darktiger on tour

Unser letzter Tag, da lassen wir es traditionell ruhig ausklingen. Nach einem ausgiebigen Frühstück am Rembrandts Plein holten wir das Van Gogh Museum nach, welches wir am ersten Tag aufgrund der Riesenschlange ausgelassen hatten. Um es kurz zu fassen, fanden wir die Ausstellung zu kurz und dafür überteuert. Über van Goghs Leben wurde nahezu nichts dargebracht, die interaktiven Inhalte waren in Ordnung und auch interessant, hätten aber durchaus mehr - wie auch die Exponate von van Gogh - sein können.

Der heutige Tag sollte uns ins alte Arbeiterviertel Amsterdams (Jordan) führen. An vielen Stellen - v.a. den Bauten - bemerkt man diese Geschichte noch. Ansonsten erinnert nicht mehr viel daran. In diesem Viertel befindet sich auch der ehemalige Unterschlupf der Familie von Anne Frank. Wir haben uns dennoch - angesichts der kilometerlangen Schlange - gegen eine Besichtigung entschieden. Die nahegelegene Wester Kerk sollte Ersatz bieten. Von derem höchsten Turm Amsterdams soll man einen fantastischen Ausblick über die Stadt haben.

Gute Traditionen sollen beibehalten werden und so wollen wir auch - selbst wenn es nur ein Kurztripp ist - diesmal über unsere Auswärtstätigkeiten berichten. Nachdem wir bereits vor drei Jahren das Konigreich de Beatrixen besuchten, holen wir heuer die damals ausgesparte Hauptstadt Amsterdam nach. Untergebracht sind wir - standesgemäß - im Royal Room des Hostels Cocomama.

Der Donnerstag begann noch recht schattig, so dass wir - wie viele andere auch - einen Museumsbesuch vorzogen. Es ging zum Rijksmuseum, indem neben viel Kunst auch das Schlangestehen zu einem besonderen Feature gehört. Kunst, Kunst und nochmal Kunst von Tausend Jahren holländischer Geschichte. Das Highlight ist sicherlich das Riesengemälde der Nachtwache von Rembrandt. Nettes Gimmick waren sicherlich die Tafeln, die man zu einzelnen Gemälden bekommen hatte und die einem die Details näher brachten.

Wie gestern schon angekündigt, ging es zunächst noch einmal in das Nationalmuseet. Wir starten mit der uns noch fehlenden Epoche ab 1660. Diese war von der Aufmachung her wieder mit der Frühzeit vergleichbar und sehr gelungen. Lediglich die letzten beiden Jahrhunderte wurden etwas zu kurz dargestellt. Vor allem die Rolle Dänemarks während der deutschen Besatzung im zweiten Weltkrieg wurde für uns sehr unzufrieden dargestellt. Obwohl Dänemark bei der Okkupation keinen Widerstand leistete (leisten konnte), gab es doch eine lebendige Widerstandsbewegung, die sogar vom dänischen König unterstützt wurde und immerhin sieben der achttausend dänischen Juden das Leben durch Übersiedelung nach Schweden in einer Nacht und Nebel Aktion retten konnte.

Danach waren noch die Ethnographischen Schätze dran. Diese kann man eigentlich als optimale Ergänzung zu den "Völkern der Welt" sehen. Hier werden eben nicht die Völker sondern ihre kulturellen und sozialen Gegenstände ausgestellt. Vielleicht hätte man beide Ausstellungen auch zu einer vereinen können...

Jetzt sind wir schon den fünften Tag hier und haben noch gar keine dänischen Hot Dogs gegessen. Das muss anders werden! Wir starten mit unserem Frühstück bei Jeppe's Pølser. Die Franske Pølser lebt von håndwerk, tradition og kvalitet. Den 11 Uhr Lunch genehmigen wir uns dann bei Lis's Pølser. Die Mittags-Pølser gibt es im Nationalmuseet, unserem touristischen Ziel heute. Zum Kaffee kehren wir bei Pia's Pølsevogn ein. Abendessen gibt es bei Poul's Pølser. Der 20 Uhr Snack wird dann bei einem Pølser im Tivoli eingenommen (den Hot Dog im Tivoli hatte ich doch ganz unterschlagen).

 

Heute geht es demokratisch zu. Zunächst zum Parlament und dann demokratisch abgestimmt zur Carlsberg Brauerei. Das Parlament (Folketing) ist im Cristiansborg Slot untergebracht. Obwohl das Christiansborg Slot einen präsentablen Eindruck macht, schließen wir es aus unserer Liste der Domizile aus. Das Schloss ist bereits zweimal bis auf die Grundmauern niedergebrannt, beim zweiten Mal war es das gleiche Dilemma wie beim ersten Brand; das Risiko ist uns einfach zu hoch.

Im Christiansborg Slot kann man neben dem Parlament die Ruinen, die Stallungen und den königlichen Repräsentationssaal bestaunen. Wir entscheiden uns vom historischen Teil nur für die Ruinen. Hier sind in einer großen Fläche unter den Bauten des Schlosses die alten Gemäuer restauriert worden. Diese werden dabei auch historisch eingeordnet und der Besucher somit chronologisch bis in die Neuzeit "nach oben" geführt.

Tag 1: Irgendetwas (ein Kobold?) hat heute Nacht den Göttergatten ausgetauscht. Er sieht zwar immer noch gleich aus, verhält sich aber anders. Während normalerweise Sport allerhöchstens als Zuschauer getätigt wird, hat sich das Wesen hier bei mir in einen Drill-Sergeant erster Güte verwandelt, der mich quer durch Kopenhagen hetzt – in der brütenden Sonne und mit der lebenswichtigen Flasche Wasser vor der Nase. Das kostbare Nass bekomme ich aber nur in homöopathischen Dosen verabreicht, damit ich nicht auf offener Straße zusammenbreche. Gottseindank reagiert er auf alles, was „homemade“ und „organic“ ist, und es langt immerhin für ein Eis – die Rettung für meinen kollabierenden Kreislauf.

Heute stand ein Ausflug ins benachbarte schwedische Malmö an. Der Öresund-Express fährt alle 20 Minuten und in einer halben Stunde hat man die Öresundbrücke überquert.

Malmö ist ein kleines verträumtes Städtchen – wenn man nicht gerade wie wir in der dritten Augustwoche zum Malmöfestival herkommt. Das Malmöfestival ist ein Straßenfest mit vielen Konzerten auf verschiedenen Bühnen und Ständen mit internationalen kulinarischen Genüssen rund um den Innenstadtplatz Stortorget.

Geht man außerhalb der durch einen Kanal umschlossenen Innenstadt, beruhigt sich Malmö schlagartig wieder. Obwohl drittgrößte Stadt Schwedens ist es hier angenehm beschaulich und viele Parkanlagen durchbrechen das Städtische.

Es ist immer noch unerträglich heiß hier in Kopenhagen. Das bekommt auch unser Notebook zu spüren. Da fielen doch gestern tatsächlich die ersten beiden Absätze der Hitze zum Opfer, diese sind nun nachgetragen.

Nachdem wir gestern mit dem Rosenborg Slot als Sommerdomizil für darktigers recht unzufrieden waren, ging es heute zum Amalienborg Slot, dem Sitz von uns Smokie Margrethchen. Dort gibt es täglich um 12 Uhr, wenn H.M. Margrethe II. anwesend ist, einen Wachwechsel mit großem Tamtam. Dann marschiert die Leibgarde vom Rosenborg Slot zum Amelienborg Slot. Ob die Königin in Kopenhagen verweilt, erkennt man an der gehissten Flagge: "Is de Lumpen druff, is de Lump drin" wie der Däne zu sagen pflegt (oder war es doch der Berliner?)

Planwechsel. Nachdem uns schon heute morgen die Sonne auf den Leib bruzzelte, – warum sind wir eigentlich in den Norden gefahren? - beschlossen wir uns auf dem Weg zum Hafen zu machen.

Gestartet sind wir am Rosenborg Slot, was direkt neben unserem Hostel liegt. Wir warten ja immer noch auf Liesbeths Antwort auf unsere Offerte für ihr Domizil in Edinburgh und da muss man halt auch mal nach Alternativen Ausschau halten. Das Anwesen selber ist leider in einem nicht bewohnbaren Zustand. Zu dem Kaufpreis kommt nochmal der selbe Betrag für die Renovierungs- und Umbauarbeiten. Die Müllcontainer nicht zu vergessen, denn ein Großteil des Inventars wird man wohl nicht mal bei ebay los. Verwertbares findet man da schon in der Schatzkammer mit den Kronjuwelen. Hier lässt sich sicher einiges an den Mann oder die Frau bringen oder zur Not einschmelzen.

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