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Unser letzter Tag, da lassen wir es traditionell ruhig ausklingen. Nach einem ausgiebigen Frühstück am Rembrandts Plein holten wir das Van Gogh Museum nach, welches wir am ersten Tag aufgrund der Riesenschlange ausgelassen hatten. Um es kurz zu fassen, fanden wir die Ausstellung zu kurz und dafür überteuert. Über van Goghs Leben wurde nahezu nichts dargebracht, die interaktiven Inhalte waren in Ordnung und auch interessant, hätten aber durchaus mehr - wie auch die Exponate von van Gogh - sein können.

Der heutige Tag sollte uns ins alte Arbeiterviertel Amsterdams (Jordan) führen. An vielen Stellen - v.a. den Bauten - bemerkt man diese Geschichte noch. Ansonsten erinnert nicht mehr viel daran. In diesem Viertel befindet sich auch der ehemalige Unterschlupf der Familie von Anne Frank. Wir haben uns dennoch - angesichts der kilometerlangen Schlange - gegen eine Besichtigung entschieden. Die nahegelegene Wester Kerk sollte Ersatz bieten. Von derem höchsten Turm Amsterdams soll man einen fantastischen Ausblick über die Stadt haben.

Gute Traditionen sollen beibehalten werden und so wollen wir auch - selbst wenn es nur ein Kurztripp ist - diesmal über unsere Auswärtstätigkeiten berichten. Nachdem wir bereits vor drei Jahren das Konigreich de Beatrixen besuchten, holen wir heuer die damals ausgesparte Hauptstadt Amsterdam nach. Untergebracht sind wir - standesgemäß - im Royal Room des Hostels Cocomama.

Der Donnerstag begann noch recht schattig, so dass wir - wie viele andere auch - einen Museumsbesuch vorzogen. Es ging zum Rijksmuseum, indem neben viel Kunst auch das Schlangestehen zu einem besonderen Feature gehört. Kunst, Kunst und nochmal Kunst von Tausend Jahren holländischer Geschichte. Das Highlight ist sicherlich das Riesengemälde der Nachtwache von Rembrandt. Nettes Gimmick waren sicherlich die Tafeln, die man zu einzelnen Gemälden bekommen hatte und die einem die Details näher brachten.

Letzter Urlaubstag und wir verabschieden uns aus Brüssel in Richtung Heimat. Allerdings nicht ohne einen kurzen Abstecher nach Waterloo zu machen, das liegt ja quasi um die Ecke. Hier fand die berühmte Schlacht statt, in der Napoleon 1815 gegen die Briten und Preußen sein Waterloo erlebte.

Den ganzen Quatsch mit Battlefield Tour, ein Paar Filmchen und Wachsfigurenkabinett wollten wir dabei gar nicht mitmachen. Nur mal kurz auf den Hügel rauf und einen kleinen Blick über die (Schlacht-)Felder werfen. Zumal das Wetter heute wieder nichts zu wünschen übrig ließ.

Heute (Mittwoch) starteten wir am Grote Markt mit einem Frühstück. Schließlich war heute Sightseeing angesagt. Natürlich gab es Brüsseler Waffeln, wahlweise mit frischen Erdbeeren oder mit Schokolade und Sahne. Passend dazu trinkt man und frau natürlich ein Fraise und ein Chocolat, diese typischen aromatisiertem Lambic-Biere. V.a. das Chocolat ist etwas ungewöhnlich, wir vermuteten eigentlich ein malziges Bier, wie etwa Leffe bruin, als Grundlage und ähnlich den Frucht-Lambics ein recht süßes Bier. Die Schokolade kam aber sehr herb daher und man hatte den Eindruck, dass eher ein Troubadour als Grundlage genutzt wurde. Somit hatten wir ein dunkles mildes Bier mit Schokoaroma und leichter Fruchtsäure von Banane. War aber trotzdem lecker - nach kurzer Eingewöhnungszeit.

Frisch gestärkt ging es dann daran Brüssel "richtig" zu erkunden. Brüssel bietet einige schöne Städteführungen zu Fuß an. Z.B. den Europe Walk, den wir z.T. am Montag nutzten, den Art Nouveau Trail oder den Comic Strip Walk, den wir uns heute vornahmen. Dieser umkreist quasi den Stadtkern und tangiert zweimal den Grote Markt - ideal also um Brüssel zu erkunden.

Der heutige (dienstägliche) Morgen überraschte uns mit einem kleinen, aber sehr heftigen Wolkenbruch. Die Straßen und unser Hotel wurden überschwemmt. Ein optisch schön anzuschauender 4 Sterne Wasserfall ergoss sich über die 4 Sterne Treppe und neben dem 4 Sterne Aufzug vom Eingang zur Rezeption. Wir und die übrigen Gäste standen natürlich dem Hotelpersonal bei ihren Bemühungen den Rheinfall Schaffhausen les Bruxelles Einhalt zu gebieten Spalier und filmten als gut trainierte Bild-Leserreporter mit.

 

Heute (Montag) ging es raus nach Heysel zum Atomium. Das Atomium ist ein begehbares Eisenatom, welches zur Expo in Brüssel 1958 erbaut wurde. Zunächst geht es hoch in die oberste Kugel, von der man (bei gutem Wetter) einen phantastischen Blick über Brüssel hat. Danach folgt eine Dauerausstellung zur Expo 58. Des weiteren gibt es noch wechselnde Sonderausstellungen. Bei uns war dies die be.Welcome, wo es um Migration in Belgien ging.

Insgesamt waren wir vom Atomium nicht so begeistert. Die Aussicht ist zwar toll, rechtfertigt aber nicht die 11 Euro Eintritt. Die Dauerausstellung war ganz nett, aber im Grunde nicht viel mehr als ein paar Photos und Modelle zur Expo 58. Die Sonderausstellung zur Einwanderung in Belgien war für uns natürlich völlig uninteressant.

Heute (Sonntag) ging es nun in die belgische und europäische Hauptstadt. Im Gegensatz zu Antwerpen und Brügge ist es hier nahezu angenehm leer. Man wird nicht totgetrampelt. In den Parlamentsferien der Europapolitiker, also wenn Silvana Koch-Mehrin auch mal offiziell nicht arbeiten muss, dann ist Brüssel richtig ruhig und man bekommt auch gute Schuppen zu Sonderpreisen.

Wir haben uns da mal einen 4 Sterne Bunker gegönnt und thronen jetzt im 26. Stock über Brüssel. Brutto kostet das 280 Euro, mit ein bisschen Rabatt sind wir auf netto 55 Euro gekommen. Beim Suchen hatten wir auch einen 800 Euro Palast in die engere Wahl gezogen, der uns dann für gut 80 Euro empfohlen wurde, in den Kritiken wurde sich aber über die Parkmöglichkeiten beschwert. Das war für uns ein Ausschlusskriterium, obwohl es da sicherlich auch ein Parkhaus in der Nähe gegeben hätte. Nächstes Mal.

Nachdem wir uns gestern bereits dem Nationalgericht Bier zugewandt haben, ging es heute (Samstag) mit Fritten weiter. Natürlich gibt es auch hierfür ein Museum, das friet museum. Hier erfährt man alles von der Kultivierung der Kartoffel in Südamerika, über ihren Weg nach Europa bis hin in die Friteuse. Natürlich – darauf legen die Belgier wert – wird die Pommes hier doppelt fritiert. Zunächst 6 bis 8 Min. bei 140° C und danach nochmal 2 bis 4 Min. bei 170° C.

Aufgrund mangelnder Internetverbindungen ab Brüge wurde dieser und die folgenden Reiseberichte nicht "live" veröffentlicht, sondern folgen nun aus dem heimatlichen Essen in den nächsten Tagen verzögert.

Heute (Freitag) haben wir Antwerpen verlassen und uns in die wohl schönste belgische Stadt aufgemacht. Der Weg dorthin war allerdings etwas „abenteuerlich“ oder besser gesagt ungewöhnlich. Etwa 20 km vor Brügge wurde die Autobahn plötzlich alle paar km von einer Ampel unterbrochen. Zunächst wurde die Geschwindigkeit auf 90 km/h begrenzt, danach folgte dann eine Ampel. In Belgien wird offenbar an den Anschlussstellen mit Überführungen gespart. Das Geld wurde alles für die Autobahnbeleuchtung ausgegeben, für die jetzt aber offenbar auch nicht mehr genug Zaster vorhanden ist. Viele Abschnitte haben keine Nachtbeleuchtung mehr, nur noch an den Knotenpunkten gibt es Dauernachtlicht, ansonsten wird das irgendwie dynamisch geregelt, wie ich heute in irgendeiner Antwerpener Postille gelesen habe.

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