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Buchstabensalat

Mariette Lindstein "Die Sekte - Deine Angst ist erst der Anfang"

Sofia Baumann ist es gelungen, den Fängen der Sekte Via Terra und vor allem von deren Anführer Franz Oswald zu entkommen. Doch ihre Vergangenheit lässt sie nicht wirklich los. Als Oswald nur zu einer geringen Gefängnisstrafe verurteilt wird, weil kaum jemand gegen ihn aussagt, und sich seinen "Popstar"-Status auch noch hinter Gittern beibehält, will Sofia zurückschlagen. Gemeinsam mit Elvira, einer anderen Aussteigerin, veröffentlicht sie ihre Erlebnisse auf einem Blog. Natürlich ist Oswald nicht begeistert von den Enthüllungen und seine Anhänger*innen beginnen, Sofia das Leben schwer zu machen. Gefälschte Einträge auf Sexseiten, Schmierereien an Haus- und Wohnungstür sowie die Überwachung von Sofias neuer Wohnung sind nur einige der Schickanen, denen sie sich ausgesetzt wird. Als die Bedrohungen auch ihren Hund treffen, reicht es Sofia. Sie beschließt für einen zeitlich befristeten Job nach San Francisco zu gehen. Hier glaubt sie, endlich alles hinter sich gelassen zu haben. Doch Oswalds Arm ist länger als sie glaubt und schon bald sieht sie sich einer perfiden Falle des Sektenführers ausgesetzt, der von Sofia nahezu besessen scheint...

Während der erste Band schilderte, wie Sofia in die Fänge der Sekte geraten ist und ihnen schließlich wieder entkam, geht es nun um die Zeit danach, den Prozess der Loslösung und Verarbeitung des Erlebten. Dieser wird Sofia nicht gerade leichtgemacht, denn eine wirkliche Strafe gibt es für ihren einstiegen Peiniger nicht. Soweit scheint mir das Buch sogar sehr realistisch. Den Ausblick in die Familiengeschichte von Oswald, die hier endlich enthüllt wird, fand ich ebenfalls sehr spannend. Hierdurch erklärt sich so einiges an seiner Psyche. Alles in allem also kein schlechtes Buch, das mich aber auch nicht wirklich umgehauen hat. Von daher: Als Thriller durchaus zu empfehlen, aber bitte nicht den großen Wurf erwarten.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
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Ray Celestin "Gangsterswing in New York"

New York 1947: Die Privatdetektin Ida Young, vormals Davies, folgt einer Bitte ihres einstigen Partners Michael Talbot. Sein Sohn Tom wurde wegen Mordverdachts verhaftet und es sieht sehr übel aus für den jungen Mann. Dass Tom sich weigert, genauere Aussagen darüber zu machen, warum er am Tatort war und auch sonst einige Lügen erzählt hat, hilft nicht gerade dabei, seine Unschuld zu beweisen. Doch es gibt auch deutliche Hinweise auf ein Polizeikomplott. Michael hat Ida hinzugezogen, weil sie als Expertin für solche Fälle gilt. Gleichzeitig zu ihren Ermittlungen wird Gabriel Leveson von Frank Costello, dem obersten Boss der Mafia gebeten, ihm die zwei Millionen Dollar wiederzubeschaffen, die Bugsy Siegel vor seinem Tod von ihm ergaunert hat. Gabriel ist von dem Auftrag nicht gerade begeistert, denn eigentlich plant er, in wenigen Tagen aus New York und den Fängen der Mafia zu verschwinden. Costellos Auftrag behindert seinen sorgfältigen Fluchtplan. Und während beide Parteien ihren Fällen und Spuren nachgehen, zeigen sich bald Hinweise auf Parallelen zwischen den beteiligten Personen. Ida und Michael scheinen mal wieder in einen Fall geraten zu sein, in dem sie es mit der Mafia zu tun bekommen...

Ich bin ja bekennender Fan der Reihe und wurde als solche auch mit diesem Band nicht enttäuscht. Erneut gelingt dem Autor nicht nur ein spannender Detektivroman, sondern auch ein hervorrangendes Bild von New York Ende der 1940er Jahre. Ich war dabei überrascht von der negativen Grundstimmung der Gesellschaft, die hier deutlich wird, anderseits wird sie nachvollziehbar, wenn man etwas darüber nachdenkt. Band vier der Reihe ist leider noch nicht angekündigt, aber es wird ihn laut Autor geben. Ich bin schon jetzt gespannt auf die Reise nach Los Angeles in den 1960ern.

5
Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)
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Louise Boije af Gennäs "Scheintod"

Saras Leben scheint wieder in geregelten Bahnen zu verlaufen: der vermeindliche Übeltäter ist tot, sie hat einen neuen Job und auch ihr Liebesleben steht wieder unter einem guten Stern. Doch dann beginnen erneut rätselhafte Vorkommnisse: Sie hört nachts in ihrer Wohnung Stimmen, jemand scheint sie zu verfolgen und aus ihrem Büro verschwinden Dokumente. Sind ihre Widersacher vom BSV wieder aktiv geworden? Und was wollen sie von Sara? Als dieses Mal auch ihre Mutter und jüngere Schwester unter den Machenschaften zu leiden haben, ist Sara klar, dass sie anfangen muss, sich zu wehren. Gemeinsam mit dem Journalisten Andreas und ihrer Freundin Sally sichtet sie die umfangreichen Unterlagen ihres Vaters, um Licht ins Dunkel zu bringen. Doch ihre Gegner sind davon gar nicht begeistert und zeigen bald, dass sie vor gar nichts zurückschrecken, um ihre Interessen durchzusetzen...

Auch der zweite Band der Reihe ist wieder ein hervorragender Thriller, der geschickt mit Fakten und Fiktionen spielt. Wieder wird tief in der schwedischen Geschichte gegraben, werden Annahmen des Selbst- und Fremdbildes dieses Musterlandes hinterfragt. Keine Korruption in Schweden? Offiziell ja, aber wie sieht es aus, wenn man genauer hinschaut? Was machen die schwedischen Geheimdienste wirklich? War Palme die eindeutige Lichtgestalt, als die er vielfach nach seinem Tod hingestellt wurde? Wer hinter den Ereignissen um Sara und ihre Familie steckt und was genau die Ursache ist, wird immer noch nicht deutlich. Ich bin wirklich sehr gespannt auf den dritten Band der Reihe und die dann erfolgende Auflösung.

4
Durchschnitt: 4 (1 Bewertung)
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Mattias Edvardsson "Die Lüge"

Nach außen wirken sie wie die perfekte Familie: Ulrika ist Anwältin, Adam Pfarrer - Tochter Stella hat gerade Abitur gemacht und jobt bei H&M, um sich die lang ersehnte Asienreise leisten zu können. Dann wird Stella verhaftet. Der Vorwurf: Sie soll einen Mann getötet haben. Ulrika und Adam sind entsetzt: Kannte ihre Tochter den viel älteren Geschäftsmann überhaupt? Dann tauchen SMS und Zeugenaussagen auf, die den Verdacht erhärten. Adam und Ulrika versuchen alles, um zu beweisen, dass ihre Tochter unschuldig ist. Doch warum schweigt Stella? Wo war sie in der Mordnacht? Könnte es am Ende vielleicht doch sein, dass sie die Täterin ist?

Tja, was soll ich zu diesem Buch sagen? Es ist ein guter Thriller und mir hat vor allem die Idee gefallen, dass die Geschichte nach und nach aus der Perspektive der drei Hauptaktuer*innen erzählt wird. Als Leser*in bekomme ich also immer ein subjektives Bild geboten, das sich langsam zur Wahrheit zusammensetzt. Das allein reicht aber nicht, um ein wirklich umwerfendes Buch zu verfassen. So blieben mir die Figuren über das gesamte Buch hinweg fern, richtig mitfiebern konnte ich mit keiner. Und auch die Auflösung war jetzt nicht so super überraschend - ein bisschen hatte ich damit gerechnet. Von daher: durchaus keine schlechte Lektüre, aber bitte auch nicht zu viel erwarten.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
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Mechtild Borrmann "Grenzgänger"

Nach dem Tod der Mutter hält die junge Henni die Familie mit Schmuggel aus dem benachbarten Belgien über Wasser. Das ist nach dem Krieg in der Eifel keine Seltenheit und irgendwer muss sich ja ums Geld kümmern, seitdem der Vater völlig verwandelt und berufsunfähig aus der Kriegsgefangenenschaft zurückgekehrt ist. Doch dann geht eines Tages etwas furchbar schief und Henni wird in eine Besserungsanstalt gesteckt, ihre jüngeren Geschwister kommen in ein Kinderheim. Erst Jahre später erfährt Henni, dass ihr Bruder Matthias dort kurz nach seiner Ankunft an einer Lungenentzündung gestorben ist. Entsetzt über das, was Fried, ihr anderer Bruder, über die Zustände dort berichtet, will Henni seinen Tod gerichtlich aufklären lassen. Doch ein Verfahren gegen ein kirchliches Kinderheim ist im Deutschland der 1970er Jahre nicht durchzusetzen. Als eine der Nonnen aus dem Heim dann vor einen Zug gestoßen wird, steht Henni plötzlich unter Mordanklage. Dass sie nicht nur kein Alibi hat, sondern sich vor Gericht auch beharrlich weigert zu sprechen, ist dabei nicht gerade hilfreich für sie. Oder sollte sie am Ende doch den Tod des Bruders gerächt haben?

Ein typisches Buch der Autorin: Es wird eine interessante historische Hintergrundgeschichte herausgegriffen, mit einem Kriminalfall angereichert und im Wechsel zwischen Vergangenheit und erzählerischer Gegenwart geschildert. das war bisher so bei jedem der Bücher der Autorin, die ich gelesen habe, diesem hier eingeschlossen. Oh, und dann gibt es ja noch die überraschende Aufklärung des Kriminalfalls, richtig, die hatte ich fast vergessen. Ich glaube wirklich, dass die Romane von Borrmann Potenzial hätten - wenn sich nur nicht immer nach dem gleichen Strickmuster angelegt wären. Daher wird dies auch mein letztes Buch der Autorin gewesen sein, mir sind diese Ähnlichkeiten einfach zu langweilig.

2
Durchschnitt: 2 (1 Bewertung)
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Andreas Gruber "Die Engelsmühle"

Eigentlich sollte Peter Hogart für einen großen Versicherungskonzern ermitteln, um zu klären, ob Brandstiftung vorliegt, doch dann wird ausgerechnet sein Bruder des Mordes verdächt. Sein Mentor aus Studienzeiten wird tot in seiner Villa aufgefunden, offenbar wurde der alte Mann vor seinem Tod auch noch gefolter. Kurt Hogart hatte kurz vorher noch Kontakt zu dem Opfer: Abel Ostrovsky hatte ihn angerufen, weil er ihm ein mysteriöses Videoband anvertrauen wollte. Zwar gelingt es Peter Hogart dieses zu finden, doch was darauf zu sehen ist, scheint keine Hilfe bei der Aufklärung des Mordes zu sein. Dann wird ein zweiter Arzt auf ebenso grausame Weise getötet und die Schlinge um Kurt zieht sich immer weiter zu. Peter Hogart ermittelt verzweifelt weiter und stößt auf die Frau, die auf dem Video zu sehen ist und ihre Zwillingsschwester, eine rätselhafte Malerin, die in einer einsamen Mühle lebt. Bald muss er Hogart erkennen, dass er auf ein lange unbemerktes Verbrechen gestoßen ist und dass der*die Täter*in alles dafür tut, damit dies auch so bleibt...

Ebenso wie der erste Band um den Ermittler Peter Hogart ist dies hier einer frühen Romane des Autors - was sich leider erneut bemerkbar macht. Es gibt wieder die Ansätze des typischen Gruber: eine echte Type als Detektiv, ein sehr brutaler Fall, ein psychotischer Killer. Aber mir fehlt einfach die Komplexität und das geniale Grauen, das Grubers andere Mörder*innen auszeichnet. Positiv anzumerken ist noch, dass ich das Buch - wie alle anderen Thriller des Autors - sehr gut liest und sich dafür prima als Entspannungslektüre eignet. Der etwas weniger schöne Nebeneffekt hierbei: Das Buch ist sehr schnell durchgelesen, ich habe tatsächlich nur einen Tag dafür gebraucht.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
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Christelle Dabos "Im Sturm der Echos" (Die Spiegelreisende 4)

