Eisern Union

In der englischen Woche ging es für den 1. FC Union zum Meidericher SV aus Duisburg. Für Fans einer Zweitligamannschaft sind diese Ansetzungen noch beschissener, als jene am Wochenende. Der Beginn dieses Risikospiels (es gab mal wieder nur Bleifrei an der Theke) war gespenstisch. Denn mit der Aktion "12:12 Ohne Stimme - Keine Stimmung" protestierten auch die Fans im Wedaustadion gegen das sog. "Sicherheitskonzept" der DFL. Auch ein Grund ins Stadion zu gehen und Teil des stillen Protests zu sein. Denn ich fühl' mich sicher! (Ich hatte auch bereits zur Vorreiterrolle des FCU gebloggt.)

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DFL, DFB und Bundesinnenministerium laden in letzter Zeit häufig zu Dialogen zum Monolog. Leider gehen ihre "Diskussions"papiere an der Realität und an den Problemen vorbei. Sie bieten keine Lösungen an. Außer den Fußball zu einem sterilem und emotionslosen Gebilde zu machen und die Probleme aus den Stadien zu verbannen - auf die Straße.

Der 1. FC Union Berlin zeigte dieser Einbahnstraße, insbesondere der Dialog- und Diskussionsunfähigkeit des DFB und der DFL bereits im Juli die rote Karte. Zum aktuellen Pamphlet "Sicheres Stadionerlebnis" (pdf) hat der Verein zusammen mit den Fans und Mitgliedern eine Gegenpositionierung (pdf) veröffentlicht. Dafür wurde der 1. FC Union Berlin jetzt vom Tagesspiegel als Vorreiter im deutschen Profifußball geadelt. Danke.

Jawoll, die Erstrundenpaarung des DFB-Pokals vom letzten Jahr wird wiederholt. Da freue ich mich ja besonders drauf:

  1. Exil-Unioner
  2. aus Essen
  3. neues Stadion
  4. Revanche

Diesmal wird es hoffentlich anders ausgehen als beim letzten Mal, ich hoffe da auch auf den "Fluch" des neuen Stadions.

Saisonabschluss. Zumindest für die Eisernen. Im oberen Niemandsland der Tabelle, Platz sieben und die "Ostmeisterschaft" scheinen einigermaßen sicher. Union konnte also gegen die um den Relegationsplatz kämpfenden Fortunen frei aufspielen. Ein Garant für eine spannende Partie?

Das Spiel begann auch recht munter mit einem leichten optischen Übergewicht für die Eisernen. Und bereits nach 10 Minuten hatte Union schon zwei dicke Chancen. Es kam allerdings, wie es so oft kommen musste: Der Gegner macht das Tor. Wie aus dem Nichts und nach einer lumpigen Ecke netzten die Fortunen nach einer Viertelstunde ein.

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Mal wieder was aus der Reihe unnütze Statistiken: Wieviel kostet eigentlich ein Tor? Das hat die Zeit mal ausgerechnet und kommt zu dem Ergebnis, dass der FC Bayern München die höchsten Kosten pro Tor bzw. Punkt aufweist. Hier aber gleich von Ineffizienz zu redern, scheint mir doch etwas zu voreilig geschossen. Auch wenn die Bayern auf der Soll-Seite die (relativ) höchsten Ausgaben haben, so muss für die Effizienzfrage nicht nur der "Erfolg" in Form von Punkten und Toren gegenübergestellt werden, sondern auch die Einnahmen durch Teilnahme an europäischen Pokalwettbewerben, TV-Gelder, Werbeeinnahmen betrachtet werden. Hier könnte die Sachlage v.a. in Bezug auf den FC Bayern München anders aussehen.

Für den 17. September war ganz überraschend ein Spiel des Hauptstadtvereins in der Meidericher Provinz angesetzt. Zumindest die Postkutsche muss diesen Termin recht kurzfristig in der MSV Geschäftsstelle vorbeigebracht haben, denn als ich pünktlich am Stadion ankam, sperrte die Volkspolizei den Zugang ab - bis die Kassenhäuschen besetzt wurden. Fünf Minuten vor Anpfiff wurden wir dann endlich zu den beiden Kartenhäuschen gelassen...

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Oh je, was für ein Spiel und was für ein bitteres, aber gerechtes Ende. Der 1. FC Wundervoll scheitert mal wieder in der ersten Runde des DFB-Pokals. Zumindest zum Schluss machten die Eisernen es noch ein wenig spannend und insgesamt wurden die Zuschauer mit Verlängerung und Elfmeterschießen auch ausreichend belohnt/gequält.

Union war eigentlich von Beginn an das bestimmende Team, setzte sich in der Essener Hälfte fest und hatte gefühlt 70% Ballbesitz. Nur der Zug zum Tor wollte sich nicht so recht einstellen. Man versuchte unbedingt mit Kurzpassspiel das Tor zu finden, durch die eng stehenden Essener fand man aber kaum Lücken und einen freien Mann.

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Es ist ziemlich genau 10 Jahre her, als ein Gastspiel des 1. FC Wundervoll gegen die Rot-Weißen aus Essen anstand. Spiele gegen den RWE haben immer einen besonderen Reiz. Ich kann mich noch an ein Spiel gegen St. Pauli erinnern (das war allerdings nach dem Gastspiel der Unioner), als wir auf dem Weg nach Hause unterhalb eines Hanges lang sollten. Oberhalb des Hanges wartete der Mob Essener "Fans", wir dann lieber ab, bis die Polizei die Lage wieder beruhigt hatte.

Am 17. Spieltag der Regionalligasaison 2000/01 ging es da zunächst etwas gesitterter zu. Die Unioner Fans durften den Gästeblock erst einmal nicht verlassen, die Tore blieben versperrt. Was natürlich zu entsprechenden Äußerungen, wie "die Mauer muss weg", "Wir wollen hier raus", "Reisefreiheit", auf Seiten der Unioner führte. Nach einer Karenzzeit wurden wir dann geschlossen zu Bussen geführt, die uns zum Essener Hauptbahnhof führten.

Zum Abschluss der Saison mussten die Eisernen - für die es um nichts mehr geht - zum um den Aufstieg spielenden Verein für Leidensgeschichten aus Bochum. Da ich beim letzten Auswärtsspiel hier in der Region leider verhindert war, war es nur logisch den Fahrstuhlverein des Ruhrgebiets zu besuchen. Belohnt wurde man bis zum Abpfiff mit herrlichem Wetter.

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