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Buchstabensalat

Andrzej Sapkowski "Feuertaufe" (Der Hexer 3)

Hexer Geralt ist kaum von seinen Verletzungen genesen, da sieht er sich gezwungen die Dryaden auch schon wieder zu verlassen. Gemeinsam mit dem Barden Rittersporn und der Bogenschützin Milva macht er sich auf die Suche nach Ciri, die seit den Ereignissen auf dem Zauber*innenkonvent verschwunden ist. Gerüchte besagen, sie sei in Nilfgard und werde den dortigen Herrscher heiraten. Auf dem Weg nach Nilfgard begegnen Geralt und seinen Gefährt*innen immer häufiger Kriegshandlungen und ihren Folgen - sie finden neue Verbündete, treffen aber auch auf alte Feinde. Schließlich verdichten sich die Hinweise, dass Ciri gar nicht in Nilfgard ist. Doch wo steckt sie dann? Geralt weiß es nicht, aber er muss das Mädchen schnell finden, denn auch andere Kräfte wollen das Löwenjunge für ihre eigenen Zwecke nutzen...

Wie auch die anderen Bände der Reihe ist dieses Buch gut geschrieben und lässt sich gut zum abendlichen Entspannend lesen. Was mich etwas stört, ist, dass ich irgendwie das Gefühl habe, dass die eigentliche Handlung nicht vorangeht. Geralt und Gefährten irren durch Wälder und Wiesen, die Zauber*innen debattieren endlos (wobei sich dabei wenigstens etwas von der Hintergrundgeschichte um Ciri offenbart) und Ciri plündert und mordert sich mit den Bandit*innen durch die Gegend. Ich hoffe, dass die beiden letzten Bände vor allem deshalb dicker sind, weil hier endlich mehr passiert.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
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Daniel O'Malley "Codename Rook"

Eine Person kommt in einem Park zu sich, umringt von Leichen und ohne Gedächtnis. In ihrer Jackentasche findet sie einen Brief, aus dem hervorgeht, dass der Körper, in dem sie steckt, einst einer Myfanwy Thomas gehörte. Myfanwy ist Agentin einer geheimen britischen Regierungsbehörde, die sich der Bekämpfung übernatürlicher Phänomene widmet. Ihre Angehörigen verfügen teilweise auch über besondere Fähigkeiten - Myfanwy beispielsweise kann das Nervensystem anderer Menschen bei Berührung kontrollieren. Durch ihre Fähigkeiten in der Verwaltung ist sie bis in die oberste Führungseffekte aufgestiegen - und nun trachtet ihr ein Mitglied ihrer Organisation nach dem Leben und sie weiß, dass sie ihr Gedächtnis verlieren wird. Zu diesem Zweck hat sie, das Organisationstalent, alles dafür vorbereitet, damit - ja, wer eigentlich? sie selbst ohne Gedächtnis? oder eine andere Seele in ihrem Körper? - weitermachen oder fliehen kann. Die neue Myfawny entscheidet sich fürs Weitermachen und kommt schließlich einer großangelegten Verschwörung auf die Spur, an der die Erzfeinde ihrer Organisation beteiligt sind. Doch Myfanwys Gegner müssen bald feststellen, dass von der schüchternen Verwaltungsleiterin nicht mehr viel übrig ist. Die neue Myfanwy besitzt Kampfgeist und stellt sich ihren Gegner in den Weg...

Ich war über Werbung in anderen Büchern auf diesen Roman aufmerksam geworden und irgendwie hatte es interessant geklungen. Jetzt muss ich sagen, dass in diesem Fall nicht auf den Holzpfad geführt worden bin. Ich hatte Spaß an der Lektüre dieses gut erzählten, spannenden und witzigen Buchs, das mit einer ganzen Reihe an ungewöhnlichen Ideen auffährt - bspw. einer Regierungsorganisation, die ihre Hierarchie aus dem Schachspiel ableitet sowie einer ganzen Menge abstruser Fähigkeiten, von denen die Agentin Thomas nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Wenn man das Buch in den Händen hält, ist man erstmal überrascht, weil es doch ein recht dicker Wälzer zu sein scheint. Ich kann aber sagen, dass sich das beim Lesen überhaupt nicht bemerkbar macht und ich mich vielmehr gewundert habe, wie schnell ich mit dem Buch durch war.

4
Durchschnitt: 4 (1 Bewertung)
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Nadine Matheson "Jigsaw Man - Im Zeichen des Killers"

Detective Inspector Anjelica Henley kehrt für einen neuen Fall endlich wieder in den Außendienst zurück. Sie hatte vor allem am Schreibtisch gearbeitet, seitdem sie bei der Festnahme des Jigsaw-Killers, Peter Olivier, schwer verletzt wurde. Dieser wurde damals so genannt, weil er seine Opfer zerstückelte und ihre Körperteile einzeln an verschiedenen Orten in London auftauchen ließ. Zu Anjelicas großem Entsetzen ähnelt ihr neuer Fall Oliviers Vorgehensweise bis ins kleinste Detail, eines, das nie in der Öffentlichkeit verraten wurde. Doch Olivier kann es nicht sein, denn der sitzt weiterhin hinter Gittern. Offenbar hat sich ein Nachahmungstäter gefunden, der Oliviers Morde kopiert. Und dieser ist alles andere als begeistert davon. Als Olivier aus dem Gefängnis entkommt, müssen Henley und ihre Kolleg*innen zwei Serienmörder jagen - und verhindern, dass diese sich zuerst finden...

Der Autorin ist ein spannender, gut lesbarer Thriller mit interessanten Figuren gelungen. Stellenweise war es mir zwar etwas zu viel Privatleben bzw. private Tragödien der Ermittler*innen, aber dadurch haben die Charaktere andererseits Tiefe und Persönlichkeit erhalten. Den Jigsaw-Killer selbst hätte ich noch ein bisschen böser gewünscht, das war mir zu sehr der 08-15-Serienkiller. Eine Sache hat mich jedoch frustriert und ich halte sie für einen schweren Logikfehler, der auch meine Bewertung stark beeinflusst: Ich habe nicht mitbekommen, das aufgelöst wurde, vorher der Nachahmungstäter von jenen Details wusste, die nicht an die Öffentlichkeit gelangt sind. Und damit fällt das Buch leider ziemlich in sich zusammen.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
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M.R. Forbes "Zerstörung" (The Divine Chronicles 3)

Es sieht nicht gut aus für Landon und seine Mitstreiter*innen: Das Biest hat sich aus seinem Gefängnis befreit, scharrt seine Anhänger*innen um sich und versucht seine volle Macht zu erreichen. Hierzu braucht es allerdings Sarah, die Landon ihm bisher entziehen konnte. Um ihren Gegner wieder in die Schranken zu weisen, müssen Landon und Co. die Box verbessern, in der bisher der Dämon Abbadon zusammen mit dem Erzengel Avriel eingesperrt war. Eines der Schwerter von Kanaan soll ihnen dabei helfen, doch auch dieses will erst einmal gefunden werden. Und die Zeit drängt, denn das Biest sammelt immer mehr Anhänger*innen um sich und zwingt Unbeteiligte unter seinen Bann...

Oh weh, nicht nur, dass dieser dritte Band der Reihe auch über eine sehr schwache Handlung verfügt, die mich kaum fesseln konnte, sind auch noch auf fast jeder Seite Übersetzungsfehler, falsch geschriebene Worte oder Namen sowie nicht korrekte Pronomen zu finden, die es schwierig machen zu verstehen, worauf sich eine Aussage bezieht. Sorry, aber das geht so gar nicht.

1
Durchschnitt: 1 (1 Bewertung)
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Anonymous "Unser täglich Blut"

Die Dead Hunters sind eine besondere Truppe von Auftragsmördern: Zu ihnen gehören nur die gefährlichsten Serienkiller wie der Rote Irokese oder der Bourbon Kid. Doch dieses Mal bekommen sie es mit einem Gegner zu tun, der selbst ihnen das Wasser reichen kann: Kain. Dieser laut Bibel erste Mörder der Menschheitsgeschichte hat es sich zum Ziel gesetzt, die vier Reiter der Apokalypse zu befreien und selbige zu entfesseln. Die Dead Hunters sollen versuchen, das zu verhindern und Kain zu töten. Hierfür brauchen sie eine mystische Waffe, den Brutosdolch. Doch Kain und die Reiter erweisen sich als gefährliche Gegner, denen es gelingt einen Teil der Dead Hunters aus dem Spiel zu nehmen. Selbst der Bourbon Kid scheint an seine Grenzen zu stoßen...

Bisher habe ich die Bücher des Autors aufgrund ihres skurillen Humors und der abgefahrenen Handlungen gerne gemocht. Okay, die Bücher um den Roten Irokesen fand ich deutlich schwächer als die Reihe um den Bourbon Kid, aber das ging alles trotzdem noch. Doch nach diesem Buch muss ich ehrlich sagen, dass ich von zukünftigen Veröffentlichungen des Autors die Finger lassen werde. Ich konnte der Handlung überhaupt nichts mehr abgewinnen, fand die Ideen durchweg fad und den Fäkalhumor, der auf nahezu jeder dritten Seite auftauchte, einfach nur peinlich. Manchmal sollte man echt besser wissen, wann man aufhören soll.

1
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M.R. Forbes "Totennacht" (Der Nekromant 1)

Conor Night hatte einmal ein schönes Leben: Er war ein erfolgreicher Arzt mit einer tollen Frau und einer niedlichen kleinen Tochter. Dann wurde bei ihm Krebs diagnostiert und eine Lebenserwartung von drei Monaten. Conor verschwand aus seinem Bilderbuchleben und wurde von der Söldnerin Dani gefunden, bevor einige üble Typen ihn halbtot schlagen konnten. Was Conor und Dani erst herausfinden mussten: Seine Erkrankung weckte in Conor eine seltene magische Fähigkeit: Als Nekormant kann er die Toten zum Leben erwecken und ihnen Befehle erteilen. Seine Fähigkeiten sind jedoch nicht besonders angesehen und darüber hinaus ist er auf eine seltene, extrem teure Droge angewiesen, um am Leben zu bleiben. Der aktuelle Auftrag als Söldner sollte eigentlich dazu dienen, ein paar Wochen Ruhe in Conors und Danis Kriegskasse zu spülen, doch blöderweise geht einiges dabei schief. Um einen Ausgleich zu schaffen, nimmt Conor den Auftrag an, den seine beiden Opfer ausführen sollten, doch dies erweist sich als gefährliche Entscheidung. Plötzlich sind Conor und Dani zwischen alle Fronten in einem Machtkampf der regierenden Häuser geraten und in tödlicher Gefahr...

Irgendwie schade: Die Grundidee des Buches und die Welt, die hier entwickelt wurde, haben mir sehr gut gefallen. Auch die Erzählweise des Autors ist spannend und liest sich grundsätzlich gut, wie auch in seiner anderen Reihe Divine-Chronicles, durch die auf dieses Buch erst aufmerksam wurde. Was mich jedoch echt gestört hat und das ist mir noch nie vorher bei einem Buch passiert: die Sprache. Das holpert an vielen Ecken, teilweise stehen dort offensichtlich falsche Wörter und an ein oder zwei Stellen, hab ich beinahe den Faden verloren, weil ich nicht verstanden habe, was der Satz gerade mir sagen wollte. Ich gehe sehr davon aus, dass das Übersetzungsfehler sind, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass die englischen Originalen so veröffentlicht worden wären. *entsetztes Kopfschütteln*

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
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Anthony Ryan "Das Erwachen des Feuers" (Draconis Memoria 1)

Der arradsianische Kontinent ist bekannt für einen Rohstoff, der die Welt prägt: Drachen. Aus ihrem Blut wird das Produkt gewonnen, jener Stoff, der es bestimmten Menschen, den sogenannten Blutgesegneten, ermöglicht besondere Leistungen zu vollbringen. Doch die Welt steht vor einer großen Veränderung: Die Drachen werden immer weniger, in Gefangenschaft sterben sie früh und pflanzen sich kaum fort. Woher soll das Produkt kommen, wenn es die Quelle nicht mehr gibt? Der junge Dieb Claydon Torcreek wird gemeinsam mit seinem Onkel und seiner Gruppe Drachenjäger auf eine geheime Mission in das Innere des Kontinents geschickt. Angeblich hat eine Forscher*innengruppe dort vor Jahren die Entdeckung gemacht, die alle Probleme lösen könnte: einen weißen Drachen, einziger seiner Art und unglaublich mächtig. Obwohl anfangs weder Clay noch sein Onkel so wirklich an diese Geschichte glauben, finden sich bald Hinweise, dass an ihr doch etwas dran sein könnte. Bald kommen ihnen Zweifel, ob sie das, was sie suchen, wirklich finden wollen. Währenddessen findet die Agentin Lizanne Lethridge ein rätselhaftes Artefakt, das ebenfalls mit dem mysteriösen weißen Drachen in Verbindung zu stehen scheint. Und während unterschiedliche Parteien alles tun, um ihre Interessen zu wahren und Profit aus allem zu ziehen, zieht am Horizont Krieg auf - nicht nur mit dem corvantinischen Kaiserreich, sondern auch mit dem weißen Drachen, der seine Artgenossen und die Verderbten vereint zu haben scheint...

Ich muss leider sagen, dass ich von dem Buch enttäuscht bin. Nach Lektüre des Klappentextes hatte ich gedacht, dass es mir super gefallen würde - dann habe ich mich jedoch eher durchkämpfen müssen, als es wirklich mit Freude zu lesen. Ich kann dabei gar nicht so genau sagen, woran es eigentlich liegt: Der Autor erzählt im Prinzip eine originelle Geschichte, die Welt ist gut durchdacht und detaillreich ausgearbeitet, die Figuren durchaus interessant - aber bei mir ist einfach der Funke nicht übergesprungen. Schade.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
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Guillaume Musso "Ein Wort, um dich zu retten"

Nathan Fawles, einst ein gefeierter und erfolgreicher Schriftsteller, hat sich seit Jahren auf die Insel Beaumont zurückgezogen. Hier lebt er abgeschieden mit seinem Hund und meidet den Kontakt zu anderen Menschen, soweit es geht. Besonders verhasst sind ihm jedoch Kontaktversuche von (angehenden) Schriftsteller*innen oder Journalist*innen. Als ihm sein Hund entläuft und ausgerechnet die Journalistin Mathilde Monney ihn findet und zu ihm zurückbringt, ist er von der Bekanntschaft alles andere als angetan. Doch Mathilde lässt nicht locker und bald wird Fawles klar, dass die Begegnung kein Zufall war, sondern Mathilde bewusst nach ihm gesucht hat. Dann erschüttert ein grausamer Mord die Insel und die anschließenden Ermittlungen schotten die Bewohner*innen von der Außenwelt ab. Es wird immer deutlicher, dass Mathilde an bestimmten Ereignissen aus Fawles Vergangenheit interessiert ist, die in Verbindung mit dem Mord stehen. Offenbar hat jemand ein perfides Rachevorhaben in die Tat umgesetzt, ohne jedoch zu ahnen, welch ungeheuerliche Geschichte sich dadurch offenbaren wird...

Dies ist jetzt mein zweites Buch des Autors und ich muss sagen, auch dieses hat mir sehr gut gefallen. Dabei ist Musso eigentlich völlig anders als das, was ich sonst so lese - aber vermutlich spricht auch das für ihn. Aus meiner Sicht schreibt er einfach nette Unterhaltung, die sich angenehm liest und bei der man abschalten kann. Ich war schnell in der Geschichte drin und wollte wissen, wie es ausgeht. Die Handlung ist spannend und die Auflösung hat mich überrascht: Damit hatte ich nicht gerechnet. Sicher kein Buch, das einen Literaturpreis bekommen wird, aber wer unterhaltsame Geschichten sucht, ist hier meiner Meinung nach an der richtigen Adresse.

4
Durchschnitt: 4 (1 Bewertung)
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Patrick Rothfuss "Der Name des Windes" (Königsmörder-Chronik 1)

Ein kleines Gasthaus in einem Dorf mitten im Nirgendwo. Hier passiert eigentlich kaum etwas, bis ein spinnenartiges Wesen das Pferd des Dorfschmieds attackiert und dieser es nur mit Glück töten kann. Überraschenderweise scheint Kothe der Wirt mehr über das Spinnentier zu wissen, als er zugeben will. Bei seinem Versuch andere Biester der gleichen Art zu töten, trifft er auf einen reisenden Chronisten, dem er Zuflucht in seinem Wirtshaus gewährt. Doch der Chronist ist nicht ohne Grund in die abgeschiedene Gegend gereist: Er weiß, dass sich hinter dem unscheinbaren Gastwirt Kvothe verbirgt, der Magier und Musiker, auch genannt der Blutlose und Königsmörder. Ein Mann, um den sich mehr Legenden ranken, als man zählen kann. Doch der Chronist möchte die Wahrheit hinter den Legenden erfahren und es gelingt ihm, Kvothe dazu zu bringen, sein Leben zu erzählen: Davon, wie er bei als Kind fahrender Musiker und Schauspieler aufwuchs und sich schon immer durch seine erstaunlichen Geistesgaben auszeichnete. Wie er vom Suchen nach Feuerholz ins Lager zurückkam und seine Eltern und alle Mitglieder der Truppe ermordert vorfand, weil sie die falschen Lieder gesungen hatten. Wie er als Straßenjunge lernte zu überleben. Wie er an der Universität angenommen wurde und seine Suche nach den Mördern seiner Eltern dort fortsetzte. Doch die Chandrian, jene Dämonen, die der junge Kvothe damals zu sehen glaubte, sind doch nur Geschichten, mit denen man kleine Kinder und abergläubische Menschen erschreckt - oder steckt, wie in allen Geschichten, auch hier mehr als ein Quäntchen Wahrheit hinter den Legenden?

Ich hatte schon häufiger viel Lob über Patrick Rothfuss und seine Bücher gehört, mich hatten aber das Cover und der recht kurze und damit auch kryptische Klappentext nie so wirklich überzeugen können. Jetzt habe ich Osterfeiertag zum Teil für den ersten Band der Reihe genutzt - und bin völlig begeistert. Rothfuss ist ein großartiger Erzähler, der eine komplexe und gut durchdachte Welt schildert. Die Erzählerstimme fasziniert und selbst in der deutschen Übersetzung wird deutlich, dass hier jemand schreibt, der mit Sprache absolut versiert umgehen kann. Das Buch kommt mit seinen mehr als 800 auch nicht gerade dünn daher, aber das ist ebenfalls etwas, was ich sehr schätze: Rothfuss nimmt sich Zeit seine Geschichte zu erzählen und die Figuren zu entwickeln. Und das macht wirklich Spaß, auch wenn ich mich teilweise frage, wie viele Bände es noch brauchen wird, bis die Geschichte zu Ende erzählt ist.

5
Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)
Horch und Guck: 
 

Andrzej Sapkowski "Die Zeit der Verachtung" (Der Hexer 2)

Hexer Geralt und die Zauberin Yennefer versuchen immer noch, Ciri, die Prinzessin von Cintra, zu beschützen. Und das scheint am besten zu gelingen, wenn alle glauben, dass Ciri nicht mehr lebt. Denn diverse Fraktionen sind auf der Suche nach dem Löwenjungen, um es für die eigenen Zwecke einzuspannen. Yennefers Idee Ciri in einer Schuler für Zauberei zu verstecken und ihr dabei gleich die Ausbildung zukommen zu lassen, erweist sich jedoch als schwerwiegender Fehler. Geralt, Yennefer und Ciri geraten mitten in die Auseinandersetzungen der unterschiedlichen politischen Fraktionen innerhalb des magischen Rats und Geralt wird dabei so schwer verletzt, dass nur die Dryaden ihn wieder kurrieren können, während der Krieg der nördlichen Königreich mit dem Imperium von Nilfgard beginnt. Ciri gelingt die Flucht durch ein magisches Portal, doch dieses führt sie in eine lebensgefährliche Wüste, in der nur ein verirrtes Einhorn ihr einziger Gefährte ist. Und auch, als es ihnen gelingt, der Wüste schließlich zu entkommen, bedeutet dies keine Rettung. Denn es hat Ciri in nilfgardisches Siedlungsgebiet verschlagen und der Imperator lässt schon nach ihr suchen...

Ich hab ein bisschen Zeit zwischen diesem Buch und dem ersten Band der Reihe verstreichen lassen und hatte erst Sorgen, ob ich wirklich wieder in die doch recht komplexe Handlung hineinfinden werde. Wer ähnliche Befürchtungen hat, den*die kann ich beruhigen: Man kommt sehr schnell wieder in die Geschichte rein und kann die Figuren auch problemlos zuordnen. Erneut habe ich ein Buch aus der Hexer-Saga als kurzweilige und gut geschriebene Fantasy erlebt, die gut unterhält. Die Erlebnisse von Ciri auf dem Markt und in der Wüste mit dem Einhorn fand ich etwas langatmig und habe mich gefragt, ob die wirklich so in jedem kleinen Detail geschildert werden müssen. Aber vielleicht löst sich das noch in den Folgebänden auf und machte doch Sinn.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
Horch und Guck: 
 

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