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uisge beatha & auld nick #5

Celtic 1 – Dundee U 1. Heute stand ja das große Spiel auf dem Plan. Das Ergebnis war leider nicht so berauschend. Die Anderen hatten gegen Motherwell nur ein torloses Unentschieden erreicht und Celtic hätte mit einem Sieg gegen Dundee U die Tabellenführung übernehmen können.

Vor dem Spiel bekam man schon etwas die Rivalität zw. Celtic und den Rangers in Glasgow zu spüren. Wenn man nicht in Farben umherlief, hatte man allerdings nichts zu befürchten. Die Straßenzüge mit ihren Pubs waren aber fest in grüner oder blauer Hand. Auf dem Weg zum Celtic Park geht oder fährt man auch von der City aus an mindestens zwei Rangers Pubs vorbei, die dann mit der "Red Hand Flag of Ulster" geschmückt werden, als Provokation zur irischen Tradition Celtics.

Überrascht hat uns, wie ruhig und gesittet es vor, während und nach dem Spiel abgeht. Sicherheitskontrollen wie in deutschen Stadien gibt es eigentlich überhaupt keine und es zeigte sich auch, dass dies (hier) völlig unnötig ist. Die "Erlebnisorientierten" scheinen hier die Stadien zu meiden oder es ist einfach nicht "Tradition" sich im Stadion zu kloppen und Bengalos zu zünden. Dementsprechend hielt sich auch die Polizei zurück. Von den in Neongelb gekleideten Polizisten war kaum etwas zu sehen, die konnte man fast an einer Hand abzählen.

Der Celtic Park, ein reines Fußballstadion, ist übrigens atemberaubend. Mit einem Fassungsvermögen von 60.000 und sehr steilen Rängen hat man auch von den oberen Rängen eine super Sicht. Leider ist die Stimmung in diesen reinen Sitzplatzstadien mit den Deutschen nicht zu vergleichen. Mir war es fast ein wenig "steril" ohne die Fankurven mit den Ultras und Hardcorefans, die ordentlich für Stimmung sorgen und diese auch immer wieder anheizen.

   

Um das Spiel kurz und knapp zusammenzufassen zitieren wir mal unseren Sitznachbarn:

Uuh Celtic comon, what a fuckin' bullshit, is fuckin' terrible. Is fuckin static. Move, fuckin' move! Referee is a fuckin' bastard!

Vor dem Spiel haben wir uns natürlich nicht schon in einem Pub vorgeglüht (in Schottland gilt generelles Alkoholverbot im Stadium), wir besuchten das Glasgow Police Museum, welches wir gestern vergeblich gesucht hatten. Ein nettes kleines Museum, welches in zwei Räumen die Geschichte der Glasgower Polizei und eine Sammlung internationaler Polizeiuniformen zeigt. Wie die meisten Museen in Schottland ist auch hier der Eintritt frei.

Besonders erwähnenswert sind die beiden Glasgower Polizisten, die einen in dem Museum begrüßen. Sehr nett, hilfsbereit und für jeden Smalltalk zu haben. Sie sind auch sehr um ihre Gäste bemüht und interessiert. Einer von beiden besucht übrigens nächste Woche Deutschland, er fährt von Koblenz aus den Rhein entlang. Wenn ihr also einen Scots Policeman trefft, seid nett zu ihm.

Kulinarisch war heute auch noch mal schottisch angesagt: Ich habe mich mal an den britischen/schottischen Würstchen versucht. Vom Geschmack her würde ich sie in die unfrittierte holländische Frikandel-Ecke schieben. Etwas stärker gewürzt und gesalzen. Dazu natürlich Beans & Chips. Dabei habe ich noch HP Sauce probiert. Uii, das muss ich aber nicht haben. Worcestershire-Sauce mit Essig, würde ich mal zusammenfassen.

An so manch andere Kulinaritäten hier auf der Insel will ich mich aber auch gar nicht rantrauen: Pasta mit Pommes. Auch das hier der Wein aus dem Zapfhahn kommt und mit Eiswürfeln bestellt wird, ist doch sehr ungewöhnlich...

Ebenfalls probiert habe ich heute den beliebtesten schottischen Softdrink Irn-Bru. Das Rezept ist ein seit über hundert Jahren gehütetes Geheimnis. Das wird es meiner Meinung nach auch noch weitere hundert(e) Jahre bleiben. Das will keiner klauen.

PS: Photos vom heutigen Tag wird es kaum geben. Vom Stadion werde ich die vom Kartenkauf heranziehen. Im Stadion gibt es nur verpixelte Handy-Bilder. Meine Handykamera ist nicht die beste, das Ding soll ja auch telefonieren und die Canon wollte ich nicht mitnehmen, konnte ja keiner ahnen, dass das hier so geschmeidig abläuft.

Ole-Gunnar Flojkar kocht: 
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Horch und Guck: