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Christoph Hardebusch "Die Trolle"

Das Land Wlachkis wurde vor über 100 Jahren von den Masriden, einem kriegerischen Reitervolk, überfallen und steht seitdem unter Fremdherrschaft. Doch der Widerstand der Wlachaken ist ungebrochen und die Herrscher versuchen mit allen Mitteln, diesen zu brechen. Der junge Krieger Sten cal Dabran ist einer der Widerstandskämpfer und dummerweise in die Hände seines ärgsten Gegners geraten. Dieser lässt ihn in einem Käfig im Wald aussetzen, damit er dort unbemerkt von Freund und Feind stirbt. Doch Sten wird gefunden - allerdings ist ihm zunächst nicht klar, ob er wirklich gefunden werden wollte. Den seine neuen Bekannten sind Trolle, riesige Krieger aus den Tiefen der Erde, die so ziemlich jedes Klischee erfüllen, das über ihr Volk erzählt wird. Sie sind an die Oberfläche gekommen, weil sich menschliche Magier in ihren uralten Krieg mit den Zwergen eingemischt haben und sich nun das Kriegsglück gegen die Trolle wendet. Sten erkennt bald, dass die Zwerge sich mit den Masriden verbündet haben und befürchtet das Schlimmste für sein Volk, denn die Masriden werden den Zwergen nicht ohne Gegenleistung helfen. Und so geht der Krieger ein ebenso unglaubliches wie schlagkräftiges Bündnis ein und macht sich mit fünf Trollen auf, seine und ihre Heimat zu retten...

Ich mag ja die verschiedenen Romanreihen, die unterschiedliche Völker der klassischen Fantasy jeweils in ihren Fokus stellen. Bei den Trollen bin ich jedoch etwas enttäuscht - offenbar ist dem Autor so wenig zu ihnen eingefallen, dass sie irgendwie immer die zweite Geige neben den Menschen spielen. Das ist schade, denn ich glaube, dass auch dieses Volk weitaus mehr zu bieten gehabt hätte. Ansonsten handelt es sich um einen klassischen Fantasyroman mit vielen Schlachten, Rettungen in letzte Minute, ein wenig Liebe und tragischen Verlusten von Freunden. Recht gut aufgebaut und ansprechend geschrieben, aber für meinen Geschmack einfach zu wenig Trollwelt, um den Titel des Buches gerecht zu werden.

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Markus Heitz "Die Zwerge"

Der Zwerg Tungdil ist als einstiges Findelkind bei dem menschlichen Magier Lot-Ionan aufgewachsen. Zwar entspricht er in seinem Wesen und mit seinem Talent fürs Schmieden allen Vorstellungen über sein Volk, Kontakt zu anderen Zwergen hatte er bisher jedoch nie. Das ändert sich erst, als ihn der Magus auf einen Botengang schickt, der jedoch nur Tarnung für einen heimlichen Plan ist: Tungdil endlich mit anderen Zwergen bekannt zu machen. Doch der Magier hätte sich kaum eine unpassendere Zeit für dieses Vorhaben aussuchen können: Bei der Zwergen steht die Wahl des neuen Großkönigs an, eigentlich eine Formsache, doch der Bewerber steht unter dem Einfluss eines Beraters, der mit allen Mitteln einen Krieg gegen die Elben vorantreiben will. Gleichzeitig breitet sich das tote Land und mit ihm Kreaturen wie Orks, Oger und Albae immer weiter aus. Und als eine merkwürdige Macht sich eines der mächtigsten Magier bemächtigt, stehen bald nicht nur die Reiche der Menschen auf dem Spiel. Ausgerechnet Tungdil wird plötzlich zum Mittelpunkt aller Ereignisse und Helden wider Willen...

Ich hab recht lange gebraucht, um Heitz wohl berühmtestes Buch endlich zu lesen - und das, obwohl ich den Autor mag und Zwerge generell großartig finde. Warum es gedauert hat, kann ich heute nicht sagen, aber dass ich es bedauere. Die Zwerge ist ein hervorragendes Buch: tolle Charaktere (Heitz trifft das Wesen der Zwerge meiner Meinung nach perfekt), ein gut konstruierte Welt, eine spannende Geschichte, faszinierende Bösewichten (Albae sind so fies, dass sie schon wieder faszinierend sind) und eine detaillierte Hintergrundgeschichte, die sich sicher noch in den Folgebänden entfalten wird. Wer klassische Fantasy mag, muss dieses Buch einfach lesen (auch wenn er*sie wie ich etwas spät damit dran ist).

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Paul Grossman "Schlafwandler"

Seitdem er den Fall der verschwundenen Straßenkinder aufgeklärt hat, ist Willi Kraus der Superstar der Berliner Kriminalpolizei. Dass jedoch Reichspräsident Hindenburgh persönlich ihn sehen will, überrascht den Ermittler. Der Fall ist jedoch hoch brisant: Eine bulgarische Prinzessin ist in Berlin verschwunden und Kraus soll die Vermisste schnellstmöglich finden, schließlich will Deutschland engere Beziehungen mit Bulgarien eingehen, die durch den Fall gefährdet scheinen. Kraus ist alles andere als begeistert von dem Auftrag, wurde doch gerade in Spandau eine Frauenleiche mit merkwürdig veränderten Beinen gefunden. Ihre Ermittlungen zeigen Kraus und seinem Team jedoch bald, dass beide Fälle zusammenhängen. Und ehe Kraus sich versehen kann, hat er in ein politisches Wespennest gestochen, denn die Verdächtigen sind alle Mitglieder der NSDAP, die sich gerade als aufstrebende Macht in der Parteienlandschaft etabliert. Für Kraus als Juden werden die Ermittlungen daher immer gefährlicher...

Auch das zweite Buch aus der Reihe um den Kriminalinspektor Willi Kraus ist sehr gut geschriebener historischer Krimi. Es wird eine sehr dichte Atmosphäre aufgebaut, man spürt als Leser*in förmlich, wie mit jedem Tag der Druck auf Kraus wächst (vielleicht auch, weil wir ja wissen, wie sich die historischen Ereignisse entwickelt haben). Geschickt vermischt der Autor dabei Fakten mit Fiktion und lässt historische Persönlichkeiten Kraus Weg kreuzen. Das Einzige, was mich stört, ist eine meiner Meinung nach deutliche Ungereimtheit (Achtung, möglicher Spoiler, ich versuche so unkonkret wie möglich zu formulieren): Kraus wurde angeblich auf eine aussichtlose Ermittlung angesetzt, um ihn zu diskreditieren. Warum dabei aber Spuren so gelegt wurden, dass sie ihn zu seinem anderen Fall bzw. dessen Lösung führten, macht doch keinen Sinn. Trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen bzw. an einem Tag verschlungen.

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Benedict Jacka "Das Labyrinth von London"

Alex Verus ist ein Magier, genauer gesagt ein Wahrsager. Diese sind selten in der magischen Gesellschaft und deshalb eigentlich recht anerkannt. Doch Verus hält sich von den anderen Magiern und insbesondere dem hohen Rat lieber fern. Er war einst der Lehrling eines Schwarzmagier, nachdem er jedoch versuchte, seinem Meister zu entkommen, wurde er von diesem gefangengehalten und gefoltert. Nur mit Mühe gelang ihm die Flucht - der hohe Rat der Magier tat nichts, um seinen Peiniger zu bestrafen. Seitdem hält sich Verus aus allem heraus und getreibt einen kleinen Laden in Campden, wo er (pseudo)magischen Krimskram verkauft. Als seine Freundin Luna jedoch einen merkwürdigen Würfel findet, wird Verus wieder in die Auseinandersetzungen der Magiergesellschaft hineingezogen. Der Würfel ist der Schlüssel zu einem alten und mächtigen Artefakt, das nicht nur verschiedene Fraktionen im hohen Rat an sich bringen wollen, sondern auch mehrere Schwarzmagier. Und ob er es will oder nicht - plötzlich wird Alex Verus häufiger mit seiner Vergangenheit konfrontiert als ihm lieb ist...

