Kommentar

Die Uni Leipzig hat das generische Femininum eingeführt und halb Deutschland, v.a. aber die geneigte Presse scheint Schnappatmung zu bekommen. Von nun an hieße es nicht mehr Herr Professor, sondern Herr Professorin! Das ist natürlich Quatsch. Der Herr Professor bleibt Herr Professor genauso wie die Frau Professorin auch mit generischem Maskulinum Frau Professorin geblieben wäre.

Das generische Maskulinum / Femininum ist nichts weiter - wie man auch leicht in der Wikipedia hätte nachschlagen können - wie eine "vereinfachte" generell männliche / weibliche Schreibweise, die "sich auf Personen mit unbekanntem Geschlecht bezieht, bei dem das Geschlecht der Personen nicht relevant ist oder mit dem männliche wie weibliche Personen gemeint sein sollen." Anstatt "sperrige" Konstrukte wie Bürgerinnen und Bürger, BürgerInnen, Bürger/innen oder Bürger*innen (etc.) wird eben nur "Bürger" oder "Bürgerinnen" verwendet und jedes mal sind sowohl die weiblichen als auch die männlichen Pendants gemeint.

Schon mal an alle zur Beruhigung, auch ab September 2013 wird sich nüscht ändern, wir werden weiterhin nicht regiert: Entweder von Angela "ich kann mich nicht entscheiden" Merkel oder von Peer "ich halte lieber Vorträge" Steinbrück. Es wird sich also nichts ändern, schlimmer noch, die SPD will gar nicht regieren.

Ich will hier gar nicht in die Debatte der Heuchler und Polemiker einstimmen. Aber ich will auf den eigentlichen Skandal eingehen, der mir in der öffentlichen Diskussion leider viel zu kurz kommt. Für mich ist nicht interessant, dass Steinbrück bezahlte Vorträge gehalten hat. Das machen viele - auch jene Heuchler. Das kann man verwerflich finden oder auch nicht.

Tags:

Hat dicken Hals: Verkäuferin im Einkaufscenter Limbecker Platz, Essen; Foto: Drahreg01, CC BY-SA 3.0

... hätt ich ja, wenn ich Verkäufer(in) in Essen, Duisburg, Düsseldorf, Castrop-Rauxel, Hagen, Lünen oder Oberhausen wäre. Da hättste mal mit dem Feiertagsmontag ein "langes Wochenende" gehabt und dann musste am verkaufsoffenen Sonntag ran.

Am 11.09.2001 hat sich die Welt verändert. Sie hat sich verändert, weil wir in eine Schockstarre verfallen sind. Und seitdem aus dieser Schockstarre nicht wieder erwachten. Schuld daran sind jedoch nicht nur die Terroristen.

•••

Nutznießer dieser Anschläge vom 11. September waren auch die sog. Innen- und Sicherheitspolitiker. Angefangen von Otto Schily über Wolfgang Schäuble, Wolfgang Bösbach und Dieter Wiefelspütz bis hin zum neuen rechtsnationalen Oberterroristen Hans-Peter Friedrich. Sie haben schamlos die Terroranschläge ausgenutzt und sind allzu bereitwillig auf den Kreuzzug des George W. Bush aufgesprungen, um mit ihren sog. Sicherheits- und AntiTerrorgesetzen die Freiheit der Bürger einschränken zu können.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte kürzlich entschieden, dass die Kündigung eines Chorleiters im Bistum Essen wegen Ehebruchs nichtig sei. Leider musste der Mann damit bis vor besagtem EGMR ziehen, da sich deutsche Arbeitsgerichte (und auch das Bundesverfassungsgericht?) nicht in der Lage sahen, die Kirche in die rechtsstaatlichen Schranken zu weisen. Zwar besteht in Deutschland der Grundsatz der Trennung von Kirche und Staat, jedoch heißt dies nicht, dass die Religionsgemeinschaften Willkür ausüben dürfen.

Vor zwei Wochen hat Bundes-Horst jeden Respekt vorm Amt des Bundespräsidenten vermissen lassen. Anstatt den Termin des Rücktritts auf nach der Sommerpause zu legen und uns somit nicht in ein politisches Sommerloch fallen zu lassen, musste Mutti einmal schnell handeln. Und das kann sie doch nicht. Sie kann nicht ad hoc einen präsidablen Kandidaten hervorzaubern. Wen auch? Pofalla? Die CDU hat niemanden. Mutti hat alle weggewatschelt und ins Koma regiert.

Nebenan bei netzpolitik.org postete Jörg-Olaf Schäfers eine Feedbackanfrage. Mathias Richel vom Gesprächskreis Netzzensur Netzpolitik der SPD stellte für das zweite Politcamp "Sechs steile Thesen zum Onlinewahlkampf 2009 und im allgemeinen" auf und bat um Kommentare dazu. Dann mal los:

Erstens: Onlinewahlkampf funktioniert nicht, weil es keinen Onlinewahlkampf gibt. 

Das schieben wir mal nach hinten, da es eigentlich die Schlussfolgerung aus den restlichen fünf Thesen ist.

Denn zweitens: Eine gute Onlinepräsenz dient vor allem der Aktivierung der eigenen Anhänger und weniger der Überzeugung von Wählern.

Wahlkampf ob online oder analog sollte immer auch der Aktivierung und Motivation der eigenen Anhänger dienen. Was passiert, wenn man vor allem um neue Wählerschichten buhlt und die eigenen Anhänger nicht motivieren kann - sogar demotiviert -, führte ja gerade die SPD in den letzten beiden Bundestagswahlen vor. Das Schielen auf den CDU-Wähler, sorry, die Mitte vergraulte die eigene Anhängerschaft: Sie blieb zu Hause.

Tags:

Die ersten Gemeinden in NRW stellen den Winterdienst ein, weil sie nicht mehr mit Streusalz versorgt werden. (Verschmerzbar ist dabei, dass es Bielefeld getroffen hat.) Am Wochenende musste die A44 gesperrt werden - wiederum war es Streusalzmangel. Warum muss aber auch jede Dorfgasse und Seitenstraße mit Salz gepflastert werden?

Das Gesalze der Nebenstraßen (und Gehwege) hat auch noch einen unschönen Nebeneffekt: Wird dies nur (wie so häufig) sporadisch gemacht, bilden sich spiegelglatte Flächen, da der angetaute Sulz überfriert. Genau das, was eigentlich verhindert werden sollte, passiert.

Ich hatte ja vor kurzem schon einmal meine Meinung zu dem Ankauf der Steuersünder-CDs kund getan. Da bin ich zu dem Schluss gekommen, dass der Staat von diesen Daten tunlichst die Finger lassen sollte. Der Grund ist aber nicht jener, dass die "armen" Steuersünder es verdient haben, verschont zu bleiben. Ganz im Gegenteil, schon aus Gründen der Steuergerechtigkeit sollte der Staat alles daran setzen, Steuersünder dingfest zu machen. Nur mit legalen Mitteln. Hierin besteht natürlich das Dilemma der Politik. Entweder sie tut nichts, weil sie auf legalem Wege nicht an die Daten kommen. Natürlich werden sie sich dann vorhalten lassen müssen, dass der Staat die ehrlichen und kleinen Leute schröpft, die dicken Fische aber laufen lässt. Kauft er jedoch die Daten auf, so verlässt er den gesetzestreuen Rahmen, den er aber von seinen Bürgern einfordert.

Nachdem Mutti sich entschieden hat, wird Vater Staat nun die geklaute CD mit Daten von angeblich 1.500 Steuersündern kaufen. Die öffentliche Meinung ist erschreckend eindeutig zustimmend. Ob der Staat dies darf? Ich habe meine Zweifel. Aber als juristischer Laie - im Strafrecht gleich dreimal - war ich mir unsicher. Thomas Stadler (Update: jetzt auch mit rechtlicher Würdigung, siehe auch die strafrechtsblogger) und der Deutsche Anwaltsverein sehen das jedoch ähnlich kritisch.

Inhalt abgleichen