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Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen hat vor anderthalb Jahren Computerspielabhängige für eine "Studie" zu "Computerspielen in Deutschland - Zwischen aktiver Freizeitgestaltung und Abhängigkeit" gesucht. Wir als "aktive Freizeitgestalter" haben uns auch bereit erklärt an der Studie als Interviewpartner teilzunehmen. Natürlich auch aus eigenem "Forschungsinteresse" wollten wir das begleiten. Wie sehr das KFN an den Meinungen von Computerspielern abseits der Computerspielsucht interessiert war/ist kann man wohl an der gerade eingetroffenen Absage ablesen:

Inzwischen haben wir die Rekrutierungsphase unserer Studie abgeschlossen. Leider konnten wir Sie zu einem Interview einladen.

Der Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler (VDVC) und Stigma Videospiele haben im Frühjahr diesen Jahres eine Petition gegen die Indizierung und das Verbot von Videospielen beim deutschen Bundestag eingereicht. Diese Petition wurde jedoch abgelehnt, da sie inhaltsgleich mit einer Petition aus dem Jahre 2009 sein soll (für die wir im übrgen auch hier im Blog geworben haben). Das dem nicht so ist wurde heute in einer umfangreichen Pressemitteilung dargelegt:

Gemeinsam mit dem Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler (VDVC) hat stigma-videospiele.de am 14.04.2011 eine Petition auf den Weg gebracht, die sich gegen das bestehende Verbot gewaltverherrlichender Videospiele (§ 131 StGB) sowie gegen die Indizierung (§ 15 JuSchG) in ihrer jetzigen Form richtet. Der Nutzen beider Maßnahmen ist umstritten, rechtfertigen lassen sich beide Gesetze nach Ansicht der Autoren kaum – schließlich wirkt der Index, entgegen der Intention des Gesetzesgebers, faktisch wie ein Verbot, während beim regulären Verbot Verstöße gegen Bestimmtheits- und Übermaßverbot nahe liegen. Die Veröffentlichung der Petition aber wurde vom Petitionsausschuss des Bundestags bisher durch bürokratische Mittel blockiert.

Der deutsche Jugendmedienschutz ist einer der härtesten in Europa und auch wenn es häufig Kritik an der USK gibt, funktioniert das eigentlich ganz passabel. Objektive Gründe für eine Verschärfung gibt es eigentlich nicht. Ob man die deutsche Kennzeichnungspflicht durch die USK-Siegel nun durch das PEGI-System ersetzen sollte, ist sicherlich diskussionswürdig. Genau: Es sollte mal wieder diskutiert werden: Was ist gut und schlecht an den beiden konkurrierenden Systemen.

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Wir hatten das Computerspielemuseum bereits vor längerer Zeit verlinkt. Bis jetzt existierte es nur virtuell nachdem es vor über 10 Jahren die zu klein geratenen Räume verließ. Wie ein Redakteur des ehemaligen Nachrichtenmagazins nun berichtet

(Nein, da fehlt kein Link. Ich verlinke nicht mehr auf die 0.5-Onlineausgaben der Holzpresse, die selber nicht nach außen verlinken.) und auch golem bestätigt öffnet es morgen seine Pforten. Endlich mal wieder ein Grund Berlin zu besuchen. Also alle Spielefans und -nostalgiker auf nach Berlin!

kleines Update: Bei Stigma Videospiele findet sich eine schöne Review.

Und noch ein Update: Bei telepolis findet sich auch ein längerer Artikel.

Christian Pfeiffer und sein Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen sind bekannt für ihre wissenschaftlich neutralen und methodisch einwandfreien Studien. Vor allem das Thema Computerspiele hat es dem Kriminologen angetan. Wenn es irgendwo irgendetwas zum Thema zu sagen gibt, dann ist Christian Pfeiffer zur Stelle. Wenn das Thema noch nicht einseitig genug behandelt wird, dann hilft Christian Pfeiffer nach. Manche nennen sowas auch Sucht. Christian Pfeiffer ist süchtig danach Computerspiele so darzustellen wie er meint, dass sie sein müssen. Das ist die Orientierung seiner Forschung.

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