Ich hatte zunächst länger überlegt, ob ich mir das Buch kaufen soll - jetzt muss ich sagen, es war eine der besten Entdeckungen seit langem. Es ist spannend, witzig, hat tolle Figuren und eine gut konstruierte Welt. Der Ich-Erzähler hat genau jenes Maß an Selbstironie, das ich so schätze, und sein durchaus ambivalenter Charakter (ich vermute mal, dass da noch einiges in Alex' Vergangenheit begraben liegt) sind ein echter Gewinn für die Urban Fantasy. Ich verstehe nur nicht, dass es mit der Übersetzung so lange gedauert hat. Das Original ist von 2012 und im Englischen sind mittlerweile sieben Bände veröffentlicht. Ich hoffe nur, die schaffen es auch alle ins Deutsche - nicht, dass wie bei so vielen anderen Reihen auch wieder nach zwei Bänden Schluss ist.

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Justin Cronin "Die Spiegelstadt"

Fast 30 Jahre sind vergangen, seitdem Amy, das Mädchen von Nirgendwo, gemeinsam mit ihren Freunden die Zwölf, jene bösartigen Urvirals und mit ihnen alle von ihnen geschaffenen Virals, vernichtet hat. Die Menschen haben sich an ihr neues, sicheres Leben gewöhnt. Neue Siedlungen außerhalb der gesicherten Städte entstehen. Was niemand ahnt: Außer Amy und Carter hat noch ein Viral überlebt - Zero, jener Mann, der die Krankheit aus dem südamerikanischen Dschungel mitbracht. Timothy Fanning ist ein ehemaliger Professor für Biochemie und zutiefst vom Leben gebrochen, seit die Frau, die er liebte, an Krebs starb. Und der Wissenschaftler ist ein genialer Strategie. Dies in Kombination mit seinem Hass auf die Menschen, macht ihn zum gefährlisten Gegner überhaupt. Denn nicht alle Virals sind tot - sie warten auf den Befehl von Zero, um sich wieder auf die Menschen zu stürzen - Menschen, die nicht mehr wissen, wie sie sich schützen sollen. Erneut liegt es an einer kleinen Gruppe von Menschen und Amy die Zivilisation bzw. das, was von ihr übrig ist, zu retten...

Der dritte und aus meiner Sicht zum Glück letzte Band der Passagen-Trilogie - was soll ich dazu sagen, was ich nicht schon zu den beiden Vorgängerbänden geschrieben habe? Ich bin mit der Geschichte und Cronins Erzählweise einfach nicht warmgeworden. Das liegt nicht daran, dass es sich um ein schlechtes Buch handelt, ganz im Gegenteil. Cronin nimmt sich viel Zeit, um seine komplexe Handlung mit allen Figuren und Strängen zu entwickeln, dabei erzählt er zugleich bildgewaltig und extrem tiefschichtig. Aber für mich hat einfach das gewisse Etwas gefehlt, das dazu geführt hätte, dass mich dieses Buch restlos begeistert. So hab ich mich erneut tapfer durchgekämpft, bin aber immer noch kein Cronin-Fan. Wer jedoch die beiden ersten Bücher der Reihe schon mochte, wird sicher begeistert sein vom Abschluss der Geschichte um Amy.

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Rick Riordan "Die Schlacht um das Labyrinth" (Percy Jackson 4)

Der Krieg gegen die Titanen scheint immer unausweichlicher. Nicht nur, dass vermehrt Monster auftauchen und sich offenbar mehrere Nebengött*innen auf die Seite von Kronos geschlagen haben - nun sucht Luke auch noch nach dem Faden der Ariadne. Damit will er seine Armee durch Dädalus' Labyrinth führen, durch das man in kürzester Zeit große Entfernungen zurücklegen kann und an Ausgängen überall auf der Welt wieder herauskommt - und einer dieser Ausgänge führt mitten in das Camp Halfblood. Um den Angriff der Titanen zu stoppen, versuchen Percy, Annabeth und Grover daher Dädalus zu finden - in der Hoffnung, dass der Erbauer des Labyrinths das Schlimmste verhindern kann. Doch das Labyrinth ist tückig, voller Fallen und Bewohner, die keine Freunde der olympischen Götter sind. Und auch Dädalus ist keine Heldenfigur, seine Hilfe keineswegs sicher. Während die Freunde durch das Labyrinth irren, scheinen Kronos und Luke ihnen immer einen Schritt voraus, doch dann entdeckt Grover etwas, womit er am allerwenigsten an diesem Ort gerechnet hat: eine Spur des verschwundenen Gottes Pan...

