. Ihr neuer Fall scheint typisch für ihre Arbeit zu sein: Eine Klientin möchte, dass sie ihre verschwundene Freundin findet. Doch je mehr Lucy über die vermisste Fairie herausfindet, desto mehr scheint jemand verhindern zu wollen, dass sie den Fall löst. Als sie schließlich Verbindungen zu einer Mordserie, die angeblich von einem Werwolf begangen wird, entdeckt, ist nicht nur sie in Gefahr, sondern auch ihre Stif-Freund*innen Aki und Lore...

Dies war mal wieder eins der Bücher, bei denen ich länger überlegt habe, ob ich es kaufe oder nicht. Meine Vermutung war, dass es sich entweder als sehr toll oder sehr schlecht herausstellen wird - zum Glück war es ersteres. Mir hat die Welt, die die Autorin erschaffen hat, recht gut gefallen; die grundsätzliche Idee ist zwar in ähnlicher Form schon in anderen Büchern aufgetaucht, aber ich finde sie trotzdem noch originell genug. Dann ist es natürlich schon cool, dass das Buch in Berlin spielt, das habe ich bei Urban-Fantasy bisher eher selten gefunden. Und schließlich wird eine richtig gute Detektiv*innen-Geschichte erzählt, hier kommt also noch ein zweites Genre mit dazu, das ich sehr gerne mag. Daher kann ich das Buch nur sehr empfehlen.

5
Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)
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Leigh Bardugo "Lodernde Schwingen" (Die Legenden der Grisha 3)

Alinas Konfrontation mit dem Dunklen hat sie schwer verletzt und ihre Verbündeten entweder getötet oder zur Flucht gezwungen. Alina und Mal konnten in die unterirdische weiße Kathedrale fliehen, wo der Asket einen religiösen Kult um Sankta Alina, die Sonnenkriegerin, begründet hat. Alina fühlt sich nach ihrer Genesung allerdings dort gefangen, auch weil sie unter der Erde ihre Kräfte nicht einsetzen kann. Und dann will sie immer noch den Feuervogel finden, um den dritten Kräftemehrer zu erhalten und so doch noch gegen den Dunklen zu bestehen. Mit Unterstützung ihrer Freund*innen gelingt ihr schließlich nicht nur die Flucht, sondern sie findet auch Nikolai wieder, den zweiten Sohn des Zaren und mittlerweile Thronfolger. Gemeinsam entwickeln sie einen Plan, um den Kräftemehrer zu finden und den Dunklen entgültig von Ravkas Thron zu stürzen. Doch ihr Gegner erweist sich als mächtiger als gedacht und der dritte Kräftemehrer erfordert von Alina einen Preis, von dem sie nicht weiß, ob sie ihn zu zahlen bereit ist...

Auch der dritte Band der Reihe um Alina Starkov hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin weiß einfach, wie man spannende Geschichten und gute Charaktere entwickelt. Insbesondere die Hauptfigur ist in meinen Augen eine wirklich gute Mädchen- bzw. junge Frau-Figur, wie man sie ja mittlerweile immer häufiger antrifft. Ich kann das Buch sowie die gesamte Reihe nur absolut empfehlen.

5
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Joker

Arthur Fleck hat es nicht gerade leicht im Leben: Er träumt davon Comedian zu werden, doch aktuell reicht es nur zu einem Job als Clown, der für verschiedene Auftritte gemietet werden kann. Als ihn Jugendliche bei einem dieser Aufträge zusammenschlagen, übergibt ihm ein Kollege eine Waffe, die Arthur prompt bei einem Auftritt im örtlichen Kinderkrankenhaus aus der Tasche fällt. Nach diesem Zwischenfall ist er damit auch noch arbeitslos. Fleck, der bereits in psychiatrischer Behandlung ist, verfällt immer mehr dem Wahnsinn und kann bald kaum noch zwischen Realität und psychotischen Vorstellungen unterscheiden. Während seine Mutter ihm einredet, er sei der uneheliche Sohn von Thomas Wayne, wird Fleck durch eher ungewollt begangene Verbrecher zum Helden der Unterschicht von Gotham City - und schließlich zum "Joker"...

