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Buchstabensalat

Stan Nicholls "Die Orks - Blutrache"

Die Vielfraße waren einst eine Söldnereinheit, die im Dienste der finsteren Zaubererin Jenesta standen. Als ihnen ein magisches Artefakt abhanden kam und sie dadurch bei ihrer Herrin in Ungnade fielen, wurden sie nicht nur in die Auseinandersetzungen zwischen den unterschiedlichen Religionen ihrer Heimatwelt hineingezogen, sondern auch in eine Art magischer Familienfehde. Irgendwie gelang es Strike und seiner Truppe jedoch aus all dem nicht nur heil zu entkommen, sondern auch eine neue Heimat in jener Welt zu finden, von der die Orks eigentlich stammten. Hier leben sie nun in Frieden - wenn es dabei nicht so verflixt langweilig wäre. Und so sind Strike und seine Leute froh, als eine magische Projektion des Zauberers Seraphim ihnen eine neue Mission anbietet: Sie sollen die versklavten Orks einer anderen Welt befreien - und dabei auch noch gleich ihre alte Widersacherin Jenesta aus dem Weg räumen, die offenbar auf genau jener Welt wieder aufgetaucht ist. Unter Benutzung jener Artefakte, die ihnen einst alle Probleme erst einbrachten, treten die Orks ihre Reise an. Wie immer sind ihnen dabei Feinde, Gewalt und Missgeschicke dicht auf den Versen. Und den Orks, die sie befreien wollten, fehlt so ziemlich jeder Kampfgeist, den man sich vorstellen kann. Doch Strike und seine Leute wären nicht die Vielfraße, wenn es ihnen nicht gelingen würde, Krieg und Zerstörung dahin zu bringen, wo sie sich gerade aufhalten...

Ich hatte den ersten Band aus der Reihe (über den ich aus irgendeinem Grund nicht gebloggt habe) sehr gemocht und mich daher auf die Fortsetzung ziemlich gefreut. Nun habe ich endlich angefangen, die noch ausstehenden Bücher zu lesen und bin recht enttäuscht. Mir fehlt Witz und Originalität, die ich so gemocht hatte. Ob das nur daran liegt, dass ich mich daran gewöhnt habe mit den Orks hier die Bösewichte der Fantasy als Protagonist*innen und Held*innen zu haben, kann ich nicht sagen. Mein Eindruck ist eher, dass die Fortsetzung einfach inhaltliche Qualität vermissen lässt und besser nicht geschrieben worden wäre. Sehr ärgerlich finde ich auch die deutsche Ausgabe mit drei Einzelbänden, die jedoch so groß gedruckt sind, dass man mit etwas kleineren Schriftbild auch alle drei in ein Buch hätte integrieren können. Aber das hätte vermutlich nicht so viel Geld eingebracht. Ich jedenfalls habe schon lange kein Buch mit mehr als 400 Seiten so schnell durchgehabt.

2
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Markus Heitz "Blutportale"

Eigentlich führt Will Gul ein normales Leben: Er ist Inhaber eines Blumenladens und verdient sich nebenher Geld, indem er die Villa eines reichen Mannes für ihn hütet. Dass er seinen Chef nur aus Telefonaten kennt, stört ihn dabei nicht. Als jedoch plötzlich eine Maklerin mit sehr rabiaten Methoden versucht, ihn davon zu überzeugen, seinen Chef zum Verkauf der Villa zu überreden, stößt Will auf erste Merkwürdigkeiten im Zusammenhang mit seinem Wohnsitz. Dies hindert ihn jedoch nicht, dort seine alljährliche Party für Freund*innen und Geschäftspartner*innen zu feiern. Zu den Gästen gehört auch Saskia Lange, Restaurantbesitzerin und Fechterin, die kürzlich in einem geheimen Duell von ihrem Gegner mit merkwürdigen Wunden versehen wurde. Was niemand ahnt: Saskia wurde von einem nicht-menschlichen Gegner gezeichnet und mit der Fähigkeit versehen, Portale zwischen den Welten zu öffnen. Und genau ein solches Portal scheint sich in der Villa zu befinden, die Will hütet. Bevor die beiden sich versehen können, sind sie mitten in eine jahrhundertealte Auseinandersetzung zwischen Dämonenanhänger*innen und ihren Gegenspieler*innen sowie der Jagd nach uralten dämonischen Artefakten verstrickt. Während Saskia versucht, ihre neue Kräfte zu beherrschen, müssen sie und Will sich dabei auch mit der Frage auseinandersetzen, was Saskias rätselhafter Fechtgegner eigentlich für Ziele verfolgt und wem sie überhaupt noch vertrauen können...

