Scheibenwelt

In dem kleinen Königreich Lancre steht ein großes Fest bevor: die Namensgebung der Thronfolgerin. Der König will besonders modern sein und lädt auch Adelige aus dem benachbarten Überwald ein, wohlwissend dass es sich bei ihnen um Vampire handelt. Die Hexe Nanny Ogg ist davon alles andere als begeistert, hat allerdings zunächst genug mit dem neuen omnianischen Priester zu tun, den sie grundsätzlich ablehnt - schließlich haben die Omnianer mal Hexen verbrannt. Schnell erweisen sich aber die Vampire als das weitaus größere Problem - denn diese haben nicht vor Lancre wieder zu verlassen. Dummerweise sind es ausgesprochen moderne Vampire, die ihre Furcht vor Knoblauch, Sonnenlicht und religiösen Symbolen überwunden haben, nicht jedoch ihren Blutdurst. Die einzige Hoffnung der Bevölkerung von Lancre scheint mal wieder Oma Wetterwachs zu sein, doch die ist verschwunden...

Alles in allem mal wieder ein typischer Scheibenwelt-Roman, witzig, spannend und gut erzählt. Die Hexen sind ja meine zweit liebste Reihe, am besten finde ich immer noch die Zauberer an der Universität. Mich hat der Klappentext etwas irrtiert, der erweckte den Eindruck, dass der omnianische Priester die Hauptfigur wäre, was aber überhaupt nicht passt. Es ist ein typischer Hexenroman, allerdings mit recht wenig Oma Wetterwachs, was ein bisschen schade ist. Wer mit den Scheibenwelt-Romanen generell nichts anfangen kann, den wird auch dieser Band nicht bekehren, Fans der Reihe werden wie ich ihren Spaß beim Lesen haben.

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Tiffany Weh hat ihre Ausbildung zur Hexe begonnen. Dafür muss sie das Kreideland verlassen und geht bei Frau Grad in die Lehre. Bzw. bei den beiden Frau Grads, denn diese besteht aus zwei Körpern - was durchaus nützlich sein kann. Dummerweise haben Tiffanys Fähigkeiten das Interesse eines uralten, bösen Wesens - eines Schwärmers - geweckt, der ihr nun folgt und dem es schließlich auch gelingt von ihr Besitz zu ergreifen. Doch der Schwärmer hat die Rechnung ohne Tiffany gemacht, die sich verzweifelt gegen ihn wehrt und dabei Unterstützung von den Wir-sind-die-Größten und Oma Wetterwachs erhält.

Wie alle Bücher von Terry Pratchett hat mir auch dieses hier wieder sehr gut gefallen. Ich mag seinen Humor und die Art, wie er Geschichten erzählt. Die Wir-sind-die-Größten, die für mich irgendwie etwas schottisches haben, sind eine herrlich witzige Idee und Oma Wetterwachs ist einfach Kult. (Ich sage nur Pyschologie ;-).) Als Kritikpunkt muss allerdings angeführt werden, dass insgesamt recht wenig passiert, was schade ist. Das Buch ist gut, aber nicht herausragend, wobei meine Meinung vielleicht auch dadurch beeinflusst worden sein kann, dass ich nicht so sehr auf die Hexen-Romane stehe, ich bin doch eher bekennender Tod- und Rincewind-Fan.

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Gleich vorweg ein Hinweis: Hier handelt es sich nicht um einen (neuen) Roman von der Scheibenwelt. Das vorliegende Buch ist eine Sammlung aus den insgesamt acht Scheibenwelt-Kalendern, die es gegeben hat und die alle einer Institution derselbigen gewidmet waren (u.a der Unsichtbaren Universität, den Wächtern und mein persönlicher Favorit: der Assassinengilde). Da die Kalender auch einiges an amüsanten und interessanten Geschichten und Hintergrundinfos beinhaltet haben, wurden sie jetzt neu als Sammelband herausgegeben. Ich fand das eine sehr nette Sache, hatte ich doch selbst einmal drei dieser Kalender, die jedoch alle den Weg ins Altpapier gefunden haben, da ich sie tatsächlich benutzt habe. Nun also eine gute Möglichkeit sie (zumindest zum Teil) wiederzubekommen. SammlerInnen und Pratchett-Fans sei der Band daher wärmstens empfohlen, alle anderen sollten es sich vielleicht überlegen und nicht mit den falschen Erwartung rangehen.

5

Bei diesem Buch handelt es sich zur Abwechselung mal um keinen Roman aus der Scheibenwelt-Reihe, sondern um eine Sammlung von Kurzgeschichten und Artikeln, die Pratchett für unterschiedliche Zwecke verfasst hat. Selbstverständlich sind auch einige Geschichten dabei, die auf der Scheibenwelt spielen (u.a. geben Oma Wetterwachs, der TOD, die Zauberer und der Barbar Cohan ein Gastspiel), aber genauso auch Reiseberichte aus Australien, Rezensionen, Gedanken über Fantasyliteratur und Pratchetts erste Erzählung, die er noch zu Schulzeiten verfasst hat. Aufgrunddessen verzichtet ich hier auf eine detaillierte Inhaltsangabe.

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Die Zauberer der Unsichtbaren Universität stehen vor einem großen Problem: Ihnen droht eine Kürzung ihres Etats (und damit keine große Käseplatte mehr), wenn sie nicht möglichst schnell den traditionellen Anforderungen nachkommen und eine Fußballmanschaft gründen. Eigentlich ist Fußball auf der Scheibenwelt ja verboten, aber Lord Vetinari überlegt gerade eine Veränderung dieser Regelung und somit bietet sich den Magiern die Möglichkeit zumindest legal einzusteigen. Jetzt fehlt nur noch ein Team und vor allem jemand, der aus ihnen gute Fußballer machen kann.

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Wyrd Sisters

Der König von Lancre wird von dem machthungrigen Lord Felmet ermordet. Ein treuer Diener schafft es jedoch seinen Sohn und rechtmäßigen Erben aus dem Schloß zu schmuggeln und ihn den Hexen um Oma Wetterwachs zu übergeben. Diese reichen den Säugling an eine Truppe von umherziehenden Schauspielern weiter, wo er aufwächst und sich vor allem als Darsteller von Prinzen und Königen gar nicht schlecht macht. Doch die Hexen bemerken bald, dass das Land sich nach seinem rechtmäßigen König sehnt und greifen in den Lauf der Dinge ein. Dies gefällt Lord Felmet, der es sich auf dem Thron eingerichtet hat, so gar nicht und er versucht daraufhin die Bevölkerung gegen die Hexen aufzubringen. Schließlich kommt es zum großen Showdown während des Auftritts einer Gruppe von Schauspielern in der Burg. Das dargebotene  Stück treibt den ohnehin schon von Schuldgefühlen zerfressenen Felmet schließlich in den Selbstmord. Da der rechtmäßige Thronerbe jedoch lieber Schauspieler bleiben möchte, übernimmt schließlich der ehemalige Hofnarr den Königsposten. (Wer sich hier leicht an MacBeth erinnert fühlt, liegt nicht so ganz falsch.)

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Die Zauberer der Unsichtbaren Universität sind mal wieder mit einem magischen Experiment beschäftigt, welches ungeahnte Folgen hat: Der Squashplatz ist nicht mehr zu benutzen und nebenbei haben sie offenbar ein Mini-Universum erschaffen. Komischerweise sind die Planeten hier Kugeln (völlig unbegreiflich für Bewohner der Scheibenwelt) und da auch Narrativium fehlt, dürfte eigentlich kein Leben möglich sein. Trotzdem werden sie Zeugen der Entstehung von Leben, Eiszeiten, der Auslöschung der Dinosaurier und dem Aufstieg der Affen (okay, hier hat der Bibliothekar ein wenig nachgeholfen).

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Mit Going Postal ist nun der dritte Scheibenwelt-Roman verfilmt worden, in Deutschland erschien das Buch unter dem Titel "Ab die Post".

Die Hauptfigur ist der Gauner Feucht von Lipwig, der sich hauptsächlich mit Betrügereien durchs Leben schlägt. In Ankh-Morpork jedoch wird er erwischt und nun droht ihm der Galgen. Nach einer fingierten Hinrichtung schlägt ihm der Patrizier jedoch einen Handel vor: Lipwig bleibt am Leben, muss dafür jedoch das marode Postsystem wieder in Gang bringen. Nach den ersten - vergeblichen - Versuchen sich auch aus dieser Situation durch einen Trick und Flucht herauszuziehen, muss Feucht jedoch einsehen, dass ihm nichts anderes übrigbleibt, als den Job zu übernehmen.

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Mal wieder eine Review mit Bezug zu Terry Pratchett. Das Team, welches auch schon für die filmische Umsetzung von "Schweinsgalopp" (oder im englischen Original "Hogfather") verantwortlich war, hat sich diesmal gleich zweier Bücher von Pratchett angenommen und zwar den beiden ersten Romanen aus der Scheibenwelt-Reihe: "Die Farben der Magie" und "Das Licht der Phantasie".

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Dieses Hörbuch des gleichnamigen Romans von Terry Pratchett hat uns die fünfstündige Fahrt von Essen nach Tuttlingen unterhalten, sehr gut unterhalten muss man sagen. Gelesen wird es von Dirk Bach, der ja scheinbar die Meinungen spaltet: Viele finden ihn schrecklich albern, andere ziemlich gut. Ich muss gestehen, dass ich ihn sowohl als Schauspieler als auch als Leser bei Hörbüchern sehr gerne mag. Über seine Rolle in dieser unsäglichen RTL-Dschungelshow möchte ich lieber nichts sagen, wahrscheinlich braucht er das Geld.

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