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Sarah Henning "The Blackgate Invitation"

Die Schwestern Wren und Ruby Jordain sind finanziell nicht gerade gut gestellt und müssen jobben, um sich Geld für das College zu verdienen. Als die reiche Mrs. Blackgate ihnen Geld dafür anbietet, dass sie bei einem Dinner die Rollen ihrer Enkelinnen übernehmen, sagen die beiden daher nicht "nein". Das Ganze klingt nach leicht verdientem Geld und einem unterhaltsamen Abend. Doch die Ereignisse nehmen eine unvorhergesehene Wendung. Kurz nach Ankunft wird die Gastgeberin ermordet und alle Anwesenden sitzen nun im Herrenhaus der Familie Hegemony fest. Denn außer Wren und Ruby sind alle Anderen Hexen, wie die beiden Schwestern mit Entsetzen erfahren. Der Geist der ermordeten Gastgeberin fordert die Erfüllung zweier Aufgaben: das Auffinden der vier Meisterrelikte und die Entlarvung des*der Mörder*in. Nur dann werden alle das Anwesen wieder verlassen können. Ruby und Wren müssen also mitspielen, wenn sie nicht wollen, dass alle erfahren, dass sie Hochstaplerinnen sind...

Das Buch ist eine sehr gelungene Mischung aus Krimi und Urban-Fantasy. Durch das Setting in dem abgeriegelten Anwesen steigt die Spannung zusätzlich, da auch Konflikte zwischen den Charakteren ausgetragen werden müssen. Das World Building ist okay, nicht zu komplex, aber logisch und verständlich - mehr kann man von einem Standalone auch eigentlich nicht erwarten. Teilweise waren es mir zu viele Konflikte und Auseinandersetzen zwischen den Beteiligten, das wurde auf Dauer etwas anstrengend. Die Liebesgeschichte hätte ich nicht unbedingt gebraucht und das Ende war mir etwas zu versöhnlich und happy in allen Punkten. Trotzdem ein sehr unterhaltsames Buch, das Spaß gemacht hat zu lesen.

4
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Emily Rudolf "Das Dinner"

Jonathan, Lotta, Tristan, Hannah und Kiano waren jahrelang Freund*innen und haben gemeinsam als Clique viel unternommen. Bis bei einem Musikfestival das sechste Mitglied, Maria, spurlos verschwunden ist. Was mit ihr passiert ist, blieb seitdem unklar und hat die Beziehungen der Gruppe verändert. Nach fünf Jahren laden Jonathan und Lotta die anderen nun in das Restaurant, das Jonathan seit kurzem führt, ein, um sich wie früher zu einem Krimidinner zu treffen. Doch das Rätsel um Maria liegt weiterhin schwer über dem Treffen, umso mehr als die Story im Krimidinner plötzlich immer mehr Parallelen zu den damaligen Ereignissen aufweist. Bald wird klar, dass hier jemand Aufklärung oder sogar Rache für das haben möchte, was damals passiert ist. Je weiter das Spiel voranschreitet, desto mehr Konflikte und Geheimnisse kommen ans Licht und es wird klar: Der*die Möder*in von Maria sitzt mit am Tisch...

Das Buch ist ein wirklich gelungener Thriller, der mich absolut gefesselt hat. Ich habe Kritiken an den vielen Erzählperspektiven und Zeitebenen gehört, die ich jedoch überhaupt nicht nachvollziehen kann, da die Kapitel entsprechend überschrieben sind. Ich fand die verschiedenen Perspektiven sogar gut, da man hierdurch noch besser miträtseln konnte. Die Plottwists fand ich sehr gelungen, ein oder zwei habe ich vorhergesehen, aber die meisten waren wirklich überraschend und stimmig. Ich kann das Buch sehr empfehlen und bin auf weitere Bücher der Autorin gespannt.