Ich bin ja durchaus Fan von Markus Heitz - seine Art zu schreiben gefällt mir ebenso wie die Handlungen und Figuren seiner Geschichten. Bei dem hier vorliegenden Buch handelt es sich um Urban Fantasy und dieses Genre beherrscht Heitz wirklich sehr gut. Besonders gut gefallen hat mir dieses Mal auch, dass das Buch ohne die langen Rückblenden in historische Settings auskommt, sondern tatsächlich bis auf einige kleine Ausnahmen in der Jetztzeit spielt. Ein bisschen irritierend fand ich allerdings die Figuren - wer oder was der Maitre jetzt wirklich war, hat sich mir irgendwie nicht eindeutig erschlossen (ein Dämon oder doch etwas anderes?). Der Cliffhanger am Ende ist auch gemein - zeigt sich doch hier, dass eine Figur nicht mit offenen Karten gespielt hat. Was mich jedoch wirklich ärgert, ist, dass ich das Buch in der falschen Reihenfolge gelesen habe, weil bei meiner Ausgabe noch nicht deutlich gemacht wurde, dass es in eine Reihe mit den Werwolf-Geschichten umd Eric von Kastell und den Judaskinder-Romanen um Sia gehört. Ich kann zwar damit leben jetzt Band 4 erst nach Band 5 gelesen zu haben, finde aber doch, dass Buchreihen als solche gekennzeichnet werden sollten.

3
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Lili St. Crow "Verraten" (Strange Angels Band 2)

Dru und Graves haben es geschafft, sie sind sicher in einer der Schulen des Ordens angekommen. Während Graves sich dort schnell wohlfühlt und unter den anwesenden Werwölfen Freunde findet, ist Dru von allem abgeschirmt. Sie darf nicht trainieren oder kämpfen, weil dies zu gefährlich für sie ist. Wo sie auch hingeht, wird sie von einem Aufpasser überwacht. Gleichzeitig vermehren sich die Angriffe der Vampire auf die Schule - offen ist Drus Anwesenheit dort ihren Feinden nicht verborgen geblieben. Als sie bei einem der Angriff in ernsthafte Gefahr gerät, ist sowohl ihr als auch Graves und Christophe klar, dass es einen Verräter in den Reihen des Ordens geben muss, der Dru an die Vampire ausliefern will. Erneut müssen die Freunde fliehen - doch dieses Mal hat Dru nicht nur einen Dhampir, sondern auch mehrere Werwölfe an ihrer Seite...

Es hat ne Weile gebraucht, bis ich jetzt endlich dazu gekommen bin, Teil 2 zu lesen. Das wirklich gute an der Reihe ist, dass man selbst nach so langer Zeit schnell wieder in die Handlung reinkommt und die Autorin es geschickt versteht, Rückblenden bzw. Hinweise und Erläuterungen zu den vergangenen Ereignissen in den Erzählfluss zu integrieren. Das Buch liest sich ebenso flüssig und spannend wie der erste Band der Reihe, hier ist nix zu kritteln. Etwas irritiert hat mich allerdings die Hauptfigur und Ich-Erzählerin Dru, die einen Großteil ihrer Toughness verloren hat und sich zwei Drittel des Buches in Selbstmitleid auflöst, bevor sie wieder ihre Kämpferinnennatur entdeckt. Eine wirkliche Erklärung für diese Veränderung gibt es nicht. Richtig ärgern könnte ich mich allerdings darüber, dass nach diesem zweiten Band mit der Serie in der deutschen Übersetzung Schluss ist. Schade, hier war mal ein Beispiel für gute YA-Fantasy. Mal schauen, ob ich die Fortsetzungen dann auf Englisch lesen werde.

