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M.L. Wang "Blood over bright haven"

Hohe Positionen innerhalb der magischen Universität von Tiran sind aus religiösen Gründen nur Männern vorbehalten, lediglich alle zehn Jahre erhält eine Frau die Chance, sich den Prüfungen für die Position der Hochmagier*innen zu stellen. Doch noch nie hat eine von ihnen diese bestanden. Die junge Sciona will die Erste sein, der dies gelingt - was auch tatsächlich eintritt. Doch entgegen ihrer Hoffnungen wird sie auch danach nicht als Ebenbürdige angesehen, sondern von ihren männlichen Kollegen weiterhin mit Verachtung gestraft. Statt eines Assistenten wird ihr der Hausmeister Thomil zugeteilt, dessen Herkunft als nomadischer Jäger des Volkes der Kwen sich jedoch bald als überaus nützlich erweist. Denn seine Sichtweisen, die so gänzlich anders sind als das, was Sciona bisher in ihren Büchern fand, helfen dem ungleichen Duo dabei, die Aufgabe, vor die alle Hochmagier gestellt wurden, zu lösen. Gleichzeitig erfährt Sciona jedoch auch Dinge über die Quelle ihrer Magie, die bisher vor ihr geheim gehalten wurden. Als sie die gesamte Bevölkerung von Tiran darüber aufklären will, löst sie eine Katastrophe aus...

Mir hat das Buch sehr gut gefallen - die Welt ist sehr durchdacht konstruiert und voll mit politischen und religiösen Elementen. Als Frau hat mich vieles davon wütend gemacht, konnte es doch nur als diskriminierend bezeichnet werden. Sciona ist eine gut konstruierte Hauptfigur, die mich völlig überzeugt hat - sie ist durch und durch Wissenschaftlerin und blendet zunächst die Fragen nach gesellschaftlicher Verantwortung ihrer Handlungen aus bzw. glaubt den offiziellen Behauptungen der Regierung und der Religion. Das Ende ist aus meiner Sicht sehr überzeugend, wenn auch leider etwas traurig, aber in anderer Variante hätte ich nicht glaubhaft gefunden. 

4
Horch und Guck: