Weblog von Tanja

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So, aus gegebenem Anlass muss ich hier mal eine kleine Geschichte zum besten geben, die mir letztes Jahr im Urlaub passiert ist. An unserem letzten Tag in Edinburgh waren wir ja auf finaler Shoppingtour und ich habe es mir nicht nehmen lassen, auch ein wenig (au, ist ja gut Maik) jede Menge Tee zu kaufen. In einem kleinen Laden sprach mich der Verkäufer an, wohl aufgrund meines St.Pauli-Pullis.

Oh man, was ich da Mittwoch erfahren musste, hat mir doch mental echt die Kinnlade runterfallen lassen. Ich hatte mich schon gewundert, als ich das Programm für das diesjährige Stadtfestival gesehen hatte: Keine Turock-Bühne mehr und keine schwarze Bühne vor dem Leo-Store. Naja, hab ich mir da noch gedacht, hat sich vielleicht für die Veranstalter nicht gelohnt bzw. es hat sich keiner gefunden, der sich den Stress der Organisation geben wollte. Ha! Weit gefehlt mein optimistischer Freund. Die Veranstalter des Essen Original, die EMG, wollte diese Bühnen nicht mehr als Bestandteil ihres tollen Festes. Wie bitte? wird sich da der eine und die andere fragen, gibt es da denn Gründe für? Hat es Prügeleien oder ähnliches in den letzten Jahren gegeben? Nein, hat es nicht. Scheinbar sind bestimmte subkulturelle Gruppen wie Gothics und Metaller einfach nicht mehr erwünscht, wenn sich die künftige Kulturhauptstadt feiert. (Mein Dank übrigens an Klaudia Pirc, durch deren Blogeintrag bei Ruhrgebiet für Lau ich überhaupt erst von der ganzen Sache erfahren habe.)

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Also, was der pakistanische Präsident da heute von sich gegeben hat, hat mich ja bald vom Sofa fallen lassen. Er hat tatsächlich versucht die Ängste, dass in Pakistan die Taliban an die Macht kommen könnten und dann ja auch über Atomwaffen verfügen würden, mit der folgenden Aussage zu beschwichtigen: (Ich zitiere sinngemäß nach dem Bericht im heute-journal des ZDF)

Ein kleines Statement aus aktuellem (wiederholtem) Anlass: Der Amoklauf in Winnenden war eine schreckliche Sache - keine Frage. Sehr bewusst habe ich das damals auch nicht hier kommentiert... Was soll man auch dazu schreiben, außer Mitleid für die Opfer und Angehörigen auszudrücken? Erschreckend ist und bleibt aber, dass diese Tat mal wieder eine Hexenjagd auf Computerspiele ausgelöst hat, weil der Täter ja auch Computerspiele gespielt hat. (Wie wohl übrigens ein Großteil der deutschen Jugendlichen, Nichtnutzung wäre meiner Meinung nach eher ein erstaunliches Merkmal gewesen.)

Am heutigen Montag jährt sich zum zehnten Mal der Tag, an dem in der amerikanischen Kleinstadt Littleton zwei Schüler Amok liefen. Seitdem taucht dieses schreckliche Ereignisse in nahezu jeder Diskussion um Computerspiele und Gewalt wieder auf, wird mechanisch durchgekaut und gebetsmühlenartig Vermutungen als Gewissheiten verbreitet.

Juhuu, es ist da. Montag konnte ich es nun stolz in den Händen halten. Der Band "Mediensport - Strategien der Grenzziehung" von Felix Axster, Jens Jäger, Kai Marcel Sicks und Markus Stauff (Hrsg.) ist erschienen und in ihm findet sich auch ein Beitrag von mir. Unter der Überschrift "E-Sport. Zum (vergeblichen) Versuch der Abgrenzung des traditionellen Sports von seinem elektronischen Nachwuchs" diskutiere ich die Gründe für die mangelnde Akzeptanz des E-Sport als "richtiger" Sport und stelle die These auf, dass der elektronische Sport den "traditionellen" Sport in eine Legitimationskrise bringt und auf die Problematik einer fehlenden, allgemein akzeptierten, wissenschaftlichen Definition des Begriffs "Sport" verweist.

Der von mir in Zusammenarbeit mit Nicole Engelhardt, Barbara Getto und Michael Kerres verfasste Artikel, in dem wir unser Konzept für ein E-Tutoring Training, das den Ansprüchen einer gendergerechten Mediendidaktik entspricht, vorstellen, ist nun auch online verfügbar.

Ich gestehe öfter ein wenig altmodisch zu sein: So glaube ich zum Beispiel immer noch daran, dass Journalisten sich gewissen Ansprüchen verpflichtet fühlen sollten und dass vor allem objektive und kritische Berichterstattung dazugehört. Am Rande der Konferenz "GameCultures" in Magdeburg wurde ich leider mal wieder eines besseren belehrt.

Eigentlich schreiben wir hier ja hauptsächlich bzw. fast nur über Spiele, bei denen wir auch im Stadion live vor Ort dabei waren. Die aktuellen Ereignisse haben mich jedoch nun motiviert auch mal abseits davon einen Kommentar lozulassen. Als bekennender St.Pauli-Fan bin ich wahrscheinlich nicht völlig objektiv, aber gerne offen für Diskussionen.

Oh weia...da habe ich damals ganz stolz diesen Bereich eingerichtet und nun...Nix is, kein Eintrag, nicht mal ein kleines Sätzchen. Einfach gar nix hat die gute Frau Adamus bisher hier geschrieben. Hatte sie vielleicht einfach nichts, was unter diese Kategorie gepasst hätte? - Nö, kann man (und frau) auch so nicht sagen. Eigentlich gibt es da genug zu berichten.

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