3
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Ray Celestin "Höllenjazz in New Orleans"

New Orleans 1919: Die Stadt ist in Aufruhr - ein rätselhafter Mörder wütet unter den Bewohner*innen. Wegen seiner Tatwaffe wird er der Axeman genannt. Zusammenhänge zwischen den Opfern scheinen nicht erkennbar. Die einen beschuldigen die Schwarzen, die anderen die Iren und wieder andere sind davon überzeugt, dass die Mafia ihre Hände im Spiel hat. Detective Michael Talbot von der Polizei droht die Zeit davon zu laufen. Die Mafia schickt währenddessen den aus dem Gefängnis entlassenen Ex-Cop Luca D'Andrea auf die Jagd nach dem Axeman. Doch es ist die Pinkerton-Sekretärin Ida Davis, die gemeinsam mit ihrem Freund - dem Musiker Lewis "Louis" Amstrong - die entscheidende Spur findet. Alle drei bringen ihre Ermittlungen in Lebensgefahr. Denn der Axeman ist ein gefährlicher Feind und nun hat er auch noch eine neue Botschaft: Nur wer Jazz liebt, wird von ihm verschont werden. New Orleans rüstet zur Party...

Ein wirklich gut gelungener historischer Krimi. Ich habe mir das Buch vor allem gekauft, weil der Axeman darin auftaucht, den ich noch aus der dritten Staffel von American Horror Story kenne. Die Sache mit Louis Armstrong war mir erst etwas suspekt, aber irgendwie passt es in die Handlung. Das Buch ist gut erzählt und weiß seine Leser*innen zu fesseln. Und es liefert ein beeindruckend dichtes Bild von New Orleans im Jahr 1919 - mit allem, was dazugehört: dem Rassismus, der Mafia sowie korrupten Cops und Politiker*innen sowie schließlich der Musik. Ich kann das Buch wirklich nur jedem*jeder empfehlen, der*die historische Krimis mag.

5
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Ethan Cross "Ich bin der Hass"

Obwohl Demon, der diabolische Anführer einer Gruppe psychopathischer Serienkiller, gefasst wurde, ist die Shepherd-Organisation immer noch nicht viel weiter damit gekommen, sein Netzwerk aufzudecken und die Mitglieder dingfest zu machen. Dass Demon dann auch bei der Überstellung in ein anderes Gefängnis erst entkommt und sich dann freiwillig wieder stellt, macht die Sache nicht besser. (Ob ich wohl die Einzige bin, die sich beim Lesen überlegt hat, dass es keine gute Idee ist, Demon im gleichen Gefängnis wie Ackerman sen. unterzubringen?) Die Hinweise von Judas, Demons abtrünnigen Jünger, führen die Ermittler allerdings zunächst weg von Demon und nach San Fransisco. Hier geht der "Gladiator" um, ein Killer, der sich seinen Opfern in einem Kampf stellt. Bisher hat er noch niemanden gefunden, der ihn besiegen konnte - doch er ist auch noch nicht Francis Ackerman jun. begegnet, der sich auf die Auseinandersetzung regelrecht freut...

