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Nicole Böhm "Wer hat Angst vorm bösen Wolf?" (Das Vermächtnis des Grimms 1)

Kristin Collins hat eine besondere Fähigkeit: Sie kann zwischen den Zeilen eines Textes lesen und sieht dabei, was der Verfasser getan und gedacht hat, als er diesen schrieb. Eigentlich wollte sie durch Neuseeland reisen - allein, nachdem sich herausstellte, dass ihr Freund sie betrogen hat. Doch als die Fernsehbilder eines Mörders bei ihr eine intensive Vision auslösen, holt ihr Bruder Brayden sie nach Frankfurt zu einer CIA-Spezialeinheit. Kris muss erfahren, dass der Mord, über den sie den Bericht gesehen hat, nicht der Einzige gewesen ist: Eine ganze Serie von ihnen wurde begangen, Auslöser scheint eine Art Virus zu sein, das Black-Wolf genannt wird. Kris erkennt durch ihre Fähigkeiten jedoch die Wahrheit: Das Virus ist ein Fluch und der schwarze Wolf, auch Grimm genannt, existiert tatsächlich. Um das Wesen zu stoppen, setzt sich Kris bewusst weiteren Anlässen für ihre Visionen aus - die sie schließlich in eine märchenhafte Parallelwelt führen, wo sie nicht nur dem Tunichtgut Ash begegnet, sondern sich plötzlich auch mit dem Grimm konfrontiert sieht...

Ich hatte mir unter dem Buch ehrlich gesagt anhand des Klappentexts etwas anderes vorgestellt, mehr in Richtung Urban Fantasy gehend. Stattdessen gibt es jede Menge Elemente, die ich als märchenhaft einordnen würde, recht viel Handlung, die in der Vergangenheit spielt und eine Parallelwelt mit Magie und fantastischen Wesen. Ingesamt ist das Buch nicht schlecht, die Geschichte gut konstruiert und spannend erzählt. Lediglich an einigen kleinere Stellen könnte meiner Meinung besser gearbeitet werden. So finde ich es befremdlich, wenn ein Mensch des 14. Jahrhunderts mit dem Gedanken geschildert wird "Bin ich auf Droge?" Es muss ja nicht die exakte Sprache der damaligen Zeit sein, aber ein bisschen weniger Umgangssprache wäre doch auch möglich gewesen. Das Buch endet mit einem echt fiesen Cliffhanger und ich bin wirklich gespannt auf Band 2.

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Horch und Guck: