darktiger on tour

Wie gestern schon angekündigt, ging es zunächst noch einmal in das Nationalmuseet. Wir starten mit der uns noch fehlenden Epoche ab 1660. Diese war von der Aufmachung her wieder mit der Frühzeit vergleichbar und sehr gelungen. Lediglich die letzten beiden Jahrhunderte wurden etwas zu kurz dargestellt. Vor allem die Rolle Dänemarks während der deutschen Besatzung im zweiten Weltkrieg wurde für uns sehr unzufrieden dargestellt. Obwohl Dänemark bei der Okkupation keinen Widerstand leistete (leisten konnte), gab es doch eine lebendige Widerstandsbewegung, die sogar vom dänischen König unterstützt wurde und immerhin sieben der achttausend dänischen Juden das Leben durch Übersiedelung nach Schweden in einer Nacht und Nebel Aktion retten konnte.

Danach waren noch die Ethnographischen Schätze dran. Diese kann man eigentlich als optimale Ergänzung zu den "Völkern der Welt" sehen. Hier werden eben nicht die Völker sondern ihre kulturellen und sozialen Gegenstände ausgestellt. Vielleicht hätte man beide Ausstellungen auch zu einer vereinen können...

Jetzt sind wir schon den fünften Tag hier und haben noch gar keine dänischen Hot Dogs gegessen. Das muss anders werden! Wir starten mit unserem Frühstück bei Jeppe's Pølser. Die Franske Pølser lebt von håndwerk, tradition og kvalitet. Den 11 Uhr Lunch genehmigen wir uns dann bei Lis's Pølser. Die Mittags-Pølser gibt es im Nationalmuseet, unserem touristischen Ziel heute. Zum Kaffee kehren wir bei Pia's Pølsevogn ein. Abendessen gibt es bei Poul's Pølser. Der 20 Uhr Snack wird dann bei einem Pølser im Tivoli eingenommen (den Hot Dog im Tivoli hatte ich doch ganz unterschlagen).

 

Heute geht es demokratisch zu. Zunächst zum Parlament und dann demokratisch abgestimmt zur Carlsberg Brauerei. Das Parlament (Folketing) ist im Cristiansborg Slot untergebracht. Obwohl das Christiansborg Slot einen präsentablen Eindruck macht, schließen wir es aus unserer Liste der Domizile aus. Das Schloss ist bereits zweimal bis auf die Grundmauern niedergebrannt, beim zweiten Mal war es das gleiche Dilemma wie beim ersten Brand; das Risiko ist uns einfach zu hoch.

Im Christiansborg Slot kann man neben dem Parlament die Ruinen, die Stallungen und den königlichen Repräsentationssaal bestaunen. Wir entscheiden uns vom historischen Teil nur für die Ruinen. Hier sind in einer großen Fläche unter den Bauten des Schlosses die alten Gemäuer restauriert worden. Diese werden dabei auch historisch eingeordnet und der Besucher somit chronologisch bis in die Neuzeit "nach oben" geführt.

Tag 1: Irgendetwas (ein Kobold?) hat heute Nacht den Göttergatten ausgetauscht. Er sieht zwar immer noch gleich aus, verhält sich aber anders. Während normalerweise Sport allerhöchstens als Zuschauer getätigt wird, hat sich das Wesen hier bei mir in einen Drill-Sergeant erster Güte verwandelt, der mich quer durch Kopenhagen hetzt – in der brütenden Sonne und mit der lebenswichtigen Flasche Wasser vor der Nase. Das kostbare Nass bekomme ich aber nur in homöopathischen Dosen verabreicht, damit ich nicht auf offener Straße zusammenbreche. Gottseindank reagiert er auf alles, was „homemade“ und „organic“ ist, und es langt immerhin für ein Eis – die Rettung für meinen kollabierenden Kreislauf.

Heute stand ein Ausflug ins benachbarte schwedische Malmö an. Der Öresund-Express fährt alle 20 Minuten und in einer halben Stunde hat man die Öresundbrücke überquert.

Malmö ist ein kleines verträumtes Städtchen – wenn man nicht gerade wie wir in der dritten Augustwoche zum Malmöfestival herkommt. Das Malmöfestival ist ein Straßenfest mit vielen Konzerten auf verschiedenen Bühnen und Ständen mit internationalen kulinarischen Genüssen rund um den Innenstadtplatz Stortorget.

Geht man außerhalb der durch einen Kanal umschlossenen Innenstadt, beruhigt sich Malmö schlagartig wieder. Obwohl drittgrößte Stadt Schwedens ist es hier angenehm beschaulich und viele Parkanlagen durchbrechen das Städtische.

Es ist immer noch unerträglich heiß hier in Kopenhagen. Das bekommt auch unser Notebook zu spüren. Da fielen doch gestern tatsächlich die ersten beiden Absätze der Hitze zum Opfer, diese sind nun nachgetragen.

Nachdem wir gestern mit dem Rosenborg Slot als Sommerdomizil für darktigers recht unzufrieden waren, ging es heute zum Amalienborg Slot, dem Sitz von uns Smokie Margrethchen. Dort gibt es täglich um 12 Uhr, wenn H.M. Margrethe II. anwesend ist, einen Wachwechsel mit großem Tamtam. Dann marschiert die Leibgarde vom Rosenborg Slot zum Amelienborg Slot. Ob die Königin in Kopenhagen verweilt, erkennt man an der gehissten Flagge: "Is de Lumpen druff, is de Lump drin" wie der Däne zu sagen pflegt (oder war es doch der Berliner?)

Planwechsel. Nachdem uns schon heute morgen die Sonne auf den Leib bruzzelte, – warum sind wir eigentlich in den Norden gefahren? - beschlossen wir uns auf dem Weg zum Hafen zu machen.

Gestartet sind wir am Rosenborg Slot, was direkt neben unserem Hostel liegt. Wir warten ja immer noch auf Liesbeths Antwort auf unsere Offerte für ihr Domizil in Edinburgh und da muss man halt auch mal nach Alternativen Ausschau halten. Das Anwesen selber ist leider in einem nicht bewohnbaren Zustand. Zu dem Kaufpreis kommt nochmal der selbe Betrag für die Renovierungs- und Umbauarbeiten. Die Müllcontainer nicht zu vergessen, denn ein Großteil des Inventars wird man wohl nicht mal bei ebay los. Verwertbares findet man da schon in der Schatzkammer mit den Kronjuwelen. Hier lässt sich sicher einiges an den Mann oder die Frau bringen oder zur Not einschmelzen.

Wir entfliehen der Hitze und haben uns nach Kopenhagen aufgemacht. Mit der Bahn von Hamburg braucht man dafür fast fünf Stunden mit dem ICE, aber nur weil der in jedem Kaff mit einer Kuh - sowohl auf deutscher als auch auf dänischer Seite - hält.

Etwas überrascht war ich, dass unser ICE nicht von der DB sondern der dänischen Staatsbahn DSB betrieben wurde. Die DB muss das (geschützte) Design wohl mittlerweile lizensieren.

 

Letzter Urlaubstag und wir verabschieden uns aus Brüssel in Richtung Heimat. Allerdings nicht ohne einen kurzen Abstecher nach Waterloo zu machen, das liegt ja quasi um die Ecke. Hier fand die berühmte Schlacht statt, in der Napoleon 1815 gegen die Briten und Preußen sein Waterloo erlebte.

Den ganzen Quatsch mit Battlefield Tour, ein Paar Filmchen und Wachsfigurenkabinett wollten wir dabei gar nicht mitmachen. Nur mal kurz auf den Hügel rauf und einen kleinen Blick über die (Schlacht-)Felder werfen. Zumal das Wetter heute wieder nichts zu wünschen übrig ließ.

Heute (Mittwoch) starteten wir am Grote Markt mit einem Frühstück. Schließlich war heute Sightseeing angesagt. Natürlich gab es Brüsseler Waffeln, wahlweise mit frischen Erdbeeren oder mit Schokolade und Sahne. Passend dazu trinkt man und frau natürlich ein Fraise und ein Chocolat, diese typischen aromatisiertem Lambic-Biere. V.a. das Chocolat ist etwas ungewöhnlich, wir vermuteten eigentlich ein malziges Bier, wie etwa Leffe bruin, als Grundlage und ähnlich den Frucht-Lambics ein recht süßes Bier. Die Schokolade kam aber sehr herb daher und man hatte den Eindruck, dass eher ein Troubadour als Grundlage genutzt wurde. Somit hatten wir ein dunkles mildes Bier mit Schokoaroma und leichter Fruchtsäure von Banane. War aber trotzdem lecker - nach kurzer Eingewöhnungszeit.

Frisch gestärkt ging es dann daran Brüssel "richtig" zu erkunden. Brüssel bietet einige schöne Städteführungen zu Fuß an. Z.B. den Europe Walk, den wir z.T. am Montag nutzten, den Art Nouveau Trail oder den Comic Strip Walk, den wir uns heute vornahmen. Dieser umkreist quasi den Stadtkern und tangiert zweimal den Grote Markt - ideal also um Brüssel zu erkunden.

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