Ich war sehr gespannt auf diesen Film, über die schauspielerische Leistung von Joaquin Phoenix hatte ich schließlich schon jede Menge Lob gehört. Und diese ist wirklich beeindruckend. Die Darstellung des psychisch-kranken Looser gelingt ihm unglaublich fesselnd und mit vielen Nuancen. Der Film hat mich aber ehrlich gesagt trotzdem nicht begeistert. Das liegt für mich vor allem daran, dass hier eine Neuinterpretation der Erzählung um die Figur des Joker aus dem Batman-Universum versucht wird, die ich einfach nicht mitgehen mag. Joker als gescheiterter Stand-Up-Comedian? Das passt für mich einfach nicht, tut mir leid. Da hänge ich doch eindeutig an der klassischen Version, wie sie beispielsweise in der Verfilmung mit Jack Nicholson präsentiert wurde.

3
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Robert C. Marley "Inspector Swanson und das Schwarze Museum"

Was eine Zugfahrt in den verdienten Familienurlaub nach Schottland sein sollte, wird für Chiefinspector Donald Swanson zu einem neuen Fall. Ausgerechnet in dem Zug, den er und seine Familie auch genommen haben, wird ein Mann ermordet. Swanson übernimmt die erste Sicherung und Untersuchung des Tatorts und findet eine rätselhafte Botschaft bei dem Ermordeten, geschrieben in einem alten Freimaurer-Code. Swanson, selbst Mitglied der Bruderschaft, beschließt zu ermitteln: Zum einen, weil es ihm als Eingeweihten leichter fallen wird, Auskünfte zu erhalten und zum anderen, um vorurteilsfreie Ermittlungen sicherzustellen. Doch der Fall erweißt sich als komplexer und rätselhafter, als Swanson zunächst vermutet hatte. Dann taucht eine weitere Leiche und Fingerabdrücke. Und ehe er sich versehen kann, ist Swanson vom Ermittler zum Hauptverdächtigen geworden...

Wie alle Bücher aus der Reihe ist aus dieser Krimi grundsätzlich gut gelungen. Besonders gefallen hat mir, dass ich als Leser*in ein bisschen über die Freimaurer gelernt habe, eine Gesellschaft, über die bisher kaum etwas wusste. Gut fand ich auch, dass Arthur Conan Doyle mal wieder einen Auftritt hat - die Darstellung des Holmes-Autors finde ich sehr gelungen (wobei ich nicht beurteilen kann, ob sie historisch korrekt ist). Zu kritisieren habe ich den Titel des Buches - das schwarze Museum spielt meiner Meinung nach keine Rolle beim eigentlichen Fall bzw. wird der Bezug irgendwie als für mein Empfinden unnötige Klammer hergestellt. Ich finde das schade, denn ich denke, der Fall und damit das Buch hätten auch ohne dieses Element sehr gut funktioniert.

4
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Matt Ruff "Fool on the hill"

An der Cornell Universität gehen einige merkwürdige Dinge vor sich. Da ist der junge Schriftsteller S.T. George, der den Wind beeinflussen kann; die schöne Aurora, die zum Leidwesen ihres Vaters mit dem Langweiler Brian liiert ist; die Bohemier, eine ungewöhnliche Studierendenverbindung, sowie ihre Verbündeten und Gegner. Unsichtbar für die Menschen leben auf dem Campus auch Kobolde, bei denen Puck gerade versuchen muss, das Herz seiner Anbeteten Zephyr zurückzuerobern. Schließlich erscheinen auch der Mischlingshund Luther und Manxkater Blackjack auf dem Campus - Luther sucht den Himmel, um seinen Ziehvater wiederzusehen. Sie alle werden in die Ereignisse verstrickt, die ihren Lauf nehmen, als sich eine alte böse Macht wieder erhebt...

Das Buch mischt meiner Meinung nach zu viele Handlungsstränge und zu viele Ideen. Zwar finde ich alle Ideen einzeln betrachtet ziemlich pfiffig, denke aber, dass es besser gewesen wäre, sie zu trennen und mehrere Bücher oder einzelne Geschichten daraus zu machen. Ich hatte mir eine deutlich lustigere Geschichte versprochen, wurde aber in der Hinsicht ziemlich enttäuscht.

3
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Natasha Pulley "Der Uhrmacher in der Filigree Street"

Nathaniel Steppleton arbeitet als Telegrafist im britischen Innenministerium. Eigentlich ein sehr ruhiger Job, bis eines Tages eine Bombendrohung der irischen Nationalisten eingeht. Am selben Tag bricht jemand in Nathaniels Zimmer ein und hinterlässt dort eine merkwürdige Taschenuhr, deren Alarm ihm schließlich am Tag der Bombenanschläge rettet. Nathaniel will daraufhin mehr über die Uhr herausfinden und macht die Bekanntschaft des japanischen Uhrmachers Keita Mori, eines wahren Genies im Umgang mit mechanischen Uhrwerken. Scotland Yard verdächtigt den Japaner in die Anschläge verwickelt zu sein und so wird Nathaniel beauftragt, ihn auszuspionieren. Was er jedoch schließlich über Moris Geheimnis herausfindet, ist zu fantastisch um wahr sein zu können...

Ich war mir zunächst unsicher, was ich genau von dem Buch erwarten sollte - Krimi oder etwas in Richtung Steampunk? Es hat von allem etwas und passt dann doch wieder in keine Schublade, was aber nicht heißen soll, dass es mir nicht gefallen hat. Ganz im Gegenteil: Die Autorin ist eine sehr gute Erzählerin, die tolle Charaktere erschafft, die über erstaunliche Tiefe verfügen. Die Geschichte ist spannend und liest sich wirklich gut. Ein wenig enttäuscht hat mich die Auslösung am Ende - ich kann nicht begründen warum, aber ich hatte irgendwie etwas anderes erwartet.

4
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Christina Henry "Die schwarze Königin" (Die Chroniken von Alice 2)

Alice und Hatcher sind aus der Alten Stadt entkommen und befinden sich nun auf dem Weg nach Osten, um Hatchers dorthin verschleppte Tochter Jenny zu finden. Ihr Weg führt sie durch eine Wüste und einen rätselhaften Wald, in dem sie auf die Spuren zweier mächtiger Zauber*innen stoßen: den grauen König, der alles zu Asche verbrennt, und die weiße Königin, die Regeln aufstellt, die niemand kennt und bei Verstößen gegen diese grausame Strafen walten lässt. Alice gelingt es zwar, keine der Regeln zu übertreten, doch trotzdem schafft es die weiße Königin, sich Hatchers Wildheit zu Nutze zu machen und ihn in einen Wolf zu verwandeln. Nun ist Alice auf sich alleine gestellt und muss sich gegen die weiße Königin und ihren grausigen Handlanger, den Kobold, behaupten...

Die etwas andere Neuerzählung der Geschichte von Alice im Wunderland geht weiter und ist nicht weniger düster als der erste Band. Mir hat auch diese Fortsetzung sehr gut gefallen, gerade weil die Geschichte ungewöhnlich und ziemlich finster ist - ich mag so etwas einfach. Alice erhält als Figur etwas mehr Eigenständigkeit und wird weniger abhängig von Hatcher, eine durchaus positive Entwicklung für den Charakter. Auch die Gestaltung des Buches ist wieder sehr schön gemacht, es macht wirklich Spaß, es in der Hand zu halten und zu betrachten.

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