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Jonas Jonasson "Der Hundertjährige, der zurückkam um die Welt zu retten"

Eigentlich könnte es Allan Karlsson gut gehen: Er lebt im sonnigen Indonesien in einem Hotel und hat somit das ganze Jahr über Urlaub. Doch langsam aber sicher neigt sich das Geld aus dem einst erbeuteten Koffer dem Ende zu und außerdem ist Allan langweilig. Da trifft es sich eigentlich ganz gut, dass die Sache mit der Ballonfahrt schiefgeht und er und sein Freund Julius mitten im Ozean notlanden müssen. Dass sie ausgerechnet von einem nordkoreanischen Frachter gerettet werden, stellt sich dann zwar als nicht ganz so gut heraus, doch Allan weiß auch hier, wie er die Sache angehen muss. Schließlich besitzt er Wissen, dass die Nordkoreaner unbedingt haben möchten - nämlich über Atombomben. Und plötzlich steht Allan wieder im Zentrum des internationalen Interesses und macht unter anderem die Bekanntschaft der schwedischen Außenministerin und des amerikanischen Präsidenten. Und ehe Allan und Julius sich versehen können, führt sie ihre Reise über die USA und Schweden bis nach Afrika, immer begleitet von der alles entscheidenden Frage, wo sich denn am besten Spargel anbauen lässt.

Jonas Jonasson ist es erneut gelungen, einen herrlichen Schelmenroman zu schreiben. Das Buch ist witzig, politisch und hochaktuell - das muss man erst einmal hinkriegen. Wie auch im ersten Band überzeugt mich vor allem die Figur des Allan Karlsson, der einfach eine tolle Figur ist. Ein wenig schade, dass Allans Leben bereits erzählt worden ist, denn an diese Highlights kommt die Fortsetzung meiner Meinung nach einfach nicht heran. Aber den Hundertjährigen mit seiner unglaublich direkten Art nach Nordkorea zu schicken und dann auch noch auf Trump treffen zu lassen, ist wirklich ein literarischer Geniestreich. Ich habe mich bei der Lektüre tierisch amüsiert und hoffe, dass es anderen, die das Buch auch lesen, ähnlich geht.

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Samuel Bjork "Federgrab"

In einem Wald in der Nähe von Oslo macht ein Botaniker eine grausame Entdeckung: die nackte Leiche eines jungen Mädchens mitten in einem Pentagramm drapiert und mit Eulenfedern bedeckt. Die Ermittlungsgruppe um Holger Munch wird hinzugezogen, doch die Spuren sind äußerst dürftig. Das Mädchen lebte in einer Einrichtung für Jugendliche, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen können, galt zwar als beliebt aber auch sehr eigensinnig. Holger Munch gelingt es Mia Krüger zurück ins Team zu holen, die eigentlich vom Dienst freigestellt ist, bis ein Psychiater ihre Dienstfähigkeit nachweist. Doch auch ihr fällt es schwer, Licht in das Dunkle dieses Falles zu bringen. Erst als Gabriel Morck, der junge IT-Experte im Team, von einem ehemaligen Hackerfreund ein Video zugespielt wird, erhält der Fall neuen Schwung. Denn das Video zeigt, dass das tote Mädchen vor ihrer Ermordung gefangengehalten und wie ein Tier behandelt worden ist. Und auch der Täter ist zu sehen: ein Mann verkleidet als Eule. Die Ermittler*innen müssen sich beeilen, denn es vermehren sich die Hinweise, dass der Täter erneut zuschlagen wird...

Der zweite Fall von Mia Krüger und Holger Munch und ich kann mich meiner Review des ersten Bandes nur anschließen: Erneut ein toller skandinavischer Krimi, wieder mit einem sehr düsteren Fall und tollen Charakteren. Dieses Mal spielen auch andere Personen aus der Ermittlergruppe eine größere eigene Rolle, was dem Buch gut tut. Ein wenig schade finde ich, dass der Autor offenbar meint, dass seine Ermittler*innen immer auch persönlich in den Fall involviert sein müssen. Diese zusätzliche Komponente braucht es meiner Meinung nach nicht, damit die Geschichte funktioniert.

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Michel Pastoureau "Schwarz - Geschichte einer Farbe"

Ein sehr lieber Kollege hat mir dieses Buch geschenkt, nachdem er in einem Podcast davon gehört hatte. Er weiß von meiner Vorliebe für die Farbe Schwarz, daher fand er es wohl passend. Ich muss sagen, er hat sich nicht geirrt. Ich fand das Buch ganz hervorragend. Der Autor ist Historiker, die Inhalte sind daher offensichtlich gut recherchiert und es werden belegte Fakten dargestellt. Spannend war dabei vor allem für mich, welchen Wandel die Farbe Schwarz im Laufe der Zeiten durchgemacht hat - und dabei mal positiv, mal negativ konnotiert waren. Obwohl es sich um ein wissenschaftliches Sachbuch handelt, gelingt es dem Autor die Inhalte angenehm lesbar darzustellen - in angemessener, aber gut verständlicher Sprache. Die vielen Abbildungen sind eine weitere Bereicherung des Buches und unterstreichen die Aussagen auch noch anschaulich. Ich habe gesehen, dass es weitere Bücher zu anderen Farben und ihrer Geschichte vom selben Autor gibt. Schade, dass diese nur auf englisch und (noch?) nicht auf deutsch verfügbar sind. (Mit Ausnahme der Geschichte der Farbe Blau, allerdings ist hier das Format des Buches völlig anders, so dass ich befürchte, dass entweder die Abbildungen fehlen oder nicht zur Geltung kommen.) Auf jeden Fall kann ich das Buch jedem*r empfehlen, der*die historisch interessiert und/oder mehr über die Farbe Schwarz wissen mag. Und noch einmal vielen Dank an meinen Kollege für dieses tolle Geschenk.

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Andreas Gruber "Rachesommer"

Die Wiener Anwältin Evelyn Meyers will eigentlich nur beweisen, dass ein befreundeter Bauunternehmer nicht schuld daran ist, dass ein bekannter Kinderarzt in einen Kanal gestürzt und dort ertrunken ist. Doch ihre Ermittlungen führen sie plötzlich auf die Spur einer jungen Frau, die nicht nur vor seinem Tod mit dem Kinderarzt zusammen gesehen wurde, sondern sich nachweislich auch in der Nähe anderer Männer aufhielt, die kurze Zeit später ums Leben kamen. Als auch ein Kollege unter den Opfern ist, erwacht Evelyns Ermittlerinnendrang komplett. Gemeinsam mit dem Privatdetektiv Patrick Kragler verfolgt sie die Spur der schönen Unbekannten nach Deutschland. Dort trifft sie auf den Leipziger Kriminalkommissar Walter Pulaski, der eine Mordserie unter jungendlichen Insassen psychiatrischer Anstalten untersucht. So unwahrscheinlich es zunächst auch scheint, doch die beiden Fälle hängen zusammen. Evelyn und Walter sind auf der Spur einer Rächerin - und jemandem, der verhindern will, dass sie ihn findet...

Mit diesem Buch habe ich in eine weitere Reihe des Autors reingelesen - offenbar schreibt er gerne Reihen und hat ein Faible für ein Frauen-Männer-Gespann als Protagonisten. Der Fall war auch hier wieder sehr gut angelegt und spannend erzählt. Die Idee der Morde nach Geschichten aus dem Buch "Struwelpeter" fand ich wirklich genial und auch die stark psychologischen Passagen haben mir sehr gut gefallen. Walter Pulaski ist ein herrlich grantelnder Ermittler, wie ich ihn mag - nur mit der Anwältin Evelyn Meyers bin ich nicht hundertprozentig warm geworden. Da ist mir irgendwie zuviel weibliches Klischee in der Darstellung. Scheinbar werde ich mit Andreas Grubers Darstellung von Frauen einfach nicht warm.

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Mechtild Borrmann "Wer das Schweigen bricht"

Der Hamburger Arzt Robert Lubisch stößt in den Unterlagen seines verstorbenen Vaters auf merkwürdige Dokumente: einen SS-Ausweis und Entlassungspapiere auf den Namen Wilhelm Peters sowie das Foto einer schönen Frau. Lubisch sagt weder der Name noch das Foto etwas. Da ihm die Sache keine Ruhe lässt, beginnt er zu recherchieren. Ausgangspunkt ist der Stempel des Fotostudios, der ihn in das niederrheinische Städtchen Kranenburg führt. Dort lernt er die Journalistin Rita Albrecht kennen, die von Lubischs Geschichte fasziniert ist und beginnt in der Vergangenheit der Stadt und ihrer Bewohner nachzuforschen. Dabei kommt sie offenbar auf eine Spur, der sie besser nicht gefolgt wäre. Jemand scheint alles zu tun, damit die Geheimnisse der Vergangenheit geheim bleiben. Denn Lubisch ist mit den Dokumenten und dem Foto auf eine Geschichte gestoßen, die in den 1940er Jahren begann und erzählt, wie aus Freundschaft und enttäuschter Liebe Katastrophen entstehen können...

Eine Freundin hatte mir das Buch ausgeliehen, weil sie wusste, dass ich historische Krimis mag. Obwohl sie dann meinte, so ein richtiger Krimi wäre es nicht... Dem kann ich mich nicht anschließen, ich finde schon, dass es ein Krimi ist, vielleicht habe ich auch einfach eine weitere Definition dieses Genres. Die Geschichte wird dabei gut erzählt, ist logisch aufgebaut und hat eine recht überraschende, aber logische Auflösung. So mag ich nicht nur Krimis, sondern Bücher generell. Was ich aber schade finde, ist, dass die Figuren alle recht blass bleiben. Wirkliche Charaktere tauchen nicht auf, dabei hätte der Plot durchaus Chancen und Raum dafür gelassen. Schade, dass sich die Autorin hierfür nicht die Zeit genommen hat. Es wäre noch mehr drin gewesen.

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Denis Scheck "Schecks Kanon"

Denis Scheck kenne ich - wie vermutlich die meisten - aus dem Fernsehen. Ich mag seine Sendung "Druckfrisch" und hier vor allem seine doch recht spitzzüngigen Kommentare zu den aktuellen Spiegel-Bestsellerlisten. Manchmal war ich aber auch überrascht, wenn ihm Bücher, die ich mochte, offensichtlich auch gefallen hatten. Und nun hat der Literaturkritiker auch noch ein Buch dazu geschrieben, welche 100 Werke der Literatur man gelesen haben sollte. Wollte ich mir das wirklich antun? Ein Blick auf die Liste hat mich dann dazu verleitet, das Buch zu kaufen - und ich war angenehm überrascht bei der Lektüre. Schecks Auswahl ist bunt und spannend. Seine Begründungen zu jedem einzelnen Buch zeigen, dass er vor allem eines ist: ein Liebhaber guter Literatur. Ob es sich dabei um Klassiker oder Neuerscheinungen, namhafte Autor*innen oder Newcomer*innen handelt, ist ihm egal. Bei jedem Eintrag in seinen Kanon wird deutlich, was dieses Buch für ihn so besonders macht. Das gefällt mir wirklich gut. Ich befürchte allerdings, dass ich trotzdem nicht alle seiner Empfehlungen lesen werde, auch wenn er noch so begeistert davon war. Ein paar haben es allerdings auf meinen Wunschzettel geschafft - bin gespannt, wie die Lektüre sein wird.

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Sophie Oliver "Die Gentlemen vom Sebastian Club"

Der Sebastian Club in London ist zwar angesehen, allerdings wird seinen Mitgliedern auch nachgesagt etwas exzentrisch zu sein. Kein Wunder also, dass es in diesem Club einen Kreis von Männern gibt, der in komplizierten Kriminalfällen ermittelt. Erstaunlicher schon eher, dass die Herren so erfolgreich sind, dass sie sich mittlerweile selbst die Anerkennung von Scotland Yard erworben haben. Der Vorsitzende der Gruppe hat mittlerweile schon eine neue Aufgabe für sich und seine Mitstreiter gefunden: drei Morde, die zunächst scheinbar nichts miteinander zu tun haben, doch er ist davon überzeugt, dass es doch einen bisher unerkannten Zusammenhang gibt. Die Männer beginnen zu ermitteln und kommen bald einem Geheimnis auf die Spur, dass in die Kindheit der Opfer zurückreicht und sich um einen wertvollen, seit langem verschwundenen Diamanten dreht. Doch so clever die Gentlemen des Clubs auch in ihren Ermittlungen sein mögen, zwei Mitglieder spielen nicht mit offenen Karten...

Mich hat das Buch etwas enttäuscht. Ich hatte mich auf diesen viktorianischen Krimi gefreut, aber irgendwie ist der Funke nicht übergesprungen. Vor allem hat es mir an Atmosphäre gefehlt und die Charaktere blieben einfach zu flach. Der Fall selbst ist recht gut angelegt, schön mysteriös, um dann logisch aufgeklärt zu werden. Warum es unbedingt der Figur von Freddie bedarf, hat sich mir nicht erschlossen, und auch die aufgepropfte Liebesgeschichte war mir too much. Schade, dabei hätte der Plot an sich durchaus Potenzial gehabt.

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Andreas Gruber "Todesfrist"

Sabine Nemez arbeitet im München beim Kriminaldauerdienst und ist daher mit Kriminalität und Verbrechen bestens vertraut. Als jedoch ihr Vater, der eigentlich in Köln lebt, plötzlich vor ihr steht und ihr erzählt, dass ihre Mutter entführt wurde, will sie ihm zunächst kaum glaube. Umso mehr, als er erklärt, dass der Entführer ihn vor ein Rätsel gestellt hat, dass er innerhalb von 48 Stunden lösen muss - schafft er dies nicht oder nimmt er Kontakt zur Polizei auf, stirbt ihre Mutter. Als dann jedoch die Leiche ihrer Mutter gefunden wird, muss Sabine erkennen, dass an der Geschichte doch etwas dran ist. Während für die Kolleg*innen vom LKA ihr Vater zum Hauptverdächtigen wird, will Sabine daran nicht glauben und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei macht sie nicht nur die Bekanntschaft des exzentrischen Profilers Maarten S. Sneijder vom BKA, sondern entdeckt auch, dass ihre Mutter nicht das erste Opfer des rätselhaften Entführers war. Die Spuren führen Sneijder und Nemez schließlich nach Wien, wo sie nicht nur den Täter suchen, sondern auch verhindern müssen, dass es weitere Opfer gibt...

Ein recht gut angelegter Thriller mit einem ungewöhnlichen, aber faszinierenden Ermittler*innenduo. Mir hat vor allem die psychologische Komponente an der Handlung gefallen und wie sich langsam aber immer deutlicher die Hintergrundgeschichte des Täters enthüllt hat. Mit Sneijder ist dem Autor echt ein Original gelungen, das sicher noch viel Potenzial für weitere Romane gibt. Die Figur der Sabine Nemez fand ich hingegen etwas ambivalent - ich mag es einfach nicht, wenn Polizist*innen in Fällen ermitteln, die sie selbst betreffen. Aus welchen Gründen das nicht geschehen soll, wird auch in diesem Buch deutlich. Auch finde ich die Kurzbeschreibung der beiden Figuren auf dem Klappentext gendertechnisch sehr unglücklich: Während bei Sneijder eher professionelle Merkmale im Fokus stehen (seine Dienstwaffe etc.), wird bei Sabine Nemez ihr Aussehen sowie ihre Familie beschrieben. Schade, ich dachte, wir wären mittlerweile weiter, was sowas angeht.

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Samuel Bjork "Engelskalt"

Ein Mädchen wird ermordet aufgefunden: gekleidet wie eine Puppe, mit Schultasche an einem Baum aufgehängt und einem Schild um den Hals, auf dem steht "Ich reise alleine". Der norwegischen Kripo ist klar, dass sie es mit einem höchstgefährlichen Täter zu hat und so reaktivieren sie Kommissar Holger Munch, der eigentlich in Ungnade gefallen und versetzt worden war. Munch weiß sofort, dass er diesen Fall nicht alleine lösen kann und so sucht er seine ehemalige Mitarbeitern Mia Krüger auf. Er findet sie schließlich auf einer einsamen Insel - und wie erwartet sieht Mia etwas, das bisher allen anderen verborgen geblieben ist: Auf den Fingernagel des Mädchens ist eine Zahl eingeritzt - sie haben es mit einem Serientäter zu tun und dies wird nicht sein einziges Opfer bleiben. Munch trommelt sein altes Team zusammen und obwohl sie mit allen Kräften ermitteln, gibt es bald weitere ermordete Kinder. Mia Krüger weiß, dass sie etwas in dem Fall übersieht, doch es gelingt ihr lange nicht das verborgene Muster hinter den Taten zu durchdringen. Als es ihr schließlich gelingt, ist es beinahe zu spät, denn der Täter hat es in Wahrheit auf ein Mitglied der Ermittlergruppe abgesehen...

Ein hervorragender Krimi in bester skandinavischer Tradition, mit einem extrem düsteren Fall und charakterstarken Figuren. Ich mag sowohl Munch als auch Mia Krüger. Beide sind sehr unterschiedliche Personen, aber jede*r auf eine eigene Art faszinierend und dabei gleichzeitig gute Ermittler*innen, die sich durch Logik und klassische Polizeiarbeit der Auflösung des Falles nähern. Bjork gelingt es dabei auch gut, zu Beginn verschiedene Fäden zu legen und nach und nach aufzudecken, wie die unterschiedlichen Ansätzen zusammengehören. Das führt zu einer logischen, aber (zumindest für mich) unvorhergesehenen Auflösung des Falls. Ich habe das Buch nahezu in einem Rutsch durchgelesen und bin gespannt auf die weiteren Fälle aus der Reihe. 

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Mariette Lindstein "Die Sekte - Es gibt kein Entkommen"

Sofia Baumann hat gerade ihr Studium abgeschlossen und weiß noch nicht, was sie beruflich machen soll. Als eine Freundin sie zu einem Vortrag von Franz Oswald mitnimmt, ist sie fasziniert von dem charismatischen Mann und seiner Idee einer anderen Art zu leben. Sie nimmt seine Einladung zu einer Probewoche bei Via Terra an und stellt fest, dass ihr sowohl Oswalds Programm als auch das Leben auf der einsamen Insel gefällt. So sagt sie schließlich auch zu, als ihr angeboten wird, für Oswald zu arbeiten und die Bibliothek der Gemeinschaft aufzubauen. Anfangs scheint alles ideal zu sein, doch bald kommen Sofia die ersten Zweifel. Die Regeln in der Gemeinschaft werden immer strenger und Oswald entpuppt sich immer mehr als ein sadistischer Tyrann, der seine Mitarbeiter verachtet. Je mehr Sofia herausfindet, desto stärker wird ihr Wunsch Via Terra wieder zu verlassen. Doch das ist schwieriger als zunächst vermutet, denn die Gemeinschaft stellt sich als fanatische Sekte heraus, deren Mitglieder immer noch ohne Zweifel alles glauben, was ihnen Franz Oswald erzählt...

Mich hat das Buch etwas zweispältig zurückgelassen. Einerseits halte ich es für einen wirklich spannenden Roman, der auch recht gut schildert, wie Menschen in die Fänge einer Sekte geraten können und warum es so schwierig ist, sich daraus wieder zu befreien. Der Autorin merkt man dabei an, dass sie hier auf eigene Erfahrungen zurückgreift und diese überzeugend schildert. (Offenbar war sie selbst lange Jahre Mitglied bei Scientology.) Teilweise kommt mir das Buch aber auch etwas zu übertrieben vor. Dass es Menschen wie Oswald gibt, die auf viele Personen beeindruckend wirken und diese manipulieren können, glaube ich ja noch. Aber Oswald scheint es mit nahezu jedem zu gelingen, dem*der er begegnet und seine super erotische Wirkung auf Frauen war mir dann auch etwas too much. Alles in allem aber ein spannendes und gut geschriebenes Buch. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

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