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Tad Williams "Der Drachenbeinthron" (Die großen Schwerter 1)

Seitdem er einst einen Drachen erschlug herrscht König Johann der Priester über das Land Osten Ard. Doch der einstige Held ist alt und krank. Der Junge Simon, eine Waise, die auf der Burg des Königs, dem Hochhorst, unter der Aufsicht der Hauswirtschafterin Rachel und des weisen Arztes Doktor Morgenes aufwächst, wird Zeuge aufregender Ereignisse und tiefgreifender Veränderungen. Nach dem Tod des Königs erbt sein Sohn Elias den Thron und regiert gänzlich anders als sein Vater. Am meisten Ablehnung erregt aber Pryathes, Elias stets in Rot gekleideter Ratgeber. Als Simon zufällig in den Tiefen des Hochhorst Josua, den Bruder des Königs, in einer Gefängniszelle findet, setzt er eine ganze Kette von Ereignissen in Gange, die das gesamte Land betreffen werden. Simon muss fliehen, um dem König und seinem Ratgeber zu entkommen. Doktor Morgenes stirbt, als er Simons und Josuas Flucht ermöglicht. König Elias verhält sich immer seltsamer und scheint mit merkwürdigen Verbündeten zu paktieren. Sind die Gerüchte wirklich war, dass er sich auf die rätselhaften Nornen eingelassen hat? Und was ist mit dem merkwürdigen Schwert, dass der König bei sich trägt? Als es Simon endlich gelingt, sich auf seiner Flucht zu Josuas Unterstützern in die Festung Naglimund durchzuschlagen, wird immer deutlicher, dass in Osten Ard nicht nur Veränderungen, sondern Krieg droht. Und bald erkennen Simon, Josua und ihre Verbündeter, dass ein alter Feind, der Sturmkönig Ineluki, sich erhoben hat - und auf Rache sinnt. Elias scheint dabei sein willfähriges Instrument zu sein...

Das vorliegende Buch ist der erste Band jener Reihe, die Tad Williams in der Fantasy-Szene bekannt machte. Warum ich es so lange im Regal stehen hatte, weiß ich gar nicht mehr - an der Qualität des Bandes liegt es jedenfalls nicht. Williams legt den Grundstein für ein umfassendes und monumentales Epos a la Herr der Ringe. Dabei wird nicht nur Wert auf die Handlung und die Hintergrundgeschichte gelegt, sämtliche Charaktere - auch Nebenfiguren - sind genauestens gezeichnet, das gesamte Personal ist unglaublich weit gefasst, wie der Blick in den Anhang zeigt. Eigene Sprachen und Religionen, erfundene Namen für die Wochentage und Monate sowie spezielle Feiertage runden das detaillierte Weltbild von Osten Ard. Ein unglaublicher Aufwand für den Autor, als Leser*in muss man manchmal echt überlegen, wer nun wer ist und in welchem Verhältnis zu den anderen Figuren steht - aber ein echtes Leseerlebnis. Und mit knapp über 900 Seiten auch kein Groschenheftchen. Davon merkt man aber kaum etwas, das Buch liest sich dermaßen flüssig, dass am Ende fast die Enttäuschung steht - aber nur fast, denn es kommen ja noch drei - ähnlich umfangreiche - Fortsetzungen.

5
Horch und Guck: 
 

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