4
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Iliana Xander "Love, Mom"

Mackenzie Casper ist die Tochter der bekannten Thriller-Autorin E.V. Renge, doch das Verhältnis zu ihrer Mutter war bestenfalls als unterkühlt zu beschreiben.Als diese plötzlich stirbt, bleibt Mackenzie auch eher distanziert und versucht sich dem ganzen Trubel soweit es geht zu entziehen. Dann erhält sie plötzlich mysteriöse Briefe - offenbar geschrieben von ihrer Mutter in der Vergangenheit. Diese offenbaren einen ganz anderen Menschen und einige weitere Ungereimtheiten, die die junge Frau dazu veranlassen, gemeinsam mit ihrem besten Freund EJ zu recherchieren. Die beiden stoßen auf ein Geheimnis und Intrigen, die mehr als ein Leben vernichtet haben...

Das Buch ist wirklich ein guter Thriller, spannend erzählt, angenehm zu lesen und mit so einigen überraschenden Wendungen, die ich nicht habe kommen sehen. Das ganze Setting war schon sehr perfide und wirklich gut durchdacht. Ich kann das Buch allen Thrillerfans nur empfehlen.

4
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Jerome Charyn "Ravage & Son"

Ben Ravage wächst im New York Ende des 19./ Anfang des 20. Jahrhunderts als Sohn einer alleinerziehenden Mutter auf. Als diese ins Irrenhaus eingewiesen wird, verbringt man Ben in ein Waisenhaus mit sadistischen Wärtern. Der Fürsprache eines Verlegers ist es zu verdanken, dass er in Havard Jura studieren kann und Rechtsanwalt wird. Doch statt ins Gericht zieht es Ben zur Kehillah, einer Art Privatpolizei reicher jüdischer Geschäftsleute. In deren Auftrag soll er nun den Mann suchen, der immer wieder die Prostituierten in der Allen Street angreift - und mit dem er enger verbunden ist als ihm lieb sein kann...

Irgendwie hatte ich mir anhand des Klappentexts etwas anderes unter dem Buch vorgestellt, daher war ich leider enttäuscht nach der Lektüre. Die Geschichte ist dabei nicht schlecht und die Figuren durchaus interessant, aber ich fand es wirklich sperrig zu lesen, bin nur sehr schwer in die Geschichte hereingekommen und wirklich mitgerissen hat mich die Handlung auch nicht. 

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Sebastian Fitzek "Das Kalendermädchen"

Psychologieprofessorin Olivia Rauch ist verzweifelt: Ihre Tochter Alma ist schwer erkrankt und nur eine Knochenmarkspende kann sie noch retten. Doch Alma wurde von ihr als Baby adoptiert und bisher konnten keine geeigneten Spender*innen gefunden werden. Die besten Chancen würden mit den leiblichen Eltern bestehen, in Almas Adoptionsakte steht jedoch der Hinweis, dass die Identität der Eltern auf keinen Fall preisgegeben werden darf, da der Mutter sonst Lebensgefahr drohe. Olivia ist trotzdem entschlossen alles zu tun, um ihre Tochter zu retten und macht sich daher auf die Suche nach der mysteriösen Frau. Dabei stößt sie auf die urbane Legende des Kalendermädchens und die Tradition des lebendigen Adventskalenders, die für eine junge Frau zu einer schrecklichen Bedrohung wurde...

Das Buch ist ein typischer Fitzek - die Geschichte ist spannend und liest sich sehr schnell. Man wird leicht in die Handlung hineingezogen und kann gut abends zum Abspannen lesen (wenn man denn mit Thrillern entspannen kann). Die Twists am Ende habe ich zum Teil kommen sehen, zum größten Teil aber nicht. Insgesamt kann ich das Buch Thrillerfans empfehlen.

4
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Walter Moers "Qwert"

Qwert ist ein gallertartiges Wesen und eigentlich in seiner Dimension ein Prinz - allerdings fiel er durch ein Dimensionsloch und landete in Zamonien, wo er gemeinsam mit Blaubär die Schulbank der Nachtschule drückte. Nun ist er erneut durch ein Dimensionsloch gefallen und in Ormea gelandet. Nachdem er irrtümlich eine Janusmeduse, das gefährlichste Wesen dieser Welt, befreit hat, muss er erkennen, dass er im Körper von Prinz Kaltbluth steckt: Held diverser Trivialromane und wie jeder gute Ritter mit einer Vielzahl an Feinden gesegnet. Zum Glück gibt es jedoch seinen treuen Knappen und das Reitwürmchen Schneesturm, die ihm durch manch brenzliche Situation helfen.

Das Buch ist wie jeder Roman von Walter Moers einfach genial. Ich kann die ganzen tollen Ideen gar nicht aufzählen, daher sei nur gesagt, dass es ein unglaublicher Lesespaß ist, den ich nur empfehlen kann. Wie immer ist das Hardcover leider recht teuer und auch ziemlich schwer (merkt man beim längeren Lesen), aber durch die tolle Gestaltung ist es die Anschaffung wirklich wert.

5
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Jaysea Lynn "For whom the belle tolls"

Lily ist tragisch recht früh an einer Krebserkrankung verstorben und erfährt zu ihrer eigenen Überraschung, dass sie im Jenseits dem Paradies zugeordnet wird. Da ihr die Zeit in ihrem gemütlichen Häuschen mit Unmengen von Büchern, leckerem Essen und gutem Kaffee jedoch schnell zu langweilig wird, sieht sie sich nach einer Beschäftigung um. Sie findet einen in der Ankunftshalle der Seelen und eröffnet den Hellp-Desk, wo sie ihre Erfahrungen im Kundendienst vor allem bei jenen Seelen einsetzt, die der Hölle zugeteilt werden. Schnell freundet sie sich mit ihren vor allem dämonischen Kolleg*innen an, von denen es ihr insbesondere Bel, ein Prinz der Hölle angetan hat...

Ih hatte mir das Buch wegen den Idee mit dem Hellp-Desk gekauft und einige witzige Situationen erwartet. Leider kommen diese nur sehr selten vor, stattdessen wird hier ein unglaublich kitschiger Liebesroman erzählt - halt nur mit Dämonen. Einige der Idee um die jenseitige Welt fand ich ja noch recht gut, aber all diese netten Dämonen? Das passte für mich nicht und wäre mir stellenweise auch selbst bei Engeln zu viel gewesen. Ich habe mich durch das Buch wirklich durchquälen müssen, es hat echt lange gedauert (was nicht nur an den über 800 Seiten lag) und ich habe es dann irgendwie mit festgelegten Lesezielen für jeden Tag geschafft. Leider kann ich daher so überhaupt keine Empfehlung aussprechen.

1
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Teresa Sporrer "Goddess of Fury - Dein Herz so steinern"

Euryale ist eine Halbgöttin, die Tochter von Circe, und ihr Lebensziel besteht darin eine Furie zu werden - so wie die Wesen, die sie seit Kindesbeinen umsorgt haben. Um dies zu erreichen, muss sie mehrere Aufgaben erfüllen, die ihre Ziehmütter ihr stellen. Die letzte und entscheidende führt sie in das viktorianische London, wo sie einen Riss zwischen der Welt der Menschen und der Unterwelt finden und verschließen soll. Während ihrer Suche macht sie die Bekanntschaft des jungen angehenden Geschichtsprofessors Deacon, der Lebensfäden sehen und manipulieren kann. Nach anfänglichen Auseinandersetzungen fühlen sich die beiden zueinander hingezogen, doch Deacon hat mehr mit Euryales Aufgabe zu tun als beide ahnen...

Griechische Mythologie und ein Setting im viktorianischen London - das waren die beiden Elemente, die das Buch für mich interessant gemacht haben. Insbesondere zu Beginn hat es mir auch sehr gut gefallen - es las sich auch sehr flüssig und die Story war spannend. Dann hat jedoch die Liebesgeschichte zwischen Euryale und Deacon nach meiner Meinung zu viel Raum eingenommen - und ich befürchte, dass sich hier wieder so ein Seelengefährten-Kram abzeichnet. Der Cliffhanger am Ende ist wirklich gemein und ich befürchte, dass ich nur wegen ihm trotzdem den zweiten (und finalen) Band lesen werde.

3
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R.F. Kuang "Im Zeichen der Mohnblume - Die Schamanin"

Rin wächst als Kriegswaise im Süden des Reiches Nikan auf. Für ihre Pflegeeltern ist sie vor allem eine billige Arbeitskraft, die sie schließlich an einen reichen alten Mann verheiraten wollen. Rins einzige Chance dieser Zwangsehe zu entgehen, sind die jährlichen Prüfungen, die sie zur Überraschung aller als beste ihrer Provinz besteht. Dies eröffnet ihr die Chance an der militärischen Eliteakademie der Hauptstadt Sinegard zu studieren, doch auch hier wird sie wegen ihrer Herkunft verachtet und muss gegen mehr Widerstände als ihre Mitschüler*innen ankämpfen. Bald jedoch zeigt sich, dass Rin Fähigkeiten hat, die ausgesprochen selten geworden sind: Sie ist eine Schamanin, die die Kraft der Götter kanalisieren kann. Dies wird vor allem dann umso wichtiger, als ein lange ruhender Konflikt wieder aufflammt und das Nachbarreich Nikan erobern will...

Ich bin bekennender Fan der Autorin und trotzdem habe ich etwas gebraucht, bis ich jetzt endlich angefangen habe, ihre Debütreihe zu lesen. Ich hatte einiges darüber gehört, dass es ziemlich traurig sein sollte (kann ich nur in Teilen zustimmen) bzw. stellenweise sehr heftig (das würde ich hingegen unterschreiben). Mir hat das Buch sehr gut gefallen, erzählt wird zwar eine klassische Grundstruktur der Fantasy, dies aber in einer sehr gut durchdachten Welt und mit gut konstruierten Charakteren. Die Anleihen an die asiatischen Mythen sowie Teile der realen asiatischen Geschichte haben mir ebenfalls sehr gut gefallen. Ich bin gespannt auf die beiden Folgebände (die ich jetzt hoffentlich etwas schneller lesen werde).

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M.L. Wang "Blood over bright haven"

Hohe Positionen innerhalb der magischen Universität von Tiran sind aus religiösen Gründen nur Männern vorbehalten, lediglich alle zehn Jahre erhält eine Frau die Chance, sich den Prüfungen für die Position der Hochmagier*innen zu stellen. Doch noch nie hat eine von ihnen diese bestanden. Die junge Sciona will die Erste sein, der dies gelingt - was auch tatsächlich eintritt. Doch entgegen ihrer Hoffnungen wird sie auch danach nicht als Ebenbürdige angesehen, sondern von ihren männlichen Kollegen weiterhin mit Verachtung gestraft. Statt eines Assistenten wird ihr der Hausmeister Thomil zugeteilt, dessen Herkunft als nomadischer Jäger des Volkes der Kwen sich jedoch bald als überaus nützlich erweist. Denn seine Sichtweisen, die so gänzlich anders sind als das, was Sciona bisher in ihren Büchern fand, helfen dem ungleichen Duo dabei, die Aufgabe, vor die alle Hochmagier gestellt wurden, zu lösen. Gleichzeitig erfährt Sciona jedoch auch Dinge über die Quelle ihrer Magie, die bisher vor ihr geheim gehalten wurden. Als sie die gesamte Bevölkerung von Tiran darüber aufklären will, löst sie eine Katastrophe aus...

Mir hat das Buch sehr gut gefallen - die Welt ist sehr durchdacht konstruiert und voll mit politischen und religiösen Elementen. Als Frau hat mich vieles davon wütend gemacht, konnte es doch nur als diskriminierend bezeichnet werden. Sciona ist eine gut konstruierte Hauptfigur, die mich völlig überzeugt hat - sie ist durch und durch Wissenschaftlerin und blendet zunächst die Fragen nach gesellschaftlicher Verantwortung ihrer Handlungen aus bzw. glaubt den offiziellen Behauptungen der Regierung und der Religion. Das Ende ist aus meiner Sicht sehr überzeugend, wenn auch leider etwas traurig, aber in anderer Variante hätte ich nicht glaubhaft gefunden. 

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