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Buchstabensalat

Amy Achterop "Tödlicher Genuss" (Die Hausboot Detektei 1)

Der ehemalige Polizist Arie lebt auf einem Hausboot, seitdem er seine Frau beim Seitensprung mit seinem Partner erwischt und in Folge einer leichten Überreaktion (in die eine Waffe involviert war) Job und Ehefrau verlor. Er beschließt sich seinen Lebensunterhalt als Privatdetektiv zu verdienen und sucht weitere Mitglieder als Unterstützung. Er findet diese in Maddie, Jack, Jan und Elin sowie den Eichhörnchen Fru Gunilla und seinem Labrador Hund. Ihr erster Auftrag erscheint zunächst recht unspektakulär: Ein reicher Unternehmer hat sein Sterneköche in einem Wettbewerb treten lassen - wer das innovativere Gericht ersinnt, darf das Catering bei der Hochzeit seiner Tochter übernehmen. Einer der beiden heuert die Detektei nun an, um das Gericht seiner Gegnerin herauszufinden. Nicht gerade ein toller Job - aber bringt das erste Geld ein. Richtig spannend wird es allerdings, als in der Küche ihres Auftraggebers plötzlich eine Leiche auftaucht. Die Hausboot Detektei ist zwar nicht damit beauftragt, will den Fall aber dennoch lösen.

Ein recht netter Krimi mit einer unterhaltsamen Auswahl an Charakteren. Sicherlich nicht der literarisch große Wurf, aber das Buch liest sich angenehm und ist damit ideale Lektüre für Bahnreisen, Strandurlaube oder vor dem Einschlafen. Mir haben die unterschiedlichen Charaktere der Mitglieder der Detektei gefallen und natürlich das Eichhörnchen (okay ist offensichtlich, aber sowas funktioniert bei mir leider immer gut). Der Fall ist logisch aufgebaut, die Auflösung passt auch - zumindest sind mir keine Fehler aufgefallen. Als Lektüre zum Entspannen zwischendurch kann ich das Buch daher empfehlen.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
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Volker Kutscher "Märzgefallene" (Gereon Raths fünfter Fall)

Eigentlich wollte Gereon Rath vor seiner Heirat ein letztes Mal als Junggeselle Karneval in der Heimat feiern, doch nach der ersten Nacht wird er nach Berlin zurückbeordert: Urlaubssperre, der Reichstag brennt. Rath gelingt es zunächst, nicht zu diesen Ermittlungen hinzugezogen zu werden, denn ein toter Obdachloser erweist sich als Mordopfer. Als der Leutnant a.D. Achim Graf von Roddeck den Toten schließlich identifiziert, bekommen die Ermittlungen eine neue Richtung: von Roddeck will seine Kriegserinnerungen als Buch veröffentlichen und offenbar hat er damit die Vergangenheit wieder aufgescheucht - jemand hat ihm einen Drohbrief geschickt, da er in seinem Buch auch von weniger rühmlichen Taten der Wehrmacht 1917 in Frankreich berichtet hat. Doch auch diese Erkenntnisse helfen nicht, weitere Opfer zu verhindern. Der neue Polizeipräsident will eine schnelle Verhaftung, auch weil der Verdächtige ein zum Christentum konvertierter Jude ist. Rath ist entsetzt, wie stark die Politik in die Polizeiarbeit eingreift, kann dem jedoch wenig entgegensetzen - zumindest offiziell. Inoffiziell ermittelt er mal wieder nach seiner Facon und muss dafür erneut auf die Unterstützung des Unterweltkönigs Johann Marlow zurückgreifen - doch dieser hilft nicht ohne entsprechende Gegenleistung...

So langsam wird es ernst mit der politischen Lage: Im fünften Band der Reihe wird für die Hauptfigur immer deutlicher, wohin die Reise gehen wird. Auch wenn Rath noch wie viele andere darauf hofft, dass die Nazis nur ein temporäres Ereignis sind, zeigt sich für ihn beruflich und privat immer deutlicher, was da bevorsteht. Doch wie viele ist Rath davon überzeugt, dass die Kommunisten schlimmer wären. Dadurch wird er für mich als Figur sehr glaubwürdig - ich kann mir gut vorstellen, dass viele Deutsche diese Meinung geteilt haben. Davon abgesehen versteht es der Autor sehr gut, die immer bedrückter werdende Stimmung bzw. auf der anderen Seite die immer größere Begeisterung der Anhänger*innen für Hitler darzustellen. Auch der eigentliche Kriminalfall hat mir sehr gut gefallen, er ist komplex konstruiert und es hat Spaß gemacht mitzurätseln, wer denn nun der Täter ist. Nicht so ganz verstanden habe ich die Geschichte mit dem Straßenkind Fritz, also warum Rath und Charly unbedingt ein Kind aufnehmen mussten. Aber vielleicht wird die Figur noch in den weiteren Bänden wichtig. 

5
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Danielle Trussoni "Ingenium - Das erste Rätsel"

Nach einer schweren Verletzung beim Football wurde Mike Brink zu einem Savant: Er erkennt in Sekundenbruchteilen Muster und nimmt Reize synästhetisch wahr. Dies hat nicht nur zu einem hervorragenden College-Abschluss geführt, sondern auch zu einer Karriere als Erschaffer von Rätseln bspw. für die Times. Dennoch ist er überrascht, als sich die Gefängnispsychologin Thessaly Mosses bei ihm meldet. Ihre Patientin Jess Price hat ihr ein komplexes Rätsel gezeigt, von dem Mosses nicht nur hofft, dass Mike es lösen kann, sondern dass Jess auch bereit ist mit ihm zu kommunizieren. Die junge Frau, die als Mörderin verurteilt ist, weigert sich nämlich seit ihrer Festnahme mit der Polizei, dem Gericht oder Psycholog*innen zu sprechen. Mike ist fasziniert von dem Rätsel, aber noch mehr von der Frau, deren Bekanntschaft er macht. Seine Versuche ihr zu helfen, führen ihn auf die Spur eines Geheimnisses, das weit zurück bis ins Prag des ausgehenden 19. Jahrhunderts zurückreicht...

Mich hatte die Gestaltung auf das Buch aufmerksam gemacht (bunte Buchschnitte funktionieren irgendwie immer bei mir) und dann klang auch der Klappentext ganz interessant. Meine Erwartungen daraus wurden teilweise erfüllt: Rätsel spielen eine sehr große Rolle und die Hauptfigur hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Nicht erwartet hatte ich die fantastischen Elemente, die für mich aber okay waren. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass dies einige Leser*innen enttäuschen wird, die diesen Teil der Geschichte nicht erwartet haben und mit fantastischer Literatur nichts anfangen können. (Ich hoffe, ich habe jetzt nicht ungewollt gespoilert.) Nicht nachvollziehbar fand ich Mikes Verbindung mit Jess Price - das kam mir zu plötzlich und zu heftig und ich habe irgendwie die Eindruck, hier dachte die Autorin das müsse unbedingt noch rein. Hätte ich anders gesehen, aber gut. Alles in allem aber ein unterhaltsames Buch. Ich bin gespannt auf den zweiten Band, der für nächstes Jahr angekündigt ist.

4
Durchschnitt: 4 (1 Bewertung)
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Christian von Ditfurth "Tanz mit dem Tod"

Berlin 1932: In einer Kneipe wird der kommunistische Redakteur der Roten Fahne, Kurt Esser, von SA-Männern erschossen. Obwohl es bald erste Hinweise auf die Täter gibt, kommen die Ermittlungen nur schleppend voran. Allein dem Engagement des jungen Kriminalbeamten Karl Raben ist es zu verdanken, dass wenigstens einer Täter inhaftiert wird. Doch nach Hitlers Machtergreifung wird dieser begnadigt und freigelassen. Raben will das nicht hinnehmen und beginnt ein riskantes Doppelspiel bei der Jagd nach den Mördern. Dabei hat er einen überaus gefährlichen Gegenspieler: Gestapo-Chef Reinhard Heydrich, der für Raben allerdings überaus wichtig wird, um seiner jüdischen Frau zu helfen...

Ein weiterer Krimi, der in der Zeit der ausklingenden Weimarer Republik spielt - damit hatte der Autor mich ja direkt am Wickel. Nach der Lektüre muss ich sagen, dass ich mit dem Buch irgendwie nicht so richtig warmgeworden bin. Die Hauptfigur ist zwar durchaus facettenreich angelegt, aber die bedingungslose Verfolgung der als Mörder Verdächtigen schießt mir häufig übers Ziel heraus und konnte nicht nachvollziehen, woher dieser übertriebene Eifer der Figur kommt. Gut, es geht um die Bestrafung von Mördern, aber dafür setzt Raben alles inklusive seines eigenen Lebens aufs Spiel und schreckt letztlich auch vor einer ziemlich endgültigen Lösung für einen der Täter nicht zurück. (Hoffe, das spoilert jetzt nicht zu sehr.) Die vielen historischen Figuren haben mir hingegen gut gefallen, auch wenn ich von schriftstellerischer Freiheit ausgehe, war es spannend die Teile mit ihnen zu lesen. Die vielen kurzen Kapitel sorgten für ordentlich Tempo in der Handlung, mir waren sie häufig aber zu kurz und machten alles etwas atemlos - auch weil mit den Kapiteln meist die Protagonisten wechselten. Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht - ich werde einem zweiten Teil eine Chance geben, wenn mich die Handlung interessiert.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
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Walter Moers "Die Insel der tausend Leuchttürme"

Hildegunst von Mythenmetz bricht zur Insel Eydernorn auf, um dort seine Buchstauballergie, die er in Buchhain erworben hat, wieder los zu werden. Ein Dichter und Schriftsteller, der gegen Bücher allergisch ist - das kann ja wohl nicht sein. Bereits auf der Überfahrt erweist sich der Lindwurm als erstaunlich seefest und beeindruckt selbst erfahrene Seeleute. Auf der Insel selbst ist Mythenmetz fasziniert von den Besonderheiten und berichtet in verschiedenen Briefen über seine Erlebnisse. Seine Behandlung erweist sich als schwierig, denn ausgerechnet gegen das heilsame Meerwasser ist Mythenmetz ebenfalls allerdings. Dafür scheint er ein angeborenes Talent zum Krakenfieken zu besitzen und entdeckt seine Zuneigung zur Hummdudel. Vor allem fazinieren ihn jedoch die berühmten Leuchttürme und zu seiner großen Überraschung findet er auch Zugang zu den als verschlossen geltenden Leuchtturmwärter*innen. Doch über Eydernorn liegt ein noch größeres, düsteres Geheimnis und bald ist Mythenmetz erneut in eine Abenteuer verstrickt, auch wenn er doch eigentlich nur seine Krankheit auskurieren wollte...

Endlich mal wieder ein neuer Zamonien-Roman und endlich auch mal wieder einer in angemessenem Umfang. Der letzte Roman des Autors war ja fast eher eine Kurzgeschichte. Mythenmetzt tritt als Erzähler dieses Mal in einem Briefroman auf - dieses Genre habe ich schon lange nicht mehr gelesen und es hat Spaß gemacht, sich auf diese Erzählweise einzulassen. Über den Preis des Buches habe ich zunächst ein bisschen schlucken müssen, auch wenn es der Umfang und die wie immer tolle Gestaltung gerechtfertigt erscheinen lassen. Moers Romane gehören zu den Büchern, die man meiner Meinung nach einfach als Hardcover kaufen muss, weil die tollen Zeichnungen nur darin wirklich zur Geltung kommen - das ist auch bei diesem Buch auf jeden Fall so. Mit Eydernorn wird eine tolle neue Welt innerhalb Zamoniens geschaffen, über die zu lesen einfach unglaublichen Spaß macht. Die Wortschöpfungen des Autors sind wie immer großartig - alleine Begriffe wie Hummdudel oder Krakenfieken sind von ihrer Lautmalerei so schön, dass man als Leser*in versucht ist, sie immer wieder laut auszusprechen. Kurz und gut: ein tolles Buch, ein typischer Zamonien-Roman und eine absolute Leseempfehlung.

5
Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)
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Hugh Howey "Exit"

Juliette Nichols ist zurück im Silo 18, doch nicht alle Bewohner*innen freuen sich darüber. Viele wollen nicht glauben, was Juliette ihnen erzählt und befürchten, dass sie Krankheiten in die Gemeinschaft eingeschleppt hat. Juliette jedoch setzt alles daran, eine Verbindung zu Silo 17 und ihrem Freund Solo und den Kindern dort herzustellen, um sie aus dem unbewohnbaren Silo herauszuholen. Kurz nachdem ihr das gelungen ist, wird Silo 17 jedoch zur letzten Zuflucht - die Machthaber haben ihre Geduld mit der aufsässigen Juliette, die immer weiter forschte, verloren und beschlossen, ein weiteres Exempel zu statuieren. Daran können selbst Donald Kene und seine Schwester Charlotte nichts ändern, die versuchen im Zentrum der Macht gegen Machthaber Thurmann zu arbeiten. Könnte Juliette Recht haben und die Hoffnung der Menschen entgegen allem, was ihnen erzählt wurde, tatsächlich in der Welt draußen liegen?

