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Buchstabensalat

J.D. Barker "The fourth Monkey -Geboren um zu töten"

In Chigaco geht ein Serienkiller um. Er entführt meist die Töchter einer Familie und schickt ihnen in der Folge erst ein Ohr, dann ein Auge und schließlich die Zunge der Entführten. Danach findet man ihre Leiche - mit einem Schild, auf dem "Tue nichts Böses" steht. In allen Fällen zeigte sich, dass Angehörige der Entführten Straftaten begangen hatten. Die Polizei ist ratlos, denn der Täter hinterläst keine Spuren. Dann passiert das Unglaubliche: Der Mörder wird von einem Bus überfahren, als er ein neues Paket mit dem Ohr seines Opfers aufgeben will. Er stirbt noch am Unfallort. Und nun müssen die Chigacoer Cops alles daran setzen, sein letztes Entführungsopfer, die uneheliche Tochter eines lokalen Baulöwen, zu finden. Doch je weiter die Suche geht, umso kommen den Chef des Ermittlungsteams, Sam Porter, Zweifel: War es wirklich der Serienmörder, der bei dem Unfall gestorben ist? Oder treibt hier ein verbrecherisches Genie ein perfides Spiel mit der Polizei?

Ich neige ja bei Bücher über Serienkiller durchaus dazu, diese spontan zu kaufen. Bei dem hier war es anders, ich hatte es mehrfach in der Hand und habe mich zunächst öfter dagegen entschieden, bis das Interesse dann doch größer war als die mögliche Skepsis. Im Nachhinein muss ich sagen, dass es Blödsinn war, so lange mit der Lektüre zu warten. Das Buch ist sicher kein literarisches Highlight, aber ein spannender und gut erzählter Thriller. Es gibt interessante Charaktere und einige nicht vorhersehbare, aber durchaus logisch aufgezogene Wendungen in der Story. Die vielen kurzen Kapitel haben zumindest mich immer wieder dazu verleitet, noch eben schnell ein Kapitel weiterzulesen, so dass ich für das gesamte Buch nicht mehr als drei Tage gebraucht habe. Alles in allem kann ich Thrillerfreund*innen hier nur eine Empfehlung aussprechen.

4
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Horch und Guck: 
 

Max Annas "Morduntersuchungskommission"

Jena 1983: An einer Bahnstrecke wird die Leiche eines Vertragsarbeiters aus Mosambique gefunden. Der Tote wurde offenbar brutal zusammengeschlagen, bevor er starb, weitere medizinische Untersuchungen weisen nach, dass es Mord gewesen sein muss. Doch niemand will etwas von der Tat gesehen haben, obwohl sie in einem Zug mit anderen Mitreisenden begangen worden sein. Otto Castrop und seine Kollegen von Morduntersuchungskommission nehmen die Ermittlungen auf. Doch als sich die Hinweise verdichten, dass Rassismus das Motiv für die Tat gewesen sein könnte, wird ihnen der Fall von der Stasi entzogen. Schließlich gibt es keine Rassisten in der DDR und wie soll man das dem Bruderstaat in Afrika erklären? Doch Otto Castrop kann mit dieser Situation nicht leben und beginnt, heimlich weiter zu ermittelt. Dabei kommt er den Tätern immer näher, was jedoch nicht unbedingt gut für ihn ist. Castorp wird beobachtet und erfährt durch seine Ermittlungen Dinge, von denen er eigentlich nichts wissen sollte...

Mich hat an diesem Buch vor allem das Setting gereizt: ein Krimi, der in der DDR spielt und dann auch noch ein Mord aus rassistischen Motiven. Dieses Problem fängt der Autor auch sehr gut ein - Morde sind im Sozialismus ja schon problematisch genug (ein häufiger Satz im Buch ist: "So etwas gibt es in der DDR nicht.") - und dann auch noch dieses Motiv? Gut gefallen hat mir, dass sich in dem Buch zeigt, wo die Stasi überall ihre Augen und Ohren hatte und eingriff. Wer es ist, der Castrop beobachtet, wird im Buch nicht verraten. Was mich jedoch irritiert hat, war der immense Tabak- und Alkoholkonsum der Figuren. Dass in den 1980ern viel geraucht wurde, nehme ich dabei noch hin, aber dass selbst Polizisten während der Arbeit gesoffen haben? Kommt mir irgendwie komisch vor. Darüber hinaus bin ich mit der Hauptfigur und einigen ihrer Handlungen überhaupt nicht wahrgeworden (gehe hier nicht weiter ins Detail, um nicht zu spoilern). Auch das Ende hat mich irgendwie zeimlich enttäuscht - damit hätte ich nicht gerechnet und stimmig erscheint es mir auch nicht.

3
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Horch und Guck: 
 

Venom

Eddie Brock hat sich einen Namen als Enthüllungsjournalist gemacht, der auch nicht davor zurückschreckt unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Als er den Wissenschaftler und Unternehmer Carlton Drake jedoch in einem Interview mit Vorwürfen konfrontiert, die er heimlich aus Unterlagen seiner Freundin, der Anwältin Anne, erlangt hat, ist der Bogen überspannt: Job weg, Freundin weg, Wohnung weg. Monate später ist Eddie ziemlich unten angekommen, keiner in der Branche will ihn einstellen oder für sich arbeiten lassen. Umso interessierter ist er, als ihn Dr. Dora Skirth, eine Mitarbeiterin Drakes, kontaktiert und von geheimen Versuchen an Menschen berichtet. Eddie lässt sich von ihr in die Forschungseinrichtung einschleusen, um ihre Behauptungen zu überprüfen. Dabei erkennt er eine der Versuchspersonen wieder. Beim Versuch, sie zu befreien, kommt Eddie selbst in Kontakt mit den ausserirdischen Symbioten, mit denen Drake seine Opfer infiziert. Eddie kann zwar entkommen, doch fängt er an eine Stimme zu hören und entwickelt ungezügelten Appetit. Bald wird muss er erkennen: Ein anderes Wesen befindet sich in seinem Körper - ein Ausserirdischer namens Venom. Erst will Eddie ihn unbedingt wieder loswerden, doch bald muss er erkennen, dass er Venom braucht, um Drakes Pläne zu vereiteln. Außerdem hat die Symbiose auch noch andere Vorteile für den ehemaligen Reporter...

Venom ist anders als die anderen Marvel-Verfilmung, steht doch hier nicht ein*e Held*in, sondern ein weniger eindeutiger Charakter im Mittelpunkt der Handlung. Und gerade das ist, was ich an diesem Film so mag. Hinzu kommt noch, dass Tom Hardy einfach großartig ist - meiner Meinung nach die perfekte Besetzung für Eddie Brock. Und das Zusammenspiel Brock mit dem ausserirdischen Symbionten ist an vielen Stellen richtig witzig (bspw. als es um die Frage geht, wer und wer nicht gegessen werden darf). Kurz und gut: Popcornkino der oberen Klasse, aus meiner Sicht einfach nur zu empfehlen.

4
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Horch und Guck: 
 

Miles Cameron "Der Drache erwacht"

Die Truppe um den roten Ritter ist wieder nach Albia zurückgekehrt, doch wirklich ausruhen können sie sich nicht. Es deutet sich immer mehr an, dass der Magier Thorne gemeinsam mit seinen Verbündeten aus der Wildnis im Auftrag seines Meisters Asch den Wyrm angreifen will - einen Verbündeten der Söldnertruppe. In der Hauptstadt wird die Lage für die Königin zusätzlich immer bedrohlicher: Der König hat sie des Ehebruchs und der Hexerei angeklagt. Angestachelt von seinen vermeindlichen galyschen Verbündeten will er sie auf dem Scheiterhaufen verbrennen, wenn nicht jemand für sie im Turnier kämpft und gegen den Favoriten des Königs gewinnt. Zusätzlich muss sich die Königin auch noch gegen Angriffe aus der magischen Welt auf sie und ihr ungeborenes Kind erwehren. Es gibt also eine Menge zu tun für den roten Ritter und seine Truppe, wenn sie verhindern wollen, dass ihre Heimat ins Chaos stürzt...

Es hat ganz schön gedauert, bis ich jetzt endlich den dritten Band der Reihe gelesen habe... Tja, was soll ich sagen? Ich werd einfach nicht richtig warm mit der Geschichte und den Figuren. Zwar liest sich das Buch recht gut und spannend ist es auch, aber gut unterhalten habe ich mich nicht gefühlt. Diese Mischung aus Fantasy und realer Historie ist einfach nicht mein Ding. Ich bin froh, dass diese Reihe damit für mich abgeschlossen ist.

2
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Oscar de Muriel "Die Todesfee der Grindlay Street" (Ein Fall für Frey und McGray 3)

In Edinburgh herrscht Aufregung: Die Theatertruppe um den bekannten Schauspieler Henry Irving gastiert in der Stadt, um MacBeth - auch bekannt als das schottische Stück - zu spielen. Die Inszenierung hat schon in London wegen ihrer modernen Bühnentechnik für Aufsehen gesorgt. Doch das Gastspiel scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Schon in London tauchte während einer Vorstellung plötzlich eine Todesfee auf, die mit ihrem Schrei Publikum und Ensemble in tiefen Schrecken versetzte. Und nun scheint es, als sei diese Erscheinung der Truppe gefolgt. Ihre merkwürdigen, mit Blut geschriebenen Botschaften lassen das Schlimmste vermuten, so dass schließlich die Edinburgher Polizei hinzugezogen wird. Inspector McGray mit seiner Vorliebe für das Übersinnliche ist sofort davon überzeugt, es mit einer echten Todesfee zu tun zu haben. Sein Kollege Frey glaubt eher an eine geschmachlose Werbeaktion, um den schleppenden Kartenverkauf für das Theaterstück anzukurbeln. Doch je mehr die beiden Polizisten in der Theaterwelt ermitteln, desto mehr wird ihnen klar, dass hier nicht nur eine Person ein dunkles Geheimnis hütet. Während der Tag der Premiere näherrückt, verdichten sich die Zeichen, dass tatsächlich ein Mord geschehen könnte...

Ich kann meinen bisherigen Bewertungen der beiden ersten Bände der Reihe kaum etwas hinzufügen. Erneut ein toll geschriebener Krimi mit einer clever erdachten Story und großartigen, weil so verschiedenen Hauptfiguren. Witzig sind diesmal nicht nur die Auseinandersetzungen zwischen Frey und McGray, sondern auch Freys Probleme mit seiner angereisten Familie und sein nicht gerade auf Sympathie beruhendes Verhältnis zu Bram Stoker. Es gelingt übrigens für mich sehr überzeugend, die verschiedenen historischen Personen in die erdachte Handlung zu integrieren. Und natürlich spielt das Buch endlich wieder in der schönsten Stadt der Welt. Ich freue mich auf jeden Fall auf Band 4.

5
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Ray Celestin "Todesblues in Chicago"

Chigaco 1928: Es ist Sommer und eine drückende Hitze liegt über der Stadt. Michael Talbot und Ida Davis arbeiten mittlerweile erfolgreich als Detektive für die Agentur Pinkerton. Durch die von ihnen aufgeklärten Fälle sind sie als gute Ermittler*innen bekannt, was ihnen wohl auch den nächsten Fall einbringt. Die junge Gwendolyn Van Haren, Erbin einer reichen Industriellenfamilie, ist verschwunden. Die Polizei kann oder will mit ihren Ermittlungen nicht recht vorankommen, so dass ihre verzweifelte Mutter sich an Michael und Ida wendet. Während die beiden mit ihrer Arbeit beginnen, wird der Polizeifotograf Jacob Russo an einen Tatort gerufen: eine männliche Leiche, der man die Augen ausgestochen hat. Doch es sind eher die Splitter einer Champagnerflasche, die Jacobs Interesse wecken und ihn dazu führen, selbst zu ermitteln. Gleichzeitig kommt der Gangster Dante Sanfilipo in Chigaco an. Einst floh er aus der Stadt und mittlerweile hat er in New York gut mit dem überall florierenden Alkoholschmuggel zu tun. Doch er ist von Al Capone persönlich zurück beordert worden, dem er noch einen Gefallen schuldet. Dante soll einen Verräter in Capones eigenem Umfeld ausfindig machen. Bald zeigt sich, dass alle drei Fälle miteinander zusammenhängen und Chigaco in einen heftigen Bandenkrieg der Gangster geraten könnte, wenn es nicht gelingt, einen perfiden Plan zu vereiteln...

Nachdem mir ja bereits der erste Band der Reihe sehr gut gefallen hat, habe ich mit großen Erwartungen dieses Buch gelesen - und bin nicht enttäuscht worden. Wieder gelingt dem Autor ein hervorragender historischer Krimi mit dichter Atmosphäre, tollen Figuren und einem spannenden und verzwickten Kriminalfall. Louis Armstrong kommt dieses Mal zwar etwas weniger vor, die anderen Figuren machen dies aber mehr als wett. Ich freue mich schon jetzt sehr auf Band drei der Reihe, der für Januar 2020 angekündigt ist.

5
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Ethan Cross "Ich bin die Rache"

Den Polizist*innen des Navajo-Reservats bietet sich ein beängstigendes Szenario: Ein blutüberströmter Mann erscheint bei ihnen und liefert sich quasi selbst in ihre Arrestzelle ein. Dann besteht er darauf nur mit dem lokal einflussreichen Farmer Canyon zu sprechen - einem Mann, dem nachgesagt wird, dass er knietief in illegalen Geschäften steckt. Der Mann entpuppt sich als Francis Ackerman jun., der gemeinsam mit seinem Bruder Marcus auf geheimer Mission unterwegs ist, um Marcus Freundin Maggie zu finden. Diese hat sich auf die Spur jenes Serienkillers gesetzt, der vor vielen Jahren ihren kleinen Bruder entführt hat - und offenbar ist sie dem Killer zu nahe gekommen, denn im Navajo-Reservat verliert sich ihre Spur. Doch bei all seiner Cleverness hat der Taker nicht mit dem Bruderpaar Marcus und Francis rechnen können, die jegliche Grenzen fallen lassen, wenn es darum geht, Maggie zu retten...

Auch mit dem sechsten Band der Reihe setzt sich meine Hass-Liebe zu diesen Büchern fort. Das Gute an diesem: Ackerman jun. ist als Figur sehr präsent und endlich mal wieder einigermaßen in seinem Element. Warum ihm allerdings plötzlich Wahnvorstellungen angedichtet werden müssen, habe ich nicht so ganz verstanden. Mit dem Taker hat das ungleiche Brüderpaar einen würdigen und als Figur ebenfalls interessanten Gegner gefunden. Wer aufmerksam liest, kommt aber schon recht früh im Buch dahinter, wer dieser Killer in Wahrheit ist. Marcus ist endlich mal nicht so präsent bzw. kam es mir zumindest so vor und hat sich daher auch nur einmal in diesem Buch das Kruzifix-Tattoo gerieben. Maggie ist ebenfalls zur Nebenrolle verdammt und daher nicht ganz so nervig wie sonst. Der Showdown am Ende war mir etwas zu bombastisch, dafür bleibt aber ein recht guter Cliffhanger, der mich neugierig macht, wie die Geschichte weitergeht und eventuell besseres hoffen lässt.

1
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Jean-Luc Bannalec "Bretonisches Leuchten (Kommissar Dupin 6)

Kommissar Dupin ist entsetzt: Eine Verschwörung - etwas anderes kann es nicht sein - zwischen seinem Hausarzt, seiner Sekretärin Nolwenn und Freundin Claire hat ihn in die Ferien abkommandiert, damit er sich erholt. Als ob er das nötig hätte. Und überhaupt, was soll er nun mit seiner Zeit anfangen? Wie Claire die ganze Zeit auf dem Handtuch am Strand liegen, lesen und hin und wieder schwimmen gehen? Doch zum Glück scheint das Verbrechen dem Kommissar auf Schritt und Tritt zu folgen. Erst wird eine Statue aus einer Kirche gestohlen, dann erfolgt ein rätselhafter Einbruch und ein Steinwurf auf eine lokale Abgeordnete und schließlich verschwindet die Frau eines anderen Hotelgastes spurlos. Dupins Ermittlerinstikte sind geweckt. Aber er muss vorsichtig sein, denn niemand - vor allem nicht Claire - darf wissen, dass er die Fälle untersucht. Und auch auf Nolwenns Unterstützung muss er verzichten. Doch bald zeigt sich, dass es auch in seinem Ferienort gute lokale Netzwerke gibt, die nur allzu bereit dem Kommissar zu helfen. Und das ist auch bitternötig, denn plötzlich ermittelt Dupin in einem Mordfall...

Irgendwie ist dieser sechste Band der Reihe für mich leider der bisher mit Abstand schwächste. Ob das an dem ungewohnten Setting - Dupin nicht wie gewohnt in der Rolle des verantwortlichen Ermittlers, sondern heimlich am Werk in seinem Urlaub - liegt, kann ich dabei nicht mit Sicherheit sagen. Der Fall selbst ist gewohnt gut konstruiert und wird logisch aufgelöst (auf die Lösung wäre ich von selbst nicht gekommen). Auch Dupin ist eigentlich wie immer, er ermittelt, denkt nach, zieht Schlüsse, notiert alles in seinem Notizbuch und trinkt mehrere Kaffee, wenn er nicht mehr weiter weiß. Vielleicht ist es auch der Umfang dieses Buches, der mich mit ihm nicht warm werden lässt. Gefühlt scheint es mir ein recht dünnes Bändchen zu sein. Ich hoffe, dass der nächste Roman aus der Reihe wieder besser wird.

3
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Ben Aaronovitch "Die Glocke von Whitechapel"

Das Folly arbeitet gemeinsam mit der Londoner Polizei mit allen Kräften daran Martin Chorley, den Schwarzmagier, endlich zu fassen. Die Spur seiner Lehrlinge, der kleinen Krokodile, erweist sich dabei durchaus als hilfreich - wenn es nur Chorley nicht immer wieder gelingen würde, seine ehemaligen Mitstreiter zu ermorden, bevor diese aussagen können. Doch sein letztes Opfer führt Peter Grant und seinen Chef Nightingale auf die Spur einer rätselhaften Glocke, die Chorley offenbar für ein Ritual einsetzen will. Bald finden sie heraus, dass der Schwarzmagier Punch, jenen anarchistischen Geist, mit dem Peter schon einmal zu tun hatte, ermorden will. Chorley und auch seine Komplizin, Peters ehemalige Partnerin Lesley, glauben damit das Chaos in der Welt zu beseitigen und eine ähnliche Gesellschaft wie zu König Arturs Zeiten schaffen zu können. Peter und Nightingale befürchten hingegen, damit das Gleichgewicht in der Welt zu zerstören - mit unvorhersehbaren Folgen. Und so kommt es, dass nicht nur die magische und nicht-magische Polizei von London alle Hände voll zu tun hat, sondern Peter auch noch Gefallen diverser Londoner Flüsse einfordern muss.

Der mittlerweile siebte Fall des ungewöhnlichen Londoner Polizisten Peter Grant hat es in sich. Ich versuche mal, hier nicht allzu viel zu spoilern, aber das ist echt schwierig. Ich denke aber nicht zu viel zu verraten, wenn ich sage, dass ein Haupthandlungsbogen, der sich über mehrere der bisherigen Bände zog, nun zu einem Ende kommt. Das finde ich gut, denn es noch mehr in die Länge zu ziehen, hätte dann irgendwann doch künstlich gewirkt. Gut gefallen hat mir auch, wie geschickt der Autor hier verschiedene Stränge und Figuren zusammenführt. Zum Glück habe ich nicht das Gefühl, dass dies der letzte Band der Reihe ist. Das hätte ich schade gefunden, denn ich denke, dass Peter Grant und Co. noch vielfältige Potenziale für neue und spannende Handlungsstränge bieten.

4
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Horch und Guck: 
 

Alan Bradley "Der Tod sitzt mit im Boot" (Flavia de Luce 9)

Nach dem plötzlichen Tod des Vaters ist die Stimmung in Buckshaw alles andere als gut und die Zukunft der Schwestern - mit Ausnahme von Feely, die endlich ihren Dieter heiraten wird - mehr als ungewiss. Um auf andere Gedanken zu kommen, macht Dodger mit den Mädchen eine Bootsreise die Themse hinunter. Gerade als sie in einem Ort ankommen, wo vor ein paar Jahren der örtliche Pfarrer drei Gemeindemitglieder vergiftet hat, streckt Flavia die Hand ins Wasser und findet eine Leiche. Der Schreck sitzt zunächst einmal tief, doch Flavia wäre nicht Flavia, wenn damit nicht auch ihr detektivisches Gespür erwachen würde. Umso mehr, als sich herausstellt, dass der Tote ausgerechnet der Sohn des ehemaligen mörderischen Pfarrers ist. Besteht etwa ein Zusammenhang zu der Tat damals? Flavia ermittelt, dieses Mal unterstützt von Dodger und - zu ihrer großen Überraschung - ihrer Schwester Daphne. Die junge Detektivin kommt bald auf die richtige Spur - und bringt sich damit in Lebensgefahr...

Ein typischer Flavia-Krimi, mit all den Aspekten, die ich an der Reihe so mag. Flavia ist clever und altklug wie immer, ermittelt auf ihre gewohnt ungewöhnliche Art und findet immer wieder Anhaltspunkte, die ihr chemisches Wissen erfordert. Das Verhältnis zu ihren Schwestern ist die bekannte Mischung aus Kleinkrieg und gut verheimtlicher Zuneigung und die Erwachsenen nehmen Flavia wie immer erst ernst, als sie den Mörder schon so gut wie gefunden hat. Neu ist die Rolle, die der Diener Dodger dieses Mal spielt und die mir persönlich sehr gut gefallen hat. Ich freue mich auf den nächsten Band der Reihe und meinetwegen könnte es noch über viele Bücher so weitergehen.

4
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