Sie sind hier

P.C. und Kristin Cast "Gezeichnet" (House of Night 1)

Zoey ist eigentlich ein ganz normaler Teeanger an einer amerikanischen Highschool. Bis zu dem Tag, an dem sie gezeichnet wird und klar ist, dass sie sich zum Vampyr (ja, das schreibt sich in dieser Romanreihe so) wandeln wird. Nur mit Mühe gelingt es ihr ihren fanatisch gläubigen Eltern zu entkommen und sich zu ihrer indianischen Großmutter zu retten, die sie in eine House of Night – ein Internat für werdende Vampyre bringt.

Zoey muss sich zunächst an ihre neuen Lebensumstände gewönnen und schon bald zeigt sich, dass sie kein gewöhnlicher Jungvampyr ist: Sie verfügt über magische Kräfte im Hinblick auf alle fünf Elemente, ihre Wandlung vollzieht sich schneller als bei anderen und offenbar ist sie von der Vampyrgötting Nyx auserwählt. Zum Glück findet sie recht schnell Freunde unter den anderen Jugendlichen und hat mit Neferet, der Hohepriesterin eine Mentorin, die ihr bei schwierigen Fragen zur Seite steht. Und diese Unterstützung hat sie auch bald dringend nötig, denn sie muss feststellen, dass der elitäre Club der Schule, die Töchter der Dunkelheit, in ihren Ritualen Dinge tun, von denen sie besser die Finger lassen sollten und Kräfte wecken, die sich nicht so einfach zähmen lassen...

Es wäre sicher interessant zu wissen, ob die House of Night-Reihe einen Verlag gefunden hätte, wenn es den ganzen Twilight-Hype nicht gegeben hätte. Damit will ich das Buch jetzt nicht in Grund und Boden schreiben, aber ich glaube wirklich, dass es dieses recht naive und einfach gestrickte Weltbild ohne Bela und Edward, die ja ähnlich funktionieren, recht schwer gehabt hätte. Alles in allem ist Gezeichnet eine recht nette Teeniegeschichte, die sich gut liest und einigermaßen spannend ist. Die Frauendominanz ist recht auffallend – in der Vampyrwelt dominiert eine weibliche Göttin und Männer sind nur schmückendes bzw. beschützendes Beiwerk der Frauen.

Ein wenig nervig sind die häufigen Wiederholungen von Sachverhalten, die sich einem als Leser bereits erschlossen haben. So braucht man nicht dreißigtausend Mal darauf hingewiesen werden, dass Zoey indianischer Abstimmung ist oder ihre Kräfte für eine Jungvampyrin außergewöhnlich sind. Sprachlich orientiert sich das Buch sehr an einem jugendlichen Stil – die Geschichte wird ja auch aus Sicht von Zoey erzählt. Dieser wirkt manchmal schon etwas zu banal, schafft es aber immer noch die Kurve zu kriegen und nicht völlig in die Katastrophe abzugleiten. Alles in allem nette Unterhaltung, die sich unanstrengend liest – man muss nur mit der bereits hier recht anstrengenden Hauptfigur klarkommen.

2
Horch und Guck: 
 

Neuen Kommentar schreiben