Die bereits in früheren Reviews erwähnte Hassliebe mit dieser Buchreihe hat auch dieses Mal wieder zugeschlagen. Wobei es jetzt etwas schlimmer geworden ist, da der Grund, der mich bisher an der Stange hielt, nun auch nachlässt: Ackerman wird mir einfach zu zahm. Und diese Entwicklung bekomme ich nicht schlüssig erklärt - nur, weil er seinen Bruder gefunden hat? Das ist mir zu platt. Auch die Sache mit dem Hund ist einfach zu viel Klischee, um nicht lächerlich zu wirken. Sprachlich ist es auch immer noch nicht besser geworden und die Figur von Markus Williams wurde in diesem Buch zur absoluten Katastrophe - völlig unprofessionelles Verhalten für einen Ermittler durch alle Bereich und in allen Stadien der Ermittlung. Keine Ahnung, warum der überhaupt noch etwas tun durfte. Emotional ein Wrack bzw. eine tickende Zeitbombe, die wegen jedem Kleinkram hochgeht. Und dann diese geschilderten Verhaltensweisen (gefühlt x-Mal wird das auf der Brust tätowierte Kruzifix - Hallelujah! - gerieben - göttliche Eingebung ist wohl die einzige Hoffnung den Fall zu lösen, auf Ermittlungsarbeit kann sich Markus ja nicht mehr verlassen). Ich bin immer noch überrascht, dass der gleiche Autor mit "Spectrum" und der Hauptfigur dort so einen abwechselungsreichen und spannenden Charakter entwickeln konnte, während er bei den Shepherd-Romanen alles in Grund und Boden schreibt, was die Reihe mal interessant gemacht hat. Sehr schade, kann ich nur sagen.

1
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Captain America - The Winter Soldier

Steve Roggers, alias Captain America, versucht sich nach seinem Kälteschlaf immer mehr an die Welt zu gewöhnen, in der er jetzt leben muss. Seine Aufträge für SHIELD laufen dabei in der Regel sehr erfolgreich, doch ein zunehmendes Misstrauen gegenüber seinem Arbeitgeber hat den Captain ergriffen, dass durch immer mehr Vorkommnisse untermauert wird. Doch auch Nick Fury muss entdecken, dass es Geheimnisse in der Organisation gibt, von denen selbst er nichts wusste. Dann wird ein Anschlag auf Fury verübt und Captain America und Black Widow werden von den Jägern zu den Gejagten. Ein von Fury an Roggers übergebener USB-Stick führt sie schließlich zu einem verlassenen Ausbildungslager der US-Army und auf die Spur einer groß angelegten Verschwörung: SHIELD ist von Hydra unterwandert worden. Um zu verhindern, dass der Captain und seine Verbündeten ihren Plänen in die Quere kommen, haben die (ehemaligen?) Nazis einen Attentäter angesetzt: den Winter Soldier. Doch nach einer ersten Begegnung meint Captain America in ihm seinen alten Freund Bucky Barnes wiederzuerkennen...

Auch der zweite Captain-America-Film hat mir richtig gut gefallen. Er hat alles. was unterhaltsames Kino braucht: eine spannende Story mit überraschenden Wenden, gute Charaktere, perfekt choreografierte Kampf- und Verfolgungsszenen und gut geschriebene Dialoge. Ein gewisses Faible für die Marvel-Superhelden sollte man vermutlich schon mitbringen, aber das tue ich ja bekannterweise. Von daher kann ich den Film allen, die da ähnlich gepolt sind, nur sehr empfehlen: Macht wirklich Spaß mit dem Captain.

5
Durchschnitt: 5 (1 Bewertung)
Horch und Guck: 
 

Christopher Clarke "Die Schlafwandler - Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog"

