Klorakel

Bundespräsident Wulff hat sich bekanntlich heute zu seiner Kredit- und Urlaubsaffäre erklärt. Wer sich das ganze nicht in voller Länge antun möchte, die Kurzfassung lautet:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich sitze das alles aus.

Inhaltlich hat er nicht mehr gesagt, außer natürlich, dass er seinen Freunden keinerlei Vorteile [Update] gewährt hat.

Update: Und man sitzt aus...

20:45 Uhr. Warm up in Düsseldorf, warm up in Essen. Das zweite Halbfinale steht vor der Tür. Wie letztes Jahr kann es eigentlich nur besser werden. Verzichten müssen wir heute auf Steven Gätjen. Was ist schlimmer als Peter Urban? Peter Urban und Steven Gätjen. Ich hätte nie gedacht, dass mir der Peter doch so am Herzen liegen kann. Vielleicht haben wir ja wieder Glück und die Leitungen der Kommentatoren werden wieder gekappt. Toi, toi, toi.

Noch eine Stunde, dann startet der GrandPrix 2011. Dank Lena dieses Jahr aus Düsseldorf. Und ich blogge wie letztes Jahr wieder Live mit. Darüber, das Lena ihren Titel verteidigt habe ich mich ja bereits ausgelassen, d.h. aber nicht, das ich den Grand Prix boykottiere. Das habe ich nicht mal bei Ralf Siegel gemacht.

Vorteil ist dieses Jahr, dass das Halbfinale bei dem Deutschland nicht stimmberechtigt ist trotzdem bei einem Hauptprogramm übertragen wird (gleich auf ProSieben). Dadurch umgehen wir Probleme mit den Streams wie letztes Jahr. Zweiter Vorteil könnte sein, dass man zumindest auf ProSieben von der Schnarchnase Peter Urban verschont bleibt. Oh Nein!!! Peter Urban und Steven Gätjen moderieren gleich. Mist!

Den ersten richtigen Jahresrückblick von mir gab es letztes Jahr. Prognosen schon früher. So wollen wir es auch dieses Jahr halten. Um nicht mit Wiederholungen zu langweilen, wandele ich die Kategorien ein bissel ab und da wo sich nichts verändert hat, die lasse ich weg. Ach was, ich schreib einfach mal ein bissel was runter...

Ditt wars:

Vieles was mich und uns so bewegt hat, haben wir ja hier fleißig gebloggt. Obwohl die Schlagzahl etwas angezogen hat - kontinuierlich und stetig - ist dennoch vieles auf der Strecke geblieben über was ich und wir gerne noch gebloggt hätten.

Schön fand ich, dass ich dieses Jahr mal wieder etwas mehr Zeit und Muße hatte unter Ökonomie 7.0 zu bloggen - ist ja schließlich auch ein bissel mein Part hier im Blog -, aber auch da habe ich nicht alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte. Man glaubt immer gar nicht, wieviel Zeit das kostet und auch nicht immer hat man Bock sich nach der Arbeit noch durch (mehr oder weniger) tiefgründige Beiträge zu graben. Das verschiebt man dann auf morgen und irgendwann ist das dann doch schon wieder so lange her oder andere haben schon genug drüber gebloggt, dass man es dann doch lässt.

Christian Pfeiffer und sein Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen sind bekannt für ihre wissenschaftlich neutralen und methodisch einwandfreien Studien. Vor allem das Thema Computerspiele hat es dem Kriminologen angetan. Wenn es irgendwo irgendetwas zum Thema zu sagen gibt, dann ist Christian Pfeiffer zur Stelle. Wenn das Thema noch nicht einseitig genug behandelt wird, dann hilft Christian Pfeiffer nach. Manche nennen sowas auch Sucht. Christian Pfeiffer ist süchtig danach Computerspiele so darzustellen wie er meint, dass sie sein müssen. Das ist die Orientierung seiner Forschung.

Scheiß was auf Okrakel Paul. Der kann uns jetzt eh nicht mehr helfen. Das darktiger-Klorakel ist da viel besser:

Ende letzten Jahres hatte ich versucht einen exakten zeitlichen Abwärtstrend der Auflage der Bild Zeitung zu ermitteln. Um das auf Herz und Nieren zu prüfen, habe ich dann kurze Zeit später eine gewagte Prognose über die Auflage dieses Jahr (im dritten Quartal) gemacht: 3,14 Mio. mit einer Fehlertoleranz von 1% (oder anders gesagt: mit 99%-iger Genauigkeit). Und das hat auch wunderbar geklappt:

Quelle: BILDblog.

Damit hat das Ganze den Härtetest bestanden und in spätestens 23 Jahren ist dann alles vorbei.

Bei Telepolis verreißt Matthias Winkelmann gerade die halbjährlichen Konjunkturprognosen der fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute (WFI) (neu: vier Anbieter bzw. Bietergemeinschaften von Wirtschaftsforschungsinstituten). Er stellt die steile These auf, dass keine Konjunkturprognosen besser wären als die seiner Meinung nach grottenfalschen der WFI und man besser Octopus Paul befragen könnte.

Ich bin nun kein Empiriker, ich bin Theoretiker. Trotzdem muss ich einmal eine Lanze für die Empiriker brechen, soweit mir dies als Nicht-Empiriker möglich ist. Grundsätzlich habe ich auch ein Problem mit der (teilw.) Empiriegläubigkeit in der Volkswirtschaftslehre. An der Kritik sind die Empiriker z.T. aber nicht ganz unschuldig, denn schließlich suggerieren sie mit ihren genauen Zahlen eine Genauigkeit, die sie nie erfüllen können.

Letztes Wochenende habe ich ein Seminar in Leipzig durchgeführt. Wie sich das für Wirtschaftstheoretiker gehört wurden da natürlich auch Modelle durchgekaut. Diese Modelle und ihre Ergebnisse unterliegen natürlich allerlei Annahmen, so dass man zwangsläufig zu der Frage kommt, was die denn für die Realität taugen. Diese Modelle würden ja auch irgendwelche Unternehmensberater anschauen. Und danach empfehlen das Produkt genau jetzt einzuführen, zu jenem Preis, ... Und nun passt das gar nicht.

So eine WM ist ja auch immer ein großes Fest für Freunde der Ran-Datenbank. Die haben gestern auch mal die Fußballexperten des ZDF hervorgekramt und statistisch signifikant festgestellt, dass Deutschland bei allen drei bisherigen WM Titeln 1954, 1974 und 1990 gegen Serbien Jugoslawien gewonnen hatte. Tja, dann wird es wohl diesmal wieder nichts mit dem Titel.

So, aus gegebenem Anlass muss ich hier mal eine kleine Geschichte zum besten geben, die mir letztes Jahr im Urlaub passiert ist. An unserem letzten Tag in Edinburgh waren wir ja auf finaler Shoppingtour und ich habe es mir nicht nehmen lassen, auch ein wenig (au, ist ja gut Maik) jede Menge Tee zu kaufen. In einem kleinen Laden sprach mich der Verkäufer an, wohl aufgrund meines St.Pauli-Pullis.

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