Nach recht langer Zeit habe ich mit dem dritten Band die Serie endlich abgeschlossen. Bedauern, dass ich so lange damit gewartet habe, tue ich nicht - ganz im Gegenteil. Das Buch ist eindeutig das schwächste der gesamten Reihe, ich habe im Nachhinein das Gefühl, das darin kaum etwas passiert ist. Ein großes überzeugendes Final der Geschichte blieb aus - ich hatte dieses aber auch schon nicht mehr erwartet. Naja, jetzt ist ein Haken dran und dieses letzte Buch der Trilogie auch gelesen.

2
Durchschnitt: 2 (1 Bewertung)
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Paula Hawkins "A slow fire burning"

Auf seinem Hausboot im Londoner Regent's Canal wird die Leiche von Daniel Sutherland gefunden, der junge Mann wurde brutal ermordet. Eine Nachbarin erweist sich als aufmerksame Beobachterin und so gibt es bald eine erste Verdächtige: Laura Kilbridge. Seit einem schweren Unfall als Kind muss sie mit den körperlichen und seelischen Folgen kämpfen und hat bereits mehrfach Ärger mit der Polizei gehabt, weil sie ihre Wutanfälle nicht kontrollieren kann. Bald jedoch kommen Zweifel an der Zuverlässigkeit der Zeugin und weitere Personen betreten den Kreis der Verdächtigen. Doch es ist schließlich eine ältere Dame, die Nachbarin von Daniels Mutter, die die entscheidenden Hinweise findet und die richtigen Schlüsse zieht - und damit eine Familientragödie enthüllt...

Paula Hawkins gehört zu den Autorinnen, um die seit ihrem Erstlingswerk ein Riesenhype gemacht wird, den ich nicht nachvollziehen kann. Schon damals nicht und leider auch nicht bei dem neuen Roman. Hier wird ein guter Krimi (Thriller mag ich das Buch nicht nennen, weil mir der Thrill fehlt) erzählt, mit halbwegs interessanten Figuren und ein paar guten Twists. Das gelingt ihr auch recht gut, ich habe das Buch schnell durchgelesen, weil es sich sehr angenehm liest (gute Bettlektüre), aber das war es auch schon. Guter Durchschnitt würde ich als zusammenfassende Wertung sagen.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
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R.F. Kuang "Babel"

Der junge Robin hat als einziger seiner Familie einen Cholera-Ausbruch in der chinesischen Stadt Kanton überlebt. Sein Retter ist ein englischer Professor namens Lovell, der ihm anbietet, ihn mit nach England zu nehmen und als sein Vormund zu agieren. Da Robins Chancen in der Heimat nicht gut sind, nimmt er das Angebot an, wird zu Robin Swift und unterwirft sich Lovells rigiden Ausbildungsmethoden. Denn Robins Sprachkenntnisse sind gefragt. Das britische Empire dominiert das Silberwerken, die Erstellung von Silberbaren, die mit den richtigen Worten in zwei Sprachen versehen, schiere Wunder bewirken können. Robins Kenntnisse des Kantonesischen und des Mandarin sowie die Tatsache, dass er fließend Englisch spricht, machen ihn zu einem begehrten Auszubildenden. Jahre später tritt er sein Studium in Oxford an, wo er zum Übersetzer ausgebildet werden soll. Robin findet neue und enge Freunde, hat Spaß am Unterricht, doch bald muss er auch die Wahrheit erkennen: Das System des Silberwerkens beutet die britischen Kolonien brutal aus, Ziel ist vor allem den Status Quo zu erhalten. Robin kommen Zweifel, ob er dieses System wirklich durch seine Fähigkeiten unterstützen will...

Ein ungewöhnliches und unglaublich tolles Buch. Erzählt wird eine Art fantastischer Historien-Roman, mit deutlichen Anleihen an die reale Geschichte, aber auch Abwandlungen und eben dem fantastischen Element des Silberwirkens. Die Charaktere sind toll gezeichnet und verdienen ihre Namen, weil sie wirkliche Tiefe haben und sich für Leser*innen als interessant herausstellen. Sehr häufig geht es in dem Buch um die Macht der Sprache, allerdings wird das so gut in die Geschichte integriert, dass nie der Eindruck entsteht, hier ein verhindertes Sachbuch zu lesen. Schließlich und nicht zuletzt werden Themen wie Rassismus und Kolonialismus aufgegriffen - mit einer sehr deutlichen Konnotation. Ich kann Babel schlichtweg nur empfehlen und würde mich freuen, wenn auch andere Bücher der Autorin ins Deutsche übersetzt werden.

5
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Lara Elena Donnelly "Amberlough - Stadt der Sünde"

Amberlough ist die Hauptstadt des gleichnamigen Reiches aus dem Gidda-Bund und vor allem für sein sehr liberales Klima bekannt: Seien es Drogen, freizügige Auftritte auf den Bühnen der Stadt oder die Akzeptanz unterschiedlichster Beziehungsformen - in Amberlough ist all dies Alltag. Doch dem gegenüber steht die allgegenwärtige Korruption, die von vielen Bewohner*innen kritisch gesehen wird. Aristide Makricosta ist Conferencier in einem der bekanntesten Nachtklubs der Stadt und zugleich einer der bekanntesten Schmuggler der Stadt. Cordelia Lehane arbeitet als Burlesque-Tänzerin im gleichen Nachtklub und verdient sich mit kleinen Schmuggel-Dienst Geld dazu, um über die Runden zu kommen. Cyril DePaul arbeitet für den Geheimdienst der Stadt und ist in einer (von seinen Vorgesetzten ungern gesehenen) Beziehung mit Aristide. Als Cyril Einsatz im benachbarten Ausland schiefgeht, setzt dies eine Katastrophe für die gesamte Stadt in Gang. Um sein Leben zu retten, willigt er ein, der One State Party auch in Amberlough an die Macht zu verhelfen. Die Onesies wollen nicht nur die Korruption in Amberlough eindämmen, auch der dort herrschende liberale Lebensstil ist ihnen ein Dorn im Auge. Und so muss Cyril irgendwie versuchen, sein eigenes Leben zu retten, indem er dem Feind gibt, was dieser will - und gleichzeitig die Menschen vor den potenziellen neuen Machthabern retten, die er liebt...

Der Klappentext und auch der Titel hatten mich zunächst gar nicht für das Buch begeistert, erst der Hinweis, dass hier quasi die Weimarer Republik in ein Fantasy-Setting gegossen worden sei, hat mich dann doch zum Kauf animiert. Das mit der Fantasy möchte ich jetzt mal mit einem Fragezeichen im Raum stehen lassen - denn die entsprechenden Elemente kamen wir dann doch deutlich zu kurz. Was aber auf jeden Fall passt, ist die Parallele zur Weimarer Republik, denn daran erinnert das Setting schon stark. Um in die Welt hineinzufinden, hat bei mir etwas gedauert - und ich fand die Lektüre daher zunächst auch sperrig. Ab etwa der Mitte lösten sich dann aber die grundlegenden Fragen und damit setzte bei mir auch der Leseflow ein und ich konnte das Buch genießen. Alles in allem hat es mir gut gefallen und ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

4
Durchschnitt: 4 (1 Bewertung)
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Alexey Pehov "Das Siegel von Rapgar"

In Rapgar geht ein Mörder um: Der Düsterschlächter tötet auf äußerst brutale Weise und die Polizei scheint keine Spur zu haben. Till er'Cartya, letzter Nachfahre einer Familie von Luxern (Menschen mit besonderen Fähigkeiten) gerät ungewollt in die Ermittlungen. Nachdem er fälschlicherweise beschuldigt wurde, den Schwiegersohn des Stadtfürsten erstochen zu haben, ist er es kürzlich aus dem Gefängnis entlassen worden. Einige Polizisten wollen immer noch nicht an seine Unschuld glauben und würden ihn nur zu gerne als Düsterschlächter überführen. Die zufällige Bekanntschaft mit der rätselhaften Erin während einer Zugfahrt verstrickt Till in weitere mysteriöse Ereignisse. Seine Ermittlungen führen ihn schließlich auf die Spur einer Verschwörung, die ganz Rapgar bedroht...

Ich mag den Autor ja für die abwechslungsreichen und interessanten Welten, die er erschafft sowie für seinen Humor, der sich meist durch die Ich-Erzähler seiner Bücher manifestiert. In diesem Buch kommt mir der Humor etwas weniger deutlich heraus als in den anderen Büchern, die ich bisher von ihm gelesen habe - auch wenn es natürlich wieder einige entsprechende Elemente gibt. Die Welt ist wie immer toll entwickelt und alle die Beschreibungen der vielen Wesen, die in Rapgar leben, hat mich völlig fasziniert und hätte für mich ein eigenes Buch fühlen können. Diese detaillierten Schilderungen scheinen jedoch die Handlung in den Hintergrund zu drängen, denn hier ist mir irgendwie zu wenig passiert und auch die Hauptfigur bleibt mir etwas zu blass.

4
Durchschnitt: 4 (1 Bewertung)
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