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Alan Bradley "Flavia de Luce - Halunken, Tod und Teufel"

Flavias Leben ist weiterhin geprägt vom Kampf gegen die Gemeinheiten ihrer beiden älteren Schwestern und ihren chemischen Versuchen. Der Besuch auf einem Jahrmarkt soll da Abhilfe schaffen. Dummerweise steckt Flavia dabei versehentlich das Zelt der Wahrsagerin in Brand. Um ihre Schuld zu begleichen, erlaubt sie der alten Dame auf einem Waldstück zu campieren, das zum Anwesen der Familie de Luce gehört. Doch schon in der ersten Nacht greift jemand die Wahrsagerin an und schlägt ihr den Schädel ein. Die Frau überlebt nur, weil Flavia nicht schlafen kann und sie rechtzeitig findet. Die junge Hobbydetektiv will natürlich herausfinden, wer der Angreifer gewesen ist, doch die Polizei ist mal wieder nicht begeistert von ihrer Mithilfe.

Bei ihren heimlichen Untersuchungen trifft Flavia auf Porcelain, die Enkelin der Wahrsagerin, - und gemeinsam mit auf die Leiche von Brookie Harewood, der am Poseidonbrunnen des de Luce-Anwesens baumelt. Jetzt hat es Flavia nicht nur mit einem nächtlichen Angriff, sondern auch noch mit einem richtigen Mord zu tun. Die Sache wird umso brisanter, da Flavia Brookie kurz vor seinem Tod nachts im Haus der de Luces ertappt hat. Was hat er da nur gewollt? Ihre Nachforschungen bringen Flavia auf die Spur von Kunstbetrügern, einer merkwürdigen Sekte und den tragischen Folgen nicht eingestandener Schuld.

Dieser dritte Band der Reihe um Flavia hat mir bedeutend besser gefallen als der zweite. Die Handlung nimmt recht schnell Fahrt auf, auch wenn es bis zum eigentlichen Mord etwas dauert - aber die Ermittlungen im Fall der Wahrsagerin sind immerhin auch schon spannend. Flavia ist so altklug, zynisch und arrogant wie immer, bekommt jedoch auch zunehmend menschlichere Züge, vor allem dann, wenn es um ihre verstorbene Mutter geht. Die Handlung ist logisch aufgebaut und die Auflösung der Fälle in sich schlüssig. Man sollte bei diesen Krimis keine großen Actionszenen erwarten, Flavia ermittelt eher heimlich und im Stillen. Wer jedoch diese Art von Krimi mag und die ungewöhnliche Ich-Erzählerin sympathisch finden kann, der sollte sich die Reihe ruhig einmal anschauen. Die Bücher lesen sich angenehm und schnell (manchmal etwas zu schnell, gerade wenn man eine lange Bahnfahrt macht), also ideale Kost fürs Schmöckern vor dem Einschlafen.

4
Horch und Guck: 
 

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