Ophelia und Thorn bleibt nicht mehr viel Zeit, Eulalia Gort und den Anderen zu finden: Immer mehr Archen zerbrechen und in Babel ist es besonders schlimm. Um Platz für die Menschen zu schaffen, die ihr Zuhause verloren haben, wird beschlossen, alle nach Hause zu schicken, die weniger als zehn Jahre in Babel leben. Ophelia kann einer solchen Deportation gerade noch entkommen und sie such Zuflucht im Beobachtungsinstitut für Abweichungen. Gemeinsam mit Thorn, der von den Genealogen zu einer Inspektionsreise dorthin geschickt wurde, versuchen sie hinter das Geheimnis des Füllhorns zu kommen, jenes Gegenstandes, der es Eulalia Gort damals vermutlich ermöglichte, die Familiengeister zu schaffen. Doch ihre Nachforschungen werden gefährlicher denn je und bald zeigt sich, dass kaum jemand in ihrem Umfeld der*die zu sein scheint, die er*sie vorgibt zu sein...

Letzte Bände sind ja einerseits toll, weil hier endlich alles aufgelöst wird. Letzte Bände sind aber auch irgendwie doof, weil tolle Geschichte zu Ende gehen und man Abschied von Figuren nimmt, mit denen man mitgefiebert und die man liebgewonnen hat. Die Spiegelreisende findet in diesem vierten Band nun also auch den Abschluss der Reihe und ich bin wirklich genauso hin und her gerissen, wie oben beschrieben. Es ist wie die Vorgängerbände auch erneut ein tolles Buch, das mich absolut gefesselt hat und das ich gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Die Auflösung der Geschichte ist dabei erstaunlich komplex, auch etwas, was mir an dieser Reihe immer wieder gefallen hat: Sie ist anders als viele der aktuell auf dem Markt erhältlichen Bücher für junge und junggebliebene Leser*innen. Traurig macht es mich aber schon, dass es jetzt vorbei ist. Nicht alles ist gut ausgegangen, das darf ich hoffentlich sagen, ohne zu spoilern. Aber vielleicht, ein kleines Vielleicht, geht es irgendwann doch weiter. Ein Schlupfloch hat sich die Autorin gelassen, aber mehr verrate ich jetzt wirklich nicht.

5
Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)
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Oscar de Muriel "Im Bann der Fledermausinsel" (Ein Fall für Frey und McGray 4)

Ein Hausmädchen aus den schottischen Highlands taucht in Edinburgh auf und bittet Frey und McGray um Hilfe: Einst gab sie ihren Sohn in die Hände eines Priesters, da er das uneheliche Kind des örtlichen Lords war. Nun will die Familie ihn nach dem Tod seines Vaters plötzlich als legitimen Erben anerkennen, doch rätselhafte Morddrohungen lassen sie um das Leben ihres Kindes fürchten. Als Ausgleich für die Hilfe der beiden Polizisten bietet sie ein Heilmittel für den Wahnsinn von McGrays Schwester an - und damit ist klar, dass zumindest dieser alles tun wird, was ihn dem möglichen Wunder nahebringt. Um seinen Kollegen nicht völlig kopflos in den Highlands allein zu lassen, begleitet Frey ihn mehr oder weniger erfreut und nimmt auch gleich seinen Onkel mit, der zufällig in Edinburgh zu Besuch war. Die drei Männer stoßen in den Highlands am abgelegen Loch Maree auf eine verschworene Gemeinschaft mit eigenen Regeln und jeder Menge Geheimnisse. Bis sie wirklich erkennen, worin die Bedrohung besteht und welche Geheimnisse die Familie Koloman in ihrem Herrenhaus hütet, ist es beinahe zu spät - und kostet schließlich einem von ihnen das Leben...

Wie schön, ein neuer Band aus einer meiner Lieblingskrimi-Reihen und erneut ist er so hervorragend wie seine Vorgänger. Das Einzige, was ich schade finde, ist, dass Frey und McGray dieses Mal nicht in Edinburgh ermitteln - wobei die Highlands ein durchaus ebenbürdiges Setting abgeben. Düster ist es mal wieder bei den Ermittlungen und es tun sich so manch dunkle Geheimnisse auf. Einen ziemlichen Paukenschlag gibt es zum Schluss auch, aber ich will ja nicht spoilern. Und dass es die beiden Ermittler mal kurzfristig schaffen, sich ohne jede Beleidigung über ihren Fall auszutauschen, hat dann sogar den Ich-Erzähler überrascht. Ich jedenfalls könnte schon wieder den nächsten Band lesen und bin sehr gespannt auf die Fortsetzung.

5
Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)
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Mattias Edvardsson "Der unschuldige Mörder"

 

Das Leben meint es nicht gut mit dem Journalisten Zackarias Levin: Nach der Freundin ist auch der Job auf einmal weg und da auch keine Aussicht auf andere Anstellung besteht, muss er zurück ins Haus seiner Mutter in der Provinz ziehen. Um seine Situation zu verändern, beschließt Zackarias ein Buch zu schreiben und der Stoff für den geplanten Bestseller ist schnell gefunden: Zacks Studienfreund Adrian ist für den Mord an dem Schriftsteller Leo Stark verurteilt worden - trotz schwacher Beweise und aufgrund einer fehlenden Leiche der berechtigten Frage, ob sich Leo Stark nicht einfach nur abgesetzt hat. Zack möchte die Ereignisse von damals aufarbeiten - ob er jedoch die Wahrheit erzählen will oder einen Roman schreibt, scheint ihm selbst nicht ganz klar zu sein. Dann geschieht etwas Unglaubliches: Leo Starks Leiche wird gefunden und die Polizei kann die Ermittlungen wieder aufnehmen. Haben Zacks Nachforschungen den Mörder nervös gemacht? Will ihm jemand helfen oder ganz im Gegenteil sogar schaden? Und was ist damals nun wirklich passiert? Selbst Zacks Schriftsteller Fantasie hätte sich die tatsächliche Auflösung des Falles wohl nicht träumen lassen...

Tja, was soll ich sagen? Das Buch liest sich recht gut und die Geschichte ist logisch konstruiert, ebenso wie die Auflösung. Kommt sie wirklich überraschend? Hier muss ich widersprechen - ich finde, es gab zumindest Ansätze, die schon früh nicht ausgeschlossen haben, dass dies die richtige Erklärung gewesen ist. Aus der Ich-Perspektive im Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu erzählen, hat sich zusätzlich zur Spannung beigetragen. Allerdings muss ich sagen, dass mir der Ich-Erzähler recht unsympathisch war und ich daher nicht wirklich mit ihm mitfiebern konnte. Das Buch ist daher eine bedingte Empfehlung - wer besseres in Aussicht hat, sollte dem den Vorzug geben.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
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Andreas Gruber "Die schwarze Dame"

Peter Hogart ist Versicherungsdetektiv und wird in dieser Eigenschaft nach Prag geschickt, um das Verschwinden einer Kollegin aufzuklären. Diese hatte nach einem spektakulären Brand vor Ort recherchiert und seit ihrer letzten Nachricht, in der sie mitteilte, dass sie den Versicherungsbetrug aufgedeckt hätte, spurlos verschwunden. Die örtliche Polizei war keine Hilfe und zeigt sich auch Hogart gegenüber wenig kooperativ. Anders verhält es sich mit Privatdetektivin Ivona Markovic, die eigentlich im Falle eines Serienmörders ermittelt, aber Hogart zu mögen scheint. Bald schon zeigt sich jedoch, dass beide Fälle zusammenhängen, den Hogarts Kollegin wurde ein Opfer eben jenes Serienkillers. Plötzlich findet sich der Wiener Detektiv in einem Wettlauf mit der Zeit wieder, in dem zwei wahnsinnige Mörder eine Partie Schach in den Straßen von Prag spielen - mit hohem Einsatz, denn für jede geschlagene Figur muss ein Mensch sterben...

Offenbar ist das hier der erste Roman von Andreas Gruber gewesen, was man leider auch ein wenig merkt. Es sind zwar jene Elemente zu erkennen, die ich an seinen späteren Büchern so gerne mag, aber es wirkt alles doch noch ein bisschen roh. Wobei die Grundidee mit den beiden Mördern schon sehr cool. Auch sind kleinere Logikfehler geblieben - die Tochter des Gangsters, die kein Deutsch versteht, reagiert auf eine Aussage von ihm in dieser Sprache? Hier hätte das Lektorat aufpassen müssen. Alles in allem aber trotzdem ein unterhaltsames Buch, das ich recht gern gelesen habe.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
Horch und Guck: 
 

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