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Weblog von TanjaVor kurzem hatte ich das Vergnügen und die Ehre einen Vortrag im Rahmen der Konferenz "multi.player - The social side of gaming" halten zu dürfen. Unter den ZuhörerInnen war auch ein Radiojournalist für den Deutschlandfunk, der mein Thema E-Sport offenbar so interessant fand, dass er mich gleich mal interviewt hat. Ich bin nun also mit einigen Aussagen in zwei Radiosendungen und einem dazugehörigen Artikel vertreten und darüber natürlich so erfreut, dass ich das Ganze hier auch mal verlinke. (Ich hoffe, der DLF lässt die Dateien möglichst lange online, sonst werden das hier ganz schnell tote Links.) Radiobeitrag Nummer 1 (der kürzere) ist hier. Radiobeitrag Nummer 2 (etwas länger) hier Der Artikel findet sich hier. Anzumerken hätte ich nur, dass ich a) keine Medienwissenschaftlerin bin und b) nicht die Counter-Striker sondern primär die Warcraftler untersucht habe. Aber naja, any publicity is good publicity, oder? :-) So, aus gegebenem Anlass muss ich hier mal eine kleine Geschichte zum besten geben, die mir letztes Jahr im Urlaub passiert ist. An unserem letzten Tag in Edinburgh waren wir ja auf finaler Shoppingtour und ich habe es mir nicht nehmen lassen, auch ein wenig (au, ist ja gut Maik) jede Menge Tee zu kaufen. In einem kleinen Laden sprach mich der Verkäufer an, wohl aufgrund meines St.Pauli-Pullis. Oh man, was ich da Mittwoch erfahren musste, hat mir doch mental echt die Kinnlade runterfallen lassen. Ich hatte mich schon gewundert, als ich das Programm für das diesjährige Stadtfestival gesehen hatte: Keine Turock-Bühne mehr und keine schwarze Bühne vor dem Leo-Store. Naja, hab ich mir da noch gedacht, hat sich vielleicht für die Veranstalter nicht gelohnt bzw. es hat sich keiner gefunden, der sich den Stress der Organisation geben wollte. Ha! Weit gefehlt mein optimistischer Freund. Die Veranstalter des Essen Original, die EMG, wollte diese Bühnen nicht mehr als Bestandteil ihres tollen Festes. Wie bitte? wird sich da der eine und die andere fragen, gibt es da denn Gründe für? Hat es Prügeleien oder ähnliches in den letzten Jahren gegeben? Nein, hat es nicht. Scheinbar sind bestimmte subkulturelle Gruppen wie Gothics und Metaller einfach nicht mehr erwünscht, wenn sich die künftige Kulturhauptstadt feiert. (Mein Dank übrigens an Klaudia Pirc, durch deren Blogeintrag bei Ruhrgebiet für Lau ich überhaupt erst von der ganzen Sache erfahren habe.) Also, was der pakistanische Präsident da heute von sich gegeben hat, hat mich ja bald vom Sofa fallen lassen. Er hat tatsächlich versucht die Ängste, dass in Pakistan die Taliban an die Macht kommen könnten und dann ja auch über Atomwaffen verfügen würden, mit der folgenden Aussage zu beschwichtigen: (Ich zitiere sinngemäß nach dem Bericht im heute-journal des ZDF) Ein kleines Statement aus aktuellem (wiederholtem) Anlass: Der Amoklauf in Winnenden war eine schreckliche Sache - keine Frage. Sehr bewusst habe ich das damals auch nicht hier kommentiert... Was soll man auch dazu schreiben, außer Mitleid für die Opfer und Angehörigen auszudrücken? Erschreckend ist und bleibt aber, dass diese Tat mal wieder eine Hexenjagd auf Computerspiele ausgelöst hat, weil der Täter ja auch Computerspiele gespielt hat. (Wie wohl übrigens ein Großteil der deutschen Jugendlichen, Nichtnutzung wäre meiner Meinung nach eher ein erstaunliches Merkmal gewesen.) Am heutigen Montag jährt sich zum zehnten Mal der Tag, an dem in der amerikanischen Kleinstadt Littleton zwei Schüler Amok liefen. Seitdem taucht dieses schreckliche Ereignisse in nahezu jeder Diskussion um Computerspiele und Gewalt wieder auf, wird mechanisch durchgekaut und gebetsmühlenartig Vermutungen als Gewissheiten verbreitet. Juhuu, es ist da. Montag konnte ich es nun stolz in den Händen halten. Der Band "Mediensport - Strategien der Grenzziehung" von Felix Axster, Jens Jäger, Kai Marcel Sicks und Markus Stauff (Hrsg.) ist erschienen und in ihm findet sich auch ein Beitrag von mir. Unter der Überschrift "E-Sport. Zum (vergeblichen) Versuch der Abgrenzung des traditionellen Sports von seinem elektronischen Nachwuchs" diskutiere ich die Gründe für die mangelnde Akzeptanz des E-Sport als "richtiger" Sport und stelle die These auf, dass der elektronische Sport den "traditionellen" Sport in eine Legitimationskrise bringt und auf die Problematik einer fehlenden, allgemein akzeptierten, wissenschaftlichen Definition des Begriffs "Sport" verweist. Der von mir in Zusammenarbeit mit Nicole Engelhardt, Barbara Getto und Michael Kerres verfasste Artikel, in dem wir unser Konzept für ein E-Tutoring Training, das den Ansprüchen einer gendergerechten Mediendidaktik entspricht, vorstellen, ist nun auch online verfügbar. Ich gestehe öfter ein wenig altmodisch zu sein: So glaube ich zum Beispiel immer noch daran, dass Journalisten sich gewissen Ansprüchen verpflichtet fühlen sollten und dass vor allem objektive und kritische Berichterstattung dazugehört. Am Rande der Konferenz "GameCultures" in Magdeburg wurde ich leider mal wieder eines besseren belehrt. Eigentlich schreiben wir hier ja hauptsächlich bzw. fast nur über Spiele, bei denen wir auch im Stadion live vor Ort dabei waren. Die aktuellen Ereignisse haben mich jedoch nun motiviert auch mal abseits davon einen Kommentar lozulassen. Als bekennender St.Pauli-Fan bin ich wahrscheinlich nicht völlig objektiv, aber gerne offen für Diskussionen. |
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