Sachbücher rezensiere ich hier ja eigentlich nur selten - was auch daran liegen kann, dass ich sie sehr selten zur abendlichen Unterhaltung lese. Bei diesem Buch mache ich aber tatsächlich mal eine Ausnahme. Der Erste Weltkrieg interessiert mich schon seit einiger Zeit deutlich mehr als sein kriegerischer Nachfahre - was vermutlich damit zu tun hat, dass ich mich über letzteren recht gut informiert fühle, über den ersteren aber lange Zeit nur recht wenig wusste. Mich hat das gewurmt und so habe ich versucht, dieses Loch zu stopfen. Nicht ganz unerfolgreich würde ich mal meinen, doch erst mit der Lektüre dieses Buches habe ich das Gefühl wirklich umfassend informiert zu sein. Christopher Clarke zeichnet ein detailliertes und sehr genaues Bild der Ereignisse, die zum Ersten Weltkrieg führten. Entgegen anderer Meinungen sieht er weder das Deutsche Reich noch Österreich-Ungarn als die alleinigen Schuldigen, sondern zeigt vielmehr auf, dass die Interessen aller beteiligten Mächte letztendlich zu der ersten großen Katastrophe des 20. Jahrhunderts führten. Ich bin selber keine Historikerin und verfüge nicht über das Fachwissen, um ein umfassendes Urteil zu bilden, aber mein laienhafter Eindruck ist, dass seine These gut belegt ist und argumentativ überzeugt. Der Titel des Buches ist wirklich gut gewählt, Schlafwandler gleich bewegten sich die Akteure der europäischen Politik auf den Krieg zu, den eigentlich niemand wollte, aber auch niemand scheute - und von dem irgendwie auch jeder überzeugt war, ihn gewinnen zu können. Was Krieg zu dieser Zeit und mit den damals modernen Waffen wirklich bedeutete, sollte allen erst auf entsetzliche Weise vor Augen geführt werden. (Schade nur, dass keiner schlauer wurde und im Nachgang des Ersten vielfältige potenzielle Grundsteine für den Zweiten Weltkrieg legte.) Alles in allem ein absolut empfehlenswertes Buch für alle politisch und historisch Interessierten.

5
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Markus Heitz "Judassohn"

Die Vampirin Sia hatte sich eigentlich auf ein friedliches Leben gefreut, nachdem sie mit ihrem Halbbruder Marek ihren letzten Widersacher und damit auch die ehemalige Bruderschaft der Kinder des Judas besiegt hat. Doch nun taucht eine neue Bedrohung und diese zielt nicht nur auf sie, sondern auch auf Emma und Elena, Sias letzte lebende Nachkommen. Während Sia versucht, das Rätsel der neuen Bedrohung zu lösen, muss sie entdecken, dass sich erneut ein Schatten aus ihrer Vergangenheit gegen sie erhoben hat...

Das Buch ist eine spannende Fortsetzung der Geschichte um die Vampirin Sia. Was mich erneut gestört hat, ist, dass die eigentliche Hauptgeschichte erst anerzählt wird, sich das Buch dann über mehrere hundert Seiten in der Vergangenheit bewegt und erst die letzten 50 Seiten wieder die Haupthandlung aufgreifen. Zumal mir auch die Handlung des historischen Rückblicks arg konstruiert vorkommt. Trotz allem kann Heitz wirklich gut erzählen und mir fiel es schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Aber für den letzten Teil der Reihe hoffe ich doch auf eine Fokussierung auf die Geschichte in der Jetztzeit, wo ich deutlich mehr Potenzial sehe.

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
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Markus Heitz "Kinder des Judas"

Theresia Sarkowitz, genannt Sia, ist so etwas wie die "gute Seele" eines Leipziger Krankenhauses - mit einem untrüglichen Gespür wacht sie an der Seite der Menschen, die sterben werden und versucht, sie bei ihrem letzten Gang zu unterstützen. Keine*r ihrer Kolleg*innen würde wohl vermuten, dass sie dunkle Geheimnisse hat, von denen ihr Nebenjob als Türsteherin und selbst die geheime Identität als Teilnehmerin an illegalen Käfigkämpfen nur die kleineren sind. Denn Sia ist ein Kind des Judas, eine besonders mächtige Art von Vampiren, und mehrere hundert Jahre alt. Einst hat sie sich mit ihren Artgenossen überworfen und ist nach Westeuropa geflohen, um vor den Angriffen ihrer Feinde sicher zu sein. Doch nun ist eines der anderen Judaskinder in Leipzig aufgetaucht und hat Kontakt zu Sia aufgenommen. Während Sia sich an ihre Lebensgeschichte erinnert, wird ihr immer klarer, dass sie zurück in ihre Heimat muss, um die alte Auseinandersetzung ein für alle Male zu beenden...

Markus Heitz legt mit diesem Vampirroman eine Geschichte aus dem Genre der Urban-Fantasy vor. Das liest sich - wie bei Heitz gewohnt - spannend und unterhaltsam sowie recht flott (wobei man auch den großen Druck berücksichtigen muss, so dass die vielen Seite nicht so ins Gewicht fallen). Mir haben die Anspielungen auf die Gothic-Szene gut gefallen (so ist u.a. ein Konzert der Szene-Größen "Das Ich" bzw. die Einlasskontrolle dazu einer der Schauplätze) - Heitz kann offenbar nicht leugnen, wo er seine Wurzeln hat. Was ich hier genauso wie bei den Werwolf-Romanen Schade finde, ist, dass die Handlung in der Gegenwart eigentlich nur den kleineren Teil des Buchs ausmacht und immer wieder von langen historischen Rückblicken abgelöst wird. Die sind ebenfalls spannend zu lesen und gut geschrieben, aber ich verstehe nicht so ganz, wieso der Autor sich nicht einig wird, was er eigentlich schreiben will: einen historischen oder einen modernen Vampirroman? (Und wenn schon beides zusammen, dann vielleicht wenigstens chronologisch?)

3
Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
Horch und Guck: 
 

Trudi Canavan "Götter" (Das Zeitalter der Fünf 3)

Aurayas Ungehorsam gegen die Götter hat weitreichende Folgen: Sie ist keine der auserwählten Weißen mehr, sondern lebt als einfache Priesterin bei den Siyee. Überraschenderweise hat sie aber nur wenige ihrer Fähigkeiten verloren und ist fast so mächtig wie zuvor. Dies bringt den Traumweber Mirar auf die Idee, Auraya könnte ebenfalls eine so mächtige Magierin sein, dass sie zu einer Unsterblichen werden könnte und er schickt die Emerald aus, um Auraya darin und in der Fähigkeit ihre Gedanken vor den Göttern zu verbergen zu unterrichten. Aurayas neue Taten bleiben nicht unbemerkt und die Götter rächen sich, indem sie die siyee zu einem Angriff auf die Pentadrianer ausschicken. Das Unternehmen geht schief, die Siyee werden verraten und gefangengenommen. Im Ausgleich für ihre Freilassung bietet Auraya an, bei den Pentadrianern zu bleiben. Bald schon muss sie erkennen, dass sie zu einer Figur in einem gefährlichen Spiel der Macht geworden ist, das wieder einmal auf einen Krieg zwischen den Zirklern und den Pentadrianern hinausläuft. Emeralds Fund einer alten Schriftrolle gibt den Unsterblichen dabei eine mächtige Waffe in die Hand und Auraya selbst macht schließlich eine erschreckende Entdeckung, die sie an allem zweifeln und handeln lässt...

Wie schon bei den beiden Vorgängerbänden der Reihe hat mich das Buch etwas ratlos zurückgelassen: Es las sich durchaus angenehm und schnell, ich habe mich auch von der Geschichte durchaus fasziniert gefühlt. Im Rückblick frage ich mich allerdings wieso so wenig gefühlte Handlung auf so vielen Seiten ausgebreitet werden musste. Aurayas Zickerein mit den Göttern bzw. einer bestimmten Göttin haben mich bei diesem Buch nur noch genervt - auch die Auflösung der Geschichte hat mich nicht wirklich überrascht, den entsprechenden Verdacht hatte ich seit dem Anfang von Band 2. Alles in allem also nette Fantasy, aber nicht wirklich der große Wurf.

2
Durchschnitt: 2 (1 Bewertung)
Horch und Guck: 
 

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