Bahn

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...sonst würden die sich auch noch verfahren! Habe ich früher immer gesagt, wenn in gefühlten 200% aller Bahnfahrten mal wieder irgendwas schief lief. Seit unserer letzten Zugfahrt am 30.12.2011 mit dem IC 2246 von Dresden nach Essen sage ich das nie mehr. Denn kurz hinter Kassel blieben wir stehen und es kam die Durchsage:

Liebe Fahrgäste bitte wundern Sie sich nicht, wenn wir gleich in die andere Richtung fahren, aber man hat uns auf einen falschen Fahrweg geleitet und wir würden natürlich gerne unseren ursprünglichen Fahrweg beibehalten. Dazu muss der Lokführer nun ans Ende des Zuges um diesen ein wenig zurückzusetzen und dann wieder an den Anfang des Zuges um den eigentlich geplanten Fahrweg fortzusetzen. Wir bitten um etwas Geduld.

Natürlich hatten wir daraufhin exakt 22 Minuten Verspätung und bei jedem neuen Halt musste dies für die (in Kassel noch nicht anwesenden) Fahrgäste erklärt werden. In Hamm, wo der Zug seine Fahrtrichtung planmäßig umdreht, musste der Zugführer dann natürlich die Fahrgäste beruhigen: "Wenn wir jetzt gleich unsere Fahrtrichtung ändern, so ist das vollkommen i.O. und planmäßig..."

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Bei uns am S-Bahnhof Essen-West sind die Durchsagen ja immer etwas spärlich. Bis jetzt. Denn die Bahn kündigt jetzt in einer medialen Großoffensive an:*

* Die Ankündigung leuchtet jetzt allerdings schon über ein halbes Jahr, wir warten dann mal bis sie Früchte trägt.

Die Bahn hatte (nicht nur) diesen Winter massive Probleme mit der Pünktlichkeit und Zugausfällen. Alle reden über den Winter, nur die Bahn nicht - das war einmal. Viele machen die Sparmaßnahmen im Zuge der Vorbereitungen auf den Börsengang dafür verantwortlich. Und auch Bahn-Chef Grube gibt mittlerweile zu, dass die Bahn hausgemachte Probleme hat. Zugleich relativiert er aber und schiebt wieder den extrem harten Winter vor.

Die Einlassungen von Grube zeigen zweierlei: Die Bahn trägt (Mit-)Schuld an der Misere und die Bahn versucht die Schuld auf die höhere Gewalt des harten Winters, aber auch auf externe Probleme bei den Herstellern zu schieben. Dies geschieht v.a. auch mit Blick auf mögliche Entschädigungen der (potentiellen) Bahnfahrer. Kann sich die Bahn hier aber herauswinden?

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"Weniger Information ist mehr" weiß die Bahn inzwischen. Auch aus Kundenbefragungen. In Essen West weiß sie das wohl schon länger. Hier ist quasi die Testregion. Seit Jahren. Die Durchsagen sind so ultrakurz, dass man sie gar nicht wahr nimmt. Die Durchsagen gibt es quasi nur "by call". Ich habe bspw. für solche Fälle immer die Bahn-Hotline gespeichert (für den Raum Essen: 0201-1821055, andere Nummern gibt es z.B. hier) und nachdem man sich dann bei dem Herrn am anderen Ende der Leitung abreagiert erkundigt hat, dann bekommt man auch seine gewünschte Durchsage. Eine kurze natürlich.

Diese Woche hat das Bundesverwaltungsgericht ein altes Monopolrecht der Bahn zwar nicht abgeschafft, aber zumindest stark eingeschränkt. Seit den 1930er Jahren darf der Bahn keine Konkurrenz auf Überlandstrecken gemacht werden. Dies gilt komischerweise nur für Reisebusse, aber nicht für den Flugverkehr. Damals wollte man der Bahn unliebsame Konkurrenz vom Leibe halten. Auch nach dem Krieg hat man daran wenig geändert, na klar die Deutsche Bundesbahn war zu 100% im Staatsbesitz.

Lediglich durch die besondere Lage West-Berlins waren Reisebuslinien von und nach Berlin erlaubt. Aber auch nur dorthin. Und so ist es bis heute so, dass man zwar von Essen über Hannover nach Berlin fahren kann, aber nicht nur bis nach Hannover. Das ist nicht nur ineffizient sondern auch ökologisch unsinnig, da hierdurch eine potentiell mögliche höhere Auslastung der Reisebusse verhindert wird.

In Bahnen geht man und erst recht frau eigentlich ja nur ungern. Deshalb ist mir/uns das bisher wohl auch noch nicht aufgefallen. Die BundesBahn hat die S-Bahn auf der Linie 1 zwischen Dortmund und Düsseldorf (seit neuestem bis Solingen) erneuert. Die alten kamen einem noch wie alte Reichsbahn-Bestände vor, so dass hier eine Neuinvestition dringend geboten war. Auf unserer Rückfahrt vom Fußball am Freitag, stellten wir dann etwas erstaunt fest, dass die Bahn gleich die Klos mit wegerneuert hat. Ein Mädel in der Reihe hinter uns fragte die Herren Zugbegleiter, wo denn das Klo sei: "Gibt's nicht!" Für uns Männer ist das jetzt ja nicht so ein Problem. Zur Not können wir das ja auch den Lokführern nachmachen und in den Kaffeebecher pinkeln (nach dem ich das weiß, trink ich im ICE keinen Kaffee mehr, wer weiß, wo das "Aroma" herrührt). Bei den Mädels wird das mit dem Kaffeebecher nur etwas schwieriger, da bleibt dann wohl nur der Gang? Da würde mich aber auch mal interessieren, ob man dafür von der Bahn verklagt werden könnte? Oder zählt die Notdurft dann als Art Notwehr?

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Bahnchef Grube fordert nach der Mehrwertsteuersenkung für das Hotelgewerbe dies nun baldmöglichst auch auf die Bahn auszuweiten. Schließlich müssten häufig genug die Fahrgäste im Zug auf freier Strecke oder wegen Zugausfällen auf dem Bahnsteig übernachten.

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Es ist schon etwas länger her, als wir mal wieder in Essen am Hauptbahnhof umgestiegen sind. Eigentlich versuchen wir so weit als möglich zu vermeiden in Essen Hbf. ein-, aus- oder umzusteigen seitdem der für die Kulturhauptstadt "herausgeputzt" werden soll. Seitdem muss man riesige Umwege in Kauf nehmen und die Beschilderung dient nicht der Orientierung, sondern um Schwiegermuttern los zu werden. Wenn 2021 dann wohl die letzten Bauzäune abgebaut werden, können wir anfangen die Leichen der Gestrandeten und Verirrten zu zählen. Im nächsten Jahr wird der Bahnhof mit Sicherheit noch nicht fertig werden, denn der muss erst mal von der Sanierung saniert werden (ein paar Eindrücke incl. Video gibt es bei der WAZ).

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Die Bahn prüft anscheinend ein Alkoholverbot in Regionalzügen. Da stellt sich mir natürlich die Frage: Heißt das jetzt, dass man endlich wieder vermehrt Zugbegleiter in der Bahn antrifft und diese auch mal durch die Bahn spazieren gehen und nicht im 1. Klasse Abteil das Fernsehprogramm von gestern diskutieren? Schließlich muss so ein Alkoholverbot auch überwacht werden.

Nachdem dieses Buch gefühlte 10 Jahre als Bettlektüre auf meinem Nachttisch verstaubte, habe ich es nun endlich auf's Klo verlegt. Tanja hatte mir das Buch irgendwann mal zu Weihnachten, Ostern, Vatertag, Tag der dt. Einheit oder zum Geburtstag geschenkt und eigentlich hatte ich mich auch drauf gefreut. Nach den ganzen Bahnerlebnissen, die ich während zwei Jahren täglichen Bahnfahrens zu meiner Zeit in Düsseldorf hatte, war jetzt die Abrechnung gekommen.

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