BILD

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Wenn Apple eine neue Schlüpper vorstellt, dann hat die ganze Welt Schnappatmung. So auch beim neuen iPad. Was daran so besonders gewesen sein soll, dass es auch in den heute-Sendungen des Koch-TV vorkommt, ich weiß es nicht. Aber Apple lädt ein und die ganzen Journalistenmeute Groupies machen sich in die Hose. BILD schickt da aber nicht irgendeine Azubine oder gar einen Redakteur hin. Nein! Da wird der Springer-Vorstand persönlich eingeflogen. Und wie bei einem Konzert von den New Kids on the Block (für die jüngeren Semester: Take That), bei dem die Mädels reihenweise in Ohnmacht vielen und sich jahrelang (oder bis zur nächsten Boygroup) nicht mehr wuschen, wenn sie eine Schweißperle der Hampelmänner traf, erging es auch Dr. Andreas Wiele

Wahnsinn! Echt? Ich will ein Kind von Dir! Willst Du mich adoptieren?

Stefan Niggemeier zelebriert anhand einer Milchmädchenrechnung der Bild das "ganze Elend des Journalismus von heute." Da werden Falschmeldungen unreflektiert, -recherchiert und -geprüft per "Script" veröffentlicht, auch nachträgliche Korrekturen oder ein "plötzlicher Rechercheflash" ändern nichts an der grundsätzlichen Verbreitung falscher Zahlen(interpretationen): "Wenn Journalisten Zahlen sehen, setzt bei ihnen der Verstand aus. (...) Der Zahlenfetisch der Massenmedien hat bizarre Ausmaße angenommen."

Kurz vor Weihnachten wurde das "Kaffeekartell" mit einer Geldbuße von knapp 160 Mio. €  bestraft. Nur kurze Zeit später geisterten "tatsächliche" Schadensummen von 4,8 Mrd. € durch die Presse. Wenn diese Summe stimmen würde, dass den Verbrauchern tatsächlich knapp 5 Mrd. € Schaden durch das Kartell entstanden sind bzw. im Umkehrschluss den Kartellmitglieder diese Summe als ungerechtfertigte Gewinn zuflössen, so stellt sich natürlich die Frage, ob die durch das Kartellamt angeordnete Strafzahlung hoch genug ausfiel bzw. ob die Kartellstrafen hoch genug sind um abzuschrecken?

So ein Jahresrückblick kann man natürlich erst am Ende des Jahres machen, nicht wie JBK, Gottschalk oder Gülle-Günther schon Anfang Dezember. Im Januar zeigt SAT 1 übrigens den Jahresrückblick 2010. Angeregt durch Nicole oder Annabell habe ich auch mal ein paar Keyfacts über 2009 zusammengefasst.

Viele haben sich ja gefragt, warum Kai Diekmann, Chefredakteur der Bild, Genosse der taz wurde. Schaut man sich hingegen einmal die Auflagenentwicklung seines Blatts an, so erweckt der Eintritt bei der taz eher den Anschein einer Zukunftsfürsorge für die Zeit nach Bild. Ich habe mir die Zahlen mal genauer angeschaut und sie scheinen einem (linearen) Trend zu folgen. Da könnte man also mal eine lineare Regression mittels der Methode der kleinsten Quadrate anwenden. Bei der Bild erhält man dann z.B. die lineare Regressionsgleichung:

Auflage_Bild=274,77-0,14t

und für die Bild am Sonntag

Auflage_BamS=189,76-0,09t.

Für t kann man jetzt das Jahr eingeben und erhält so die Auflage der Bild.

Auflage der BILD und BamS und Regressionsgeraden
(Quelle: Eigene Berechnungen, BILDblog, IVW, jeweils 3. Quartal)

Anscheinend zeigen die Bildungsreformen (Bologna, G8) erste Erfolge

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Dass das mit den BLÖD-Leser-und-Video-Reportern in einen Voyerismus mündet, bei dem ein harter trade-off zwischen "komm ich jetzt in BILD" und der einfachen Hilfeleistung seinen Mitbürgern gegenüber (meist aber medial unbeachtet) besteht, war ja schon seit Beginn der Aktion zu befürchten. Dabei muss es nicht unbedingt gleich um die Zivilcourage gehen, bei der kürzlich ein Mann zu Tode geprügelt wurde, auch ganz profane Dinge können dies sein. Ein aktuelles Beispiel zeigt gerade bild.de: Da klemmt einer Passantin ihre Handtasche über drei Stationen lang in der S-Bahn Tür fest. Nun könnte man der guten Frau natürlich helfen, würde bei so einer "Lappalie" allerdings nicht in der Bild erscheinen (und Honorar gäbe es erst Recht nicht). Also wird mit der Kamera "für Bild.de" draufgehalten. Die rechtliche Einschätzung dieser "Bild-Video-Reporter-Aktion" liefert die BLÖD passenderweise gleich mit:

Gleich neben der Tür ist eine Sprechtaste, um mit dem Fahrer zu sprechen. Mitreisende können auch in solchen Fällen die Notbremse ziehen. Wenn das nicht geschieht, ist das unterlassene Hilfeleistung. Es könnte eine Straftat sein! (Pressesprecher der Bahn Egbert Meyer-Lovis)

Und die BLÖD macht sich so auch noch zum Mittäter, da sie den Schund zeigt und die Plattform dafür liefert.

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Es ist wirklich kaum zu glauben, was BILD heute aufdeckt. Ulrike Folkerts hat Sex mit einem Mann:

Und das darf die doch nicht, die ist doch lesbisch. Das ist wirklich einen Artikel viel Text wert und lässt natürlich nur einen Schluss zu:

Hätte Dieter Althaus doch einmal auf mich gehört. Vor genau vier Monaten hatte ich ihn noch gewarnt, dass er sich nicht auf die Bild verlassen sollte, die hat bei solchen Sachen ein schlechtes Omen oder Karma. Nun, wer nicht hören will muss des Wählers Stimme spüren: Wahl verloren und Job weg. Althaus sieht jetzt alt aus.

PS: Eine gute kleine Zusammenfassung der vielen gescheiterten Wahlfeldzüge der Bild gibt es übrigens nebenan bei Stefan Niggemeier... 

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Anfang des Jahres hatte Bild.de die Blogsuchmaschine Twingly in ihre Seiten eingebaut. Kurze Zeit später kamen schon die ersten Gerüchte auf wurde bekannt, dass Bild die Verlinkung des Bild-Watchblogs BILDblog.de löscht. Es blieb wahrscheinlich nicht nur bei der Zensur von Bildblog, kritische Beiträge über Bild in Blogs gibt es wahrscheinlich mehr als positive oder reine Zitationsverlinkungen. Da saßen am Ende wohl mehr Praktikanten bei der Twingly-Recherche als in der Redaktion. Sang- und klanglos wurde jetzt(?) irgendwann Twingly wieder eingestaubt.

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