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schützt den Amateurfußball...

Der Amateurfußball liegt dem DFB immer sehr am Herzen. Das bekunden die älteren Herrschaften des Fußballdachverbands um ihren Präsidenten Theo Zwanziger gerne bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Zwischen Wort und Tat fehlt dann jedoch häufig der zielführende Pass. So stand der Verband - vertreten durch die schwäbische Abteilung - auch in der Causa Hartplatzhelden mal wieder im Abseits. Anstatt Fans, Vereinen und dem Betreiber der Plattform beratend zur Seite zu stehen, wollte der württembergische Landesverband die Monopolrechte auf das mediale Totschweigen des Amateurfußballs für sich vereinnahmen.

Im Elfmeterschießen haben die Schwaben nun vor dem BGH aus dem benachbarten badischen Karlsruhe (mit beachtlicher Medienresonanz) verloren. Dieses Urteil hat jedoch auch weitreichende ökonomische und wettbewerbspolitische Folgen:

Hätte der BGH dem DFB bzw. dem württembergischen Landesverband Recht gegeben, so wären die Vereine praktisch um alle medialen Selbstvermarktungsrechte beraubt worden. Sie wären bei allen Entscheidungen - wie die Profivereine - auf die Vermarktungs- und Verteilungsmodelle der jeweiligen Verbände angewiesen.

Solch eine Monopolstellung darf jedoch nur unter strengen Auflagen und in Ausnahmefällen gestattet werden. Auch der "freiwillige" Zusammenschluss zu einem Vermarktungskartell, wie es bei den Profivereinen und der DFL geschehen ist, muss diesen Kriterien genügen. Dass ich dies bei der DFL für nicht gegeben halte, habe ich schon einige Male erläutert.

So müsste erkennbar sein, dass sich die Amateurvereine einer Marktmacht bei den Medien gegenübersehen, der sie nur mit vereinten Kräften entgegenwirken können. Oder dass nur ein gebündeltes Paket überhaupt eine (attraktive) Vermarktung verspricht. Dabei muss jedoch auch sichergestellt bleiben, dass keiner der Beteiligten (Vereine, Medien und Zuschauer) durch diese Monopole bzw. Kartelle benachteiligt wird. An letzterem dürfte es regelmäßig scheitern und die ersteren Argumente sind auch nicht zu erkennen, sonst hätten der DFB bzw. seine Landesverbände schon längst mit der Vermarktung starten können.

Das Einzige, was man sieht, ist dass die alten Herren in den verstaubten Verbänden mal wieder einen Trend verschlafen haben. Nun wird versucht den Vereinen Steine in den Weg zu legen, wenn sie eigene Wege in der Vermarktung gehen wollen. Hier will man sich "zukünftige Vermarktungschancen" nicht entgehen lassen.

Dafür hat man auch bereits eine Plattform eingerichtet. Hier gibt man sich soviel Mühe, dass der aktuellste Eintrag bspw. in der Rubrik Oberliga vom 31. März(!) diesen Jahres stammt. Der DFB kümmert sich rührend um die Amateure...

Nun haben die Amateurclubs die Chance ihr Produkt in Eigenregie zu vermarkten. Über ihr Hausrecht können sie Einfluss auf die Bildberichterstattung nehmen - so sie denn wollen. Die dezentrale Vermarktung bietet für die Vereine ungeahnte Chancen. Hierzu zählt nicht nur der primär monetäre Erlös über Bildrechte. Durch Portale, wie die Hartplatzhelden können die Vereine ihren Bekanntheitsgrad steigern, können neue Fans finden und alte stärker an sich binden. Dass es solch ein Portal gibt, zeigt, dass zumindest die Nachfrage da ist. Einen Geldsegen sollte man jedoch (noch) nicht erwarten - aber den würde es wahrscheinlich auch bei einer zentralen DFB-Vermarktung nicht geben. Es kann also nur besser werden. Die Emanzipation vom Dachverband schützt den Amateurfußball am besten, zumindest so lange wie die Greisen sich lethargisch um ihr Wohl kümmern wollen.

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Maik Hetmank: 
 

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