Datenschutz

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Wer soziale Netzwerke nutzt (und nicht nur diese), gibt i.d.R. viele (zu viele) private Daten preis. Dies muss man dann erst umständlich abschalten - wenn man die nötigen Einstellungsschrauben überhaupt findet. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat deshalb eine Petition für mehr datenschutzfreundliche Standardeinstellungen gestartet:

Der Deutsche Bundestag möge in den Datenschutzgesetzen regeln, dass die Grundeinstellungen von Produkten und Diensten so zu gestalten sind, dass so wenig personenbezogene Daten wie möglich erhoben oder verarbeitet werden.

Auf vielen Websites findet man die Empfehlungsbuttons von facebook, Twitter, Google & Co. Problematisch daran ist, dass bereits beim Besuch bzw. Anschauen der einzelnen Seiten Daten der Nutzer an die Betreiber der Netzwerke übertragen werden. Um dies zu umgehen hat heise einen 2-Klick-Button für mehr Datenschutz entwickelt und diesen nun allen zur Verfügung gestellt. [Update: WordPress-PlugIn; Drupal-PlugIn]

Das ist während unseres Urlaubs liegengeblieben, ich möchte aber trotzdem kurz auf die Petition gegen die Vorratsdatenspeicherung hinweisen. 50.000 Mitzeichner werden benötigt, damit es zu einer Anhörung kommt. Aber wir haben das ja schonmal geschafft. Also alle, die noch nicht gezeichnet haben: Zeichne mit! Mehr Infos zur Vorratsdatenspeicherung gibt es beim AK Vorrat.

"Ökonomen stellt der lasche Umgang der Nutzer mit ihren Daten vor ein Rätsel: Obwohl die Debatte über den Datenschutz voll entbrannt ist, lassen sich Kunden mit Popcorn und Peanuts abspeisen. Bereitwillig geben sie Privates preis, ohne sich dafür angemessen entschädigen zu lassen. In einer Reihe von Studien gehen Wirtschaftswissenschaftler der Frage nach, wie ernst wir den Schutz unserer Daten wirklich nehmen. Die Ergebnisse demonstrieren, welch enorme Lücken zwischen der angeblichen Vorsicht und dem tatsächlichen Umgang mit Daten klaffen."

Marco bekommt keinen Handyvertrag. Er zahlt nämlich seine Rechnungen nicht. Das sagt Arvato, die zwar Marco nicht kennen, aber wissen, wo er wohnt. Scoring heißt das Zauberwort, mit dem auch völlig unbekannte und datenmäßig unauffällige Personen in Schubläden gepackt werden können. Warum man O2 sich aber die Mühe macht und bei Arvato anfragt, gibt dann zu denken, wenn man sich anschaut, wie der Scoring-Wert berechnet ausgewürfelt wird:

Zur Berechnung der (...) Scorewerte verwenden wir folgende Datenarten (...):

  • Daten zu Ihrer Person (Ihr Geschlecht, Ihr Alter, welches wir - soweit Sie im Rahmen des Geschäftsvorfalls Ihr Geburtsdatum nicht angegeben haben - auf Basis Ihres Vornamens ermitteln)

Seit dem 01.04. diesen Jahres darf man einmal im Jahr kostenlos seine gespeicherten Daten bei Auskunfteien wie der Schufa abfragen. Ich hatte damals jedoch dafür plädiert bis Ende des Jahres zu warten. Aus zwei Gründen:

Erstens, sollte man den jährlichen kostenlosen Auskunftsanspruch nicht zu früh im Jahr verpulvern. Im Laufe des Jahres kann dieser noch einmal nützlich sein. Etwa bei einem Umzug, falls der neue Vermieter auf einer Schufa-Auskunft besteht. Oder falls ein größerer Kredit ansteht und man schnell noch mal checken will, ob da irgendwelche fehlerhaften Daten gespeichert sind und sich deshalb die Kreditkonditionen verschlechtern könnten.

HTTPS Everywhere ist ein Plugin für Firefox welches auf bestimmten Seiten eine sichere Verbindung erzwingt und damit das Ausspähen sensibler privater Daten erschwert. Alternative für Chrome. (via)

Diese ePetition gehört eigentlich noch in den Oktober. Verlinkt habe ich die oben rechts unter dem Volkszählungslogo auch schon vor einiger Zeit. Nun hier also noch mal der offizielle Aufruf zur Teilnahme an der ePetition "Volkszählung - Unterbindung der registergestützten Volkszählung 2011". Mitmachen!

(Quelle des Bildes: #Zensus11 / AK Vorrat, CC BY)

Diesen Monat hat man noch Zeit, sich einen neuen alten sicheren Personalausweis zu besorgen. Auch wir haben jetzt noch einmal um zehn Jahre verlängert. Auch aus ökonomischen Gesichtspunkten. Schließlich kostet der nPA stolze 28,80 Euro oder 2,88 Euro pro Jahr. Ein neuer alter kostet jedoch nur 13 Euro inklusive Strafzuschlag für die vorzeitige Verlängerung. D.h. nach 4,5 Jahren hat man für den nPA bereits soviel ausgegeben, wie für den sicheren alten PA. Oder anders ausgedrückt, bei einer Restlaufzeit von bis zu 5,5 Jahren lohnt sich eine vorzeitige Verlängerung des alten Personalausweises. Und das ist nur rein monetär betrachtet. Die Sicherheitsrisikos noch gar nicht eingerechnet, die bewertet ja jeder anders. Dadurch verlängert sich natürlich auch die optimale Restlaufzeit des alten. 

Fleißige Leser werden sicher schon den Button oben links entdeckt haben. Im nächsten Jahr steht eine Volkszählung an. Hierbei handeln unsere Politiker mal wieder mit deutscher Gründlichkeit und erheben weit mehr als die EU-Vorgaben vorsehen und mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Ausführliche Informationen gibt es auf der Seite des AK Vorratsdatenspeicherung.

Der FoeBuD startet nun mal wieder eine Verfassungsbeschwerde bei der man auch mal wieder mitmachen darf. Wir sind dann auch mal wieder dabei. Und Du?

Klick zur Sammel-Verfassungsbeschwerde. [Update: Deadline 12.07.2010]

Lass Dich nicht zur Nummer machen!

Update: Mehr als 13.000 BürgerInnen haben sich bisher beteiligt. Toll! Und der FoeBuD hat die Teilnahmefrist verlängert, bis zu dem Zeitpunkt an dem die Listen für die Klage ausgedruckt werden müssen. 

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