Auch der vierte Band der Reihe hat mir aus den bereits früher schon angeführten Gründen wieder sehr gut gefallen. Es gibt endlich eine Auflösung für Grovers Suche nach Pan - auch wenn ich sie in dieser Form nicht erwartet hatte. Nico, der Sohn von Hades bekommt eine weit positivere Rolle und ist meiner Meinung nach neben Beckendorf der coolste Nebencharakter. Was mir ein bisschen auf die Nerven ging, war der Charakter von Annabeth, die sich durch weite Teile des Buches zickte. Das hat diese Figur nicht nötig und für die Handlung war es auch unsinnig.

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Rick Riordan "Der Fluch des Titanen" (Percy Jackson 3)

Der Krieg der Titanen gegen die olympischen Götter scheint immer unausweichlicher: Beim Versuch zwei junge Halbblute zu retten, entkommen Percy, Annabeth, Grover und Thalia nur um ein Haar mit dem Leben. Ein Mantikor hatte sich als ein durchaus härterer Gegner herausgestellt, als die Jugendlichen erwartet hatten. Nur dank der Göttin Artemis und ihren Jägerinnen ist die Sache noch einmal fast gut ausgegangen. Als Artemis jedoch spurlos verschwindet, während sie ein mysteriöses Monster jagt, steht eine neue Aufgabe für die Held*innen bevor. Percy mogelt sich zwar mehr unter die Gruppe, als dass er mitgenommen wird, doch er muss unbedingt dabei sein, um Annabeth wiederzufinden, die seit dem Kampf gegen den Mantikor verschollen ist. Bald schon wird klar, dass der Titan Kronos seinen nächsten Schachzug gemacht hat - und mit der Wiedererweckung seines Generals einen gefährlichen Gegner auf die Welt losgelassen hat, der sich selbst für den Sohn des Poseidon als zu mächtig erweisen könnte...

Eigentlich kann ich auch nur für den dritten Band wiederholen, was ich schon zu den beiden Vorgängern festgehalten habe: Spannende Geschichte, toll erzählt und mit vielen witzigen Einfällen in Bezug auf die Übertragung von griechischen Mythen in einen modernen Jugendroman. Die Rahmenhandlung hat in diesem Band richtig Fahrt aufgenommen und immer mehr Teile von Kronos Plan fügen sich zusammen. Kleiner Zusatztipp am Rande: Da das Buch im Winter spielt, liest es sich insbesondere bei heißen Außentemparaturen erstaunlich erfrischend.

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Ben Aaronovitch "Geister auf der Metropolitan Line"

In der Londoner U-Bahn spukt es. Geister erscheinen plötzlich auf der Metropolitan Line, sprechen Fahrgäste an und lösen sich dann ebenso schnell wieder auf, wie sie erschienen sind. Die Opfer erinnern sich immer nur kurz an die Begegnungen. Peter Grant, Englands einziger Polizist, der zugleich ein Magier in Ausbildung ist, wird hinzugezogen. Gemeinsam mit seiner Nichte Abigail, die ebenfalls eine Begabung für die Kunst zeigt, macht er sich an die Befragung der Geister und kommt so nicht einem Entführungsfall, sondern auch einem merkwürdigen Sammler auf die Spur...

Dieses Buch ist nicht der - vermutlich nicht nur von mir - sehnsüchtig erwartete siebte Band der Reihe um Peter Grant, sondern eine "Story", wie dem Cover zu entnehmen ist - also eine Art Novelle. Elemente der Rahmenhandlung der eigentlich Bücher werden nicht vorangetrieben (man sollte die anderen Bände aber kennen, um der Geschichte folgen zu können). Erzählt wird wie gewohnt aus Peters Sicht und im bekannten und beliebten Stil. Das Buch ist recht dünn und daher auch schnell gelesen, beinhaltet aber eine durchaus unterhaltsame Geschichte. Für Fans der Reihe als ein wenig Stoff um das Warten zu verkürzen.

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M.C. Beaton "Hamish fischt im Trüben" (Hamish Macbeth 1)

Lochdubh ist ein kleines, verschlafenes Dörfchen in den schottischen Highlands. Dorfpolizist Hamish Macbeth hat nicht viel zu tun, weiß aber, wie er sich möglichst günstig durchs Leben bringt (bspw. mit Gratiskaffee). Viele halten ihn für faul oder sogar ein wenig einfältig - dass sie damit jedoch völlig falsch liegen, zeigt sich, als in Lochdubh ein Mord passiert. Ein Gast in der örtlichen Angelschule wird tot aufgefunden - dass es kein natürlicher Tod war, steht schnell fest. Lady Jane, wie sich die Dame selbst nannte, war unter den anderen Angelschüler*innen alles andere als beliebt. Mit ihrer zickigen Art und den Andeutungen, mehr über die Vergangenheit aller zu wissen, hat sie sich keinesfalls Freunde gemacht. Als auch noch herauskommt, dass Lady Jane in Wahrheit eine Londoner Klatschkolumnistin war, deren typische Arbeitsweise ihrem Benehmen in Lochdubh entsprach, gibt es bald mehr als genug Verdächtige. Und obwohl ihn die Kriminalpolizei eigentlich mit allen Mitteln aus den Ermittlungen heraushalten will, ist es schließlich Dorfpolizist Hamish, der den Fall auflöst...

Ein witziger Krimi mit einer kultigen Hauptfigur, anders lässt sich Polizist Hamish wohl nicht beschreiben. Auf den ersten Blick wirkt er in der Tat etwas dümmlich, im Laufe der Geschichte stellt man als Leser*in jedoch fest, dass er etwas Eulenspiegelhaftes an sich hat und es offensichtlich verdammt gut versteht, durchs Leben zu kommen, ohne sich dem Stress auszusetzen, den andere Menschen ertragen müssen. Doch auch mit den anderen Figuren ist dem Autor ein herrlich böses Spiegelbild britischer Charaktere gelungen. Ich bin gespannt auf die weiteren Bände, muss aber sagen, dass ich neun Euro für ein Buch, das ich an einem Nachmittag durchgelesen habe, schon einen etwas hohen Preis finde.

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Oscar de Muriel "Die Schatten von Edinburgh" (Ein Fall für Frey & McGray 1)

Ian Frey kommt aus einer wohlhabenden Londoner Familie, zu etwas gebracht hat er es aber noch nicht so wirklich. Nachdem er sowohl sein Jura- als auch sein Medizinstudium abbrach, bringen ihn Beziehungen zur Londoner Polizei. Die Arbeit gefällt ihm und die Aufklärung einer Giftmordserie bringen ihm Respekt ein. Als jedoch sein Mentor in Ungnade fällt, verliert auch Frey seinen Job. Dass ausgerechnet an diesem Tag seine Verlobte ihre Bindung löst, trägt ebenfalls nicht zu seiner Aufmunterung bei. Und da ihn ohnehin nichts mehr in London hält, stimmt er einer Rückkehr in den Polizeidienst und Versetzung aus London weg zu. Dass es ihn aber ausgerechnet in Schottlands Hauptstadt Edinburgh verschlagen würden, hätte er nicht erwartet. Gemeinsam mit Inspektor Adolphous - Nine Nails - McGray soll er den Tod eines Geigers aufklären. Spuren am Tatort deuten auf einen Ritualmord hin, doch zu Freys Verzweiflung entpuppt sich sein neuer Vorgesetzer nicht nur als äußerst bärbeißig, sondern auch noch abergläubisch und ermittelt selbst mit der Hilfe einer Wahrsagerin. Bald schon zeigt sich, dass die Fähigkeiten beider Detektives gebraucht werden, denn der Geiger war nur das erste Opfer...

Ein wirklich tolles Buch. Dieser historische Krimi beinhaltet lauter Elemente, die ich an Büchern liebe: eine gut konstruierte, spannende Geschichte, interessante und tiefgehende Charaktere, einen guten Ich-Erzähler - zusätzlich spielt die Handlung in der schönsten Stadt der Welt und das auch noch im 19. Jahrhundert. Elemente aus Kriminalroman und Anleihen an unheimlicher Literatur werden gut miteinander kombiniert. Die Auseinandersetzungen zwischen den beiden ungleichen Hauptfiguren sind amüsant und machen Spaß zu lesen. Kurz und gut: Ich kann das Buch nur jedem*jeder empfehlen und bin sehr gespannt